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Schweiz Kleinbauern wollen Grossbauern vom Subventions-Topf vertreiben

Die Kleinbauern-Vereinigung will die Höhe der Direktzahlungen begrenzen. Die Bauern argumentieren, dass das jetzige Verfahren Grossbetriebe bevorzuge. Eine Umverteilung der jährlich rund drei Milliarden Franken entspräche auch eher den Vorstellungen der Bevölkerung, sagt der Verein.

Legende: Video Kleinbauern wollen mehr vom Kuchen abspielen. Laufzeit 1:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.02.2016.

Mit ihrem Vorstoss zur Direktzahlungspraxis in der Schweiz will die Kleinbauern-Vereinigung den Trend zu immer grösseren Betrieben brechen und die kleinen und mittleren Bauernhöfe stärken.

Idyllischer Kleinbauernbetrieb  auf dem Langenberg in Langnau.
Legende: Kleinbauern plädieren für gestaffelte Zahlungen – je kleiner die Flächen umso grösser der Betrag. Keystone

Ein paar wenige kriegen einen Viertel des Geldes

Die Kleinbauern-Vereinigung spricht von einer «groben Fehlentwicklung», wie sie an einer Medienorientierung ausführte. Laut dem Verein profitieren zusehends die grössten Bauernbetriebe von den Unterstützungsgeldern des Bundes.

Ein Viertel der Direktzahlungen komme heute den zehn Prozent grössten aller Bauernbetriebe zu – und dieser Trend halte an. So nimmt nach Angaben des Vereins die Zahl jener Betriebe zu, die jährlich mehr als 150'000 Franken erhalten. Deren Zahl ist von 1029 im Jahr 2013 auf 1310 im Jahr 2014 gestiegen.

Die Bevölkerung wünscht sich Kleinräumigkeit

Für den Verein ist dies eine Folge des neuen Direktzahlungssystems, das spezialisierte Grossbetriebe fördere. Das System verleite «auf Biegen und Brechen» dazu, mehr Fläche zu bewirtschaften. Dies unabhängig davon, ob dieses Wachstum für den einzelnen Betrieben überhaupt Sinn mache.

Die Kleinbauern-Vereinigung fordert deshalb eine Beschränkung der jährlichen Subventionen auf 150'000 Franken pro Betrieb. Diese Limite trage sowohl sozialen und ökonomischen Aspekten als auch dem Wunsch der Bevölkerung nach einer kleinräumigen Landwirtschaft Rechnung.

Mit Staffelung die Kleinen stützen

Zudem propagiert der Verein eine Umverteilung der Beiträge. Derzeit wird bis zu einer Fläche von 60 Hektaren ein einheitlicher Basisbeitrag von 900 Franken pro Hektare ausbezahlt. Die Kleinbauern-Vereinigung will abgestufte Beiträge von 1350 Franken (für die 1. bis 10. Hektare), 810 Franken (für die 11. bis 20. Hektare) und 270 Franken (für die 21. bis 30. Hektare). Ab der 31. Hektare sollen keine Basisbeiträge mehr ausgerichtet werden.

Mit diesem Verteilschlüssel würden mehr als 40'000 Betriebe, also gut zwei Drittel aller Bauernbetriebe in der Schweiz, höhere Direktzahlungen erhalten. «Die kleinen und mittleren Bauernbetriebe, welche das Rückgrat einer vielfältigen Schweizer Landwirtschaft bilden, werden so gefördert», hält die Vereinigung fest.

Direktzahlungen

Der Bund richtet den Landwirtschaftsbetrieben Direktzahlungen aus. Er fördert damit, wie es die Bundesverfassung vorsieht, die «gemeinwirtschaftlichen Leistungen», welche die Landwirte erbringen. So werden unter anderem Biodiversitätsbeiträge, Kulturlandschaftsbeiträge und Versorgungssicherheitsbeiträge ausgerichtet. 2014 waren es 2,8 Mrd. Franken.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Escher (Peter)
    Kleinbauern müssen unverhältnismässig mehr Leistung ( Arbeitszeit - Aufwand ) erbringen als die " Durchmotorisierten " Grossbetriebe. Also, Verteilung prozentual.
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  • Kommentar von F. Alex (anti-cliché)
    Recht haben sie, die Kleinbauern. Aber die Grossen werden sicher weiterhin von der "Partei für das kleine Volk" mit dem Sünneli profitieren und die Kleinen merken's nicht.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Die Kleinbauern werden es ja wohl wissen. Also gibt es nur eines: alle gleich behandeln, keiner darf mehr profitieren. Es ist eine Tatsache, dass je grösser ein Bauernbetrieb ist, desto weniger wird auf Ökologie, Tiere + Menschen Rücksicht genommen. Wir müssen endlich verstehen, dass unsere Bauern den gleichen Stellenwert wie Familien mit Kindern haben. Die Bauern müssen vor dem "Ausland" geschützt werden. Es sollen nur Produkte eingeführt werden, die wir in der Schweiz nicht selber herstellen.
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