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Kompetenzen nutzen Programmierkurse für Flüchtlinge

Legende: Video «Die Idee»: Flüchtlinge für die IT-Branche abspielen. Laufzeit 4:45 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.11.2017.
  • Schweizer IT-Startups organisieren Programmierkurse für Flüchtlinge.
  • Die vorhandene Digital-Kompetenz von Flüchtlingen soll genutzt werden.
  • Der Verein «Powercoders» will damit den IT-Fachkräftemangel beheben.
  • Für das Bundesamt für Migration SEM ist dies ein Projekt von nationaler Bedeutung.
  • IT-Manager sprechen von einer klassischen Win-Win-Situation.

Marwa, Yoseph und Tsigereda teilen ein ähnliches Schicksal. Alle drei haben in ihren Heimatländern Syrien, Äthiopien und Eritrea eine Computer-Grundausbildung genossen und träumten von einer Zukunft in der IT-Welt. Doch wegen Kriegen, politischer Verfolgung und Unterdrückung sahen sie sich zur Flucht nach Europa gezwungen. Seit Anfang September besuchen sie zusammen mit rund 30 anderen Flüchtlingen aus Asien und Afrika in Zürich den IT-Kurs des privaten Vereins Powercoders. Hier können sie ihr Know How und ihr Talent anwenden, können sich weiterbilden und sich für die Ansprüche der Schweizer IT-Branche fit machen.

Eine klassische Win-Win-Situation

Der Zürcher Startup-Unternehmer Hannes Gassner ist Mitinitiant von «Powercoders». Er ist überzeugt, dass von diesen Kursen alle profitieren: Allen voran die Flüchtlinge selber, die gezielt gefördert werden, aber natürlich auch die Wirtschaft. «Powercoders ist zuallererst eine unternehmerische Initiative. Die rasant wachsende IT-Branche ist dringend auf inländische Fachkräfte angewiesen. Wir nutzen das grosse Potential, welches viele Flüchtlinge mitbringen, und vernetzen unsere Studenten mit interessierten Firmen. Eine klassische Win-Win-Situation», betont Gassner.

IT-Firmen docken an

Deutlich zum Ausdruck kam diese Win-Win-Situation kürzlich am sogenannten «career day»: Interessierte IT-Manager erhielten einen Tag lang die Möglichkeit, das Know-How der Powercoder-Flüchtlinge zu testen. Und sie zeigten sich begeistert: «Migros ist sehr beeindruckt von diesem Projekt, und wir beabsichtigen klar, mindestens eine Person aus diesem Kurs anzustellen», sagt Martina Bosshard von der Migros-Kommunikation. Und auch Aarno Aukia, der technische Leiter des Zürcher Software- und IT-Spezialisten VSHN AG schwärmt: «Die sprachlichen und technischen Voraussetzungen, die viele Flüchtlinge mitbringen, haben mich positiv überrascht. Wir hoffen sehr, dass wir aus diesem Kurs jemanden gewinnen können».

Projekt von nationaler Bedeutung

Der Leuchtturm-Charakter dieser Kurse für Flüchtlinge unterstreicht auch das Bundesamt für Migration SEM. Damit «Powercoders» in den nächsten drei Jahren auch in anderen Schweizer Städten durchgeführt werden kann, unterstützt das SEM den Verein mit insgesamt 450'000 Franken und spricht hier von einem «innovativen Pilotprojekt».

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8 Kommentare

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  • Kommentar von markus aenishaenslin (aenis)
    Als Sekundarschüler Niveau E wurde als Informatiker eine Durchschnittes Note 5 und besser verlangt. Eine Informatikschule vor Jahren auf Schulbasis ohne Lehrlingsplatz rund um die 20000 Fr. und mehr kostet. Dann muß man schon fragen, ob die Probanden mit ein wenig It-Kurs als Spezialisten durch gehen, während dem einheimischen Steckpferd in allem Bereichen die Meßlatte immer höher angelegt wird.
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  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Staatlich sozialistisches verordnetes Lohndumping gepaart mit positiver Diskriminierung, so könnte dies ein 45 jähriger oder älterer Schweizer ausgesteuerter oder arbeitsloser IT-Spezialist nennen. Das da Migros voll dabei ist, verwundert nicht. Übrigens junge Schweizer bezahlen für Ihr IT-Studium meist selbst. Die drei oben erwähnten Programmier werden dringend in Ihren Heimatländern gebraucht. Rechne: Mit Fr. 450'000.-- könnten nicht nur diese drei umgehend nach Hause fliegen
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Jobleuchttuerme nicht mehr nur fuer EU-Billiglohndoemper, sondern nun auch noch fuer Fluechtlings-Billigstlohndoemper. Dafuer wirds fuer junge und alte, ruiniert um ihre berufliche Existenz geprellte Schweizer Arbeitslose immer aschgrauer....
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