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Steuer für Wohneigentümer Kommissionen sind sich einig: Eigenmietwert soll verschwinden

Legende: Video Eigenmietwert soll abgeschafft werden abspielen. Laufzeit 02:10 Minuten.
Aus Tagesschau vom 16.08.2017.
  • Die zuständige Nationalratskommission geht mit der Wirtschaftskommission des Ständerats einig, dass die Eigenmietwert-Steuer verschwinden soll.
  • Sie soll durch ein neues System der Wohneigentumsbesteuerung ersetzt werden.
  • Wie das Gesetz aussehen soll, wird nun in der Kommission des Ständerats ausgearbeitet. Ein Vorhaben, das schon öfters gescheitert ist.

Wer in der Schweiz in einem Haus oder einer Wohnung lebt, die ihm selber gehört, muss dafür Steuern zahlen. Das nennt sich Eigenmietwert. Die Behörden berechnen dafür ein theoretisches Einkommen, das sich ergäbe, würde die Wohnung oder das Haus vermietet.

Das werde von weiten Kreisen als ungerecht empfunden, begründet die Nationalratskommission ihren Entscheid, die Steuer abschaffen zu wollen. Besonders Personen, die bereits einen Grossteil ihrer Hypotheken abbezahlt hätten, seien benachteiligt. Wenn Haus- und Wohnungsbesitzer dann in Rente gingen und ein tieferes Einkommen als zuvor hätten, könne ihre Lage schwierig werden.

Was soll den Eigenmietwert ersetzen?

Die Ständeratskommission muss nun ausarbeiten, welche Regelungen den Eigenmietwert ersetzten sollen. Eine schwierige Aufgabe: In den letzten Jahren sind zahlreiche Anläufe gescheitert.

Zuletzt hat das Stimmvolk eine Initiative des Hauseigentümer-Verbands abgelehnt, welche die Abschaffung der Steuer für Rentner forderte. Eine Motion von Hauseigentümer-Präsident und Nationalrat Hans Egloff (SVP/ZH) scheiterte letzten Februar im Nationalrat. Der Vorstoss verlangte, dass Wohneigentümer zwischen Eigenmietwert und Abzugsmöglichkeiten wählen dürfen.

Obwohl sich bisher alle Ansätze als nicht mehrheitsfähig erwiesen, will die Ständeratskommission einen neuen Versuch wagen. «Mehr als scheitern kann man nicht», sagte deren Sprecher Martin Schmid (FDP/GR) im Ständerat.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Schwarzenbach (oktagon)
    Warum fragt sich niemand, warum es jetzt auf einmal eine politische Mehrheit gibt? Ganz einfach: Die Steuerbelastung durch den Eigenmietwert ist heute höher als der Zinsabzug. D.h. je grösser das Haus, desto mehr Minus im Sack. Deshalb wollen jetzt GLP, FDP und SVP den Eigenmietwert plötzlich auch nicht mehr. Ohne Eigenmietwert sind ihre fetten Villen günstiger! Als Folge davon droht der CH eine Lücke bei den Steuereinnahmen. Ich weiss auch jetzt schon, wer die stopfen wird: Der Mittelstand!
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  • Kommentar von John Johnson (Kelten)
    Soweit so gut; aber gemäss Tagesschau brütet die Wirtschaftskommission des Ständerates schon jetzt nach zusätzlichen Steuereinnahmen, um die unumgänglichen Steuerausfällen zu kompensieren. Fazit: Das Resultat der Kommission wird eine Steuerumverteilung vornehmen, welche zwangsläufig willkürlich sein wird; da die steuerliche Berechnungsbasis des Eigenmietwertes, unabhängig des örtlichen Verkehrswertes, von Kanton zu Kanton eklatant unterschiedlich ist -und bleibt.
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  • Kommentar von Urs Dupont (udupont)
    Obwohl die Lobbyisten im Hinblick auf das Manipulieren der Stimmbürger von irreführend von "fiktivem" Einkommen „Eigenmietwert“ redet, ist dieser sehr real und kann nicht abgeschafft werden, höchstens der Steuerrabatt von heute schon ungerechtfertigten 30 – 40% auf 100% erhöht werden um damit die Wohneigentümer gegenüber den Mietern noch mehr zu privilegieren. Noch schlimmer, es würde neu auch die „armen“ Wohneigentümer mit Hypothek gegenüber den „reichen“ ohne Hypothek massiv benachteiligen.
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