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Notkredite für Firmen
Aus Tagesschau vom 25.03.2020.
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KMU in Not Bund sichert Kredite ab: Darum geht es

  • An einer ausserordentlichen Sitzung hat sich der Bundesrat mit der Liquiditätshilfe für KMU befasst.
  • Diese kleinen und mittleren Unternehmen sollen raschen Zugang zu Krediten für die Überbrückung von Coronabedingten Liquiditätsengpässen erhalten.
  • Die Kredite können demnach am besten bei der Hausbank beantragt werden – sie werden vom Bund abgesichert.
  • Die entsprechende Verordnung tritt am 26. März 2020 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt können Kreditgesuche gestellt werden.

Der Bundesrat hat am 20. März 2020 ein umfassendes Massnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie vorgestellt. Mit Überbrückungskrediten sollen Unternehmen ausreichend Liquidität zur Verfügung gestellt werden, damit sie trotz Umsatzeinbussen wegen der Corona-Krise ihre laufenden Fixkosten decken können.

Hinzu kommen die vom Bundesrat bereits beschlossenen Massnahmen im Bereich der Kurzarbeit sowie dem COVID-Erwerbsersatz zur Deckung der Lohnkosten. Die nun vom Bundesrat verabschiedete Verordnung umfasst ein Programm zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen im Umfang von 20 Milliarden Franken.

«Unbürokratischer und rascher Prozess»

Betroffene Unternehmen können demnach Überbrückungskredite im Umfang von höchstens zehn Prozent ihres Jahresumsatzes bis maximal 20 Millionen Franken von ihren jeweiligen Banken beantragen. Gewisse Minimalkriterien seien laut dem Bundesrat zu erfüllen, insbesondere muss das Unternehmen erklären, dass es aufgrund der Pandemie wesentliche Umsatzeinbussen erleidet.

Bis zu 500'000 Franken werden Kredite unbürokratisch innert kurzer Frist ausbezahlt und zu 100 Prozent vom Bund abgesichert. Der Zinssatz ist auf null Prozent festgelegt. Der Kreditantrag wird ab Donnerstag nach Inkrafttreten der Verordnung auf einer Website des Bundes verfügbar sein.

Überbrückungskredite, die den Betrag von 500'000 Franken übersteigen, werden zu 85 Prozent vom Bund abgesichert. Die kreditgebende Bank beteiligt sich mit 15 Prozent am Kredit. Solche Kredite können bis zu 20 Millionen Franken pro Unternehmen betragen und setzen deshalb eine umfassendere Bankenprüfung voraus. Bei diesen Krediten beträgt der Zinssatz aktuell 0.5 Prozent auf dem vom Bund abgesicherten Darlehen. Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Franken Umsatz fallen nicht unter dieses Programm.

Sonderbewilligung für die Postfinance

Da viele KMU nur über eine Kontoverbindung bei Postfinance verfügen, ermöglicht der Bundesrat laut der Verordnung auch der Postfinance, ihren bestehenden Firmenkunden unbürokratischen Zugang zu Krediten bis zu 500'000 Franken zur Verfügung zu stellen. Dies stelle jedoch keine Entbindung der Postfinance vom Kreditvergabeverbot dar, sondern eine zeitlich begrenzte Massnahme im Rahmen dieses Programms.

Banken bereiten sich auf Ansturm vor

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Die Schweizer Banken bereiten sich darauf vor, im grossen Stil Unternehmen mit Krediten zu versorgen, die wegen der Corona-Pandemie in einen Liquiditätsengpass gekommen sind.

Zahlreiche Banken mit Kreditgeschäft hätten sich für die Teilnahme am Programm angemeldet, teilte die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) mit. Weitere Banken würden in diesen Tagen folgen.

Des Weiteren begrüsst der Branchenverband die zusätzlich angekündigten Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und der Finanzmarktaufsicht Finma. Diese würden ergänzend und sinnvollerweise dazu beitragen, dass die Banken die Unternehmen bestmöglich mit Liquidität versorgen können.

«Für uns Banken ist es zentral, dass die Unternehmen rasch und unkompliziert mit der notwendigen Liquidität versorgt werden, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Situation abzufedern», liess sich Verbandspräsident Herbert Scheidt in der Mitteilung zitieren.

Kredite sollen «einfach, rasch und unkompliziert» ab morgen Donnerstag, 26. März 2020, für alle Betroffenen zugänglich sein, so der Bundesrat. Die Finanzdelegation der Eidgenössischen Räte (FinDel) hat Anfang Woche einen Verpflichtungskredit von 20 Milliarden Franken genehmigt.

Die Finanzmarktaufsicht FINMA und die Schweizerische Nationalbank SNB würden das Liquiditätspaket des Bundesrats unterstützen – und rollen ihrerseits weitere Massnahmen aus.

SRF 1, 25.03.2020, 14:00 Uhr; srf/schm

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich Müller  (Heinrich)
    Es hört sich gut an aber den COVID-19-Wirtschaftseinbruch ist nur ein kleiner Problembereich einer äusserst fragilen Wirtschaftsstruktur. Die SNB sitzt schon lange in der Negetivzinsfalle, d.h. sie hat ihrem eigenen Grab damit geschaufelt und ihre Geldpolitik ist wirkungslos. Zusammen mit der unbegrenzten Migration haben Politik, Verwaltung und die SNB aus einer soliden schweizerischen Volkswirtschaft einen arabischen Bazar daraus gemacht und sie nennen es Wirtschaft, nicht Volkswirtschaft.
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Das ist sehr positiv. Leider wird es nicht genügen. Wir werden dann zu Solidarität aufgerufen. Es gibt viele Verluste die durch Kredit nicht gutgemacht werden können. Wir brauchen die KMU's. Sie sind die Grundpfeiler der Schweizer Wirtschaft. Wie wäre es wenn unsere Schweizer Weltfirmen, die Milliarden Gewinne machen etwas davon zu diesem Zweck abgeben würden, durch Zuwendungen, nicht Steuern.
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  • Kommentar von Haller Hans  (H.Haller)
    Er tut was und das ist schon mal gut. Es bleibt nicht bei einem Werbe-Clip fürs Händewaschen (in Unschuld), und mit inzwischen doch zynischen und billigen Werbesprüchen für die EU-Ideologen.
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