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Schweiz Kommen doch härtere Zeiten für Klubs und Fussballfans?

Noch können Fussballfans frei wählen, welchen Zug sie zum Match nehmen. Und Klubs müssen für Schäden durch gewalttätige Schlachtenbummler nicht aufkommen? Das soll sich rasch ändern, findet die ständerätliche Verkehrskommission nach den jüngsten Vorfällen und stellt sich gegen den Nationalrat.

Legende: Video Clubs sollen für Schäden haften abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.04.2014.
Verwüstung in SBB-Waggon. (Archiv)
Legende: Wie den Vandalismus durch Sportfans eindämmen? Noch ist sich das Parlament nicht schlüssig. Keystone

Zertrümmerte Schaufenster und fliegende Flaschen am Ostermontag vor dem Cupfinal in Bern. Randalierende Fussballfans und lahmgelegte Züge gestern Abend nach dem Spiel FCB gegen GC im Basler St. Jakobpark.

Das reicht – fand heute die ständerätliche Verkehrskommission mit neun zu eins bei einer Enthaltung. Das heisst: Die Vorschläge des Bundesrats für mehr Sicherheit bei Fantransporten sollen diskutiert und nicht zurückgewiesen werden, wie dies der Nationalrat getan hat.

«Wir wollen ein Signal aussenden, dass Handlungsbedarf ist», unterstreicht Kommissionspräsident und CVP-Ständerat René Imoberdorf. Die letzten Vorkommnisse hätten gezeigt, dass es tatsächlich teilweise sehr gefährlich werde, und niemand wolle die Verantwortung übernehmen.

Ist das überhaupt umsetzbar?

Mit dem revidierten Gesetz sollen die Fussballclubs für die Schäden, die ihre randalierenden Fans verursachen, zur Verantwortung gezogen werden können. Zudem soll die SBB nicht mehr jeden Fan transportieren müssen, sofern es spezielle Fanzüge oder Busse gibt.

Im Nationalrat scheiterte das Gesetz vor ein paar Wochen an Umsetzungsfragen: Wie soll man am Bahnhof potentiell gefährliche Fans erkennen, wie nachweisen können, wer Flaschen geworfen oder Sitze aufgeschlitzt hat? So lautete der Tenor.

Imoberdorf räumt ein, dass das jetzt vorliegende Gesetz nicht ganz einfach umzusetzen sei. Es brauche nun eine saubere Abklärung, inwieweit die Vereine haftbar gemacht werden könnten. Auch bei der Organisation und Sicherheit der Fanzüge gebe es noch Detailarbeiten, die dann später in die Verordnung einfliessen müssten.

Haftpflicht für Klubs besonders umstritten

Die SBB, die seit langem für mehr Sicherheit in ihren Zügen kämpft, macht sich um die Umsetzung keine grosse Sorgen. Sie könne auch damit leben, wenn in erster Linie die Haftungsfragen geklärt würden. SBB-Sprecher Christian Ginisig zeigt sich überzeugt, dass eine vertragliche Haftpflicht für Klubs auch eine gewisse Regulierung innerhalb der Fanszene bringen würde.

Für den Klubvertreter und CEO der Swiss Football League, Claudius Schäfer, kommt genau das nicht in Frage: Es gehe nicht an, dass die Clubs für die Schäden haften müssten. «Das ist eine klare Abkehr vom Verursacherprinzip, das lehnen wir ab. Gegen eine freiwillige Zusammenarbeit zwischen den Fussballklubs und der SBB hat die Swiss Football League nichts einzuwenden.

Soll es bald strengere Regeln für Fans in den Zügen geben? Der Ball liegt nun beim Ständerat.

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24 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Warum soll man mit diesen "Fussballern" überhaupt noch den "Löli" machen. Es reicht doch, dass die Fussballspiele bzw. die Veranstaltungen verboten werden können. Die Austragung dieser Spiele kann ja auch unter Ausschluss der Oeffentlichkeit stattfinden. Das bisherige Bla-Bla mit den Vereinen hat nichts gebracht, also "fertig-lustig" radikale Verbote müssen her. NB: Autorennen hat man ja auch verboten und eingeschränkt, warum nicht auch Fussball...???
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Ganz einfach: Die Vereine für alles haftbar machen, und wenn man sie erwischt, die Fans selbst. Die Vereine unternehmen solange nichts ernsthaft gegen ihre eigenen Holligans, die sie als 'Stimmungsmacher' an den Spielen wollen, wie der Steuerzahler für diese ganzen Verwüstungen blecht.
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  • Kommentar von Reto Munteler, Zürich
    Mein Vorschlag: Die Fankurven nur noch zur Hälfte füllen, dafür genügend Securities reinstellen. Beim geringsten "Mucks" oder Pyro-Abbrenn-Versuch den Fan am Kragen packen und abführen. (Inspirationsquelle: englische Premier League!)
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    1. Antwort von O. Egli, BS
      Und mein Vorschlag an die grossen Sponsoren der betroffenen Vereine und des SFV. Entweder Geld oder Chaoten. Aber nicht beides.
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