Zum Inhalt springen

Schweiz Komplizierte Politik: Jugendliche wissen nicht, wie wählen

Viele Jugendliche sind beim Wählen überfordert, wie eine Studie zeigt. Dennoch ist das Interesse an der Politik da. Mit einer Kampagne soll die Beteiligung der Jugendlichen an den Wahlen 2015 erhöht werden.

Blick in ein Wahllokal der Gesamterneurungswahlen im Kanton Zug vom Oktober 2014
Legende: Der Wille ist da, doch die Teilhabe fällt schwer: Viele Jugendliche finden sich im Polit-Dickicht nicht zurecht. Keystone

Viele Jugendliche in der Schweiz tun sich schwer mit der politischen Teilhabe – obwohl der grundsätzliche Wille dazu da ist. Dies zeigt eine Studie, die das Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag des Dachverbandes der Schweizer Jugendparlamente (DSJ) durchgeführt hat.

Eine Mehrheit der Befragten im Alter von 15 bis 21 Jahren war der Meinung, dass die politische Sprache zu kompliziert sei, die Kandidaten kaum bekannt und der Wahlakt generell zu schwierig.

56 Prozent der Befragten haben Mühe, einen Kandidaten zu finden, der die eigenen politischen Ansichten vertritt. Eine passende Partei zu finden, bezeichnen 49 Prozent als schwierig. 51 Prozent verstehen zudem nicht, worüber die Politiker sprechen.

Wählen als Bürgerpflicht

Dass Politik nichts für Jugendliche sei, bestritten jedoch 69 Prozent der Befragten. Eine Mehrheit sieht Wählen als Bürgerpflicht. Häufigster Auslöser für die Teilnahme an Wahlen oder Abstimmungen war das Gespräch mit den Eltern. Weit dahinter folgen Schule und Arbeitsplatz.

Das Gute an der «materiellen Überforderung» der Jugendlichen sei, dass sie – im Gegensatz zur fehlenden Motivation – relativ einfach zu bekämpfen sei, heisst es in der Mitteilung des DSJ. Um junge Erwachsener besser zu mobilisieren, schlägt der Verband vor, politische Gespräche zwischen Schülern und Politikern zu fördern.

Weiter soll das multimediale Informationsangebot über Wahlen ausgebaut werden. Und schliesslich müsse eine grosse nationale Kampagne bei Wahlen und Abstimmungen auf die Wichtigkeit und Folgen der politischen Beteiligung hinweisen.

Kampagne soll Wahlbeteiligung steigern

Gemäss der Studie kann eine Wahlbeteiligung von 40 Prozent bei den jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren angestrebt werden. Ohne eine Kampagne wären es bei den eidgenössischen Wahlen im Oktober 2015 nur 30 Prozent, warnen die Autoren.

Das Forschungsinstitut gfs.bern hat insgesamt 1309 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 15 und 21 Jahren aus allen drei Sprachregionen befragt.

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von R. Bachmann, Trubschachen
    Habt ihr eigentlich vergessen dass ihr auch mal Jugendliche wart und wie schwer es ist, seinen Platz in der Gemeinschaft zu finden? Ich bin bereits eine Urgrossmutter, interessiere mich für den Lauf der Welt, trotzdem weiss ich selten ob ja oder nein in die Urne einzulegen richtig ist. Manchmal gehe ich nicht an die Urne weil ich nicht einem neuen Gesetz zustimmen will, das ich in Zukunft schwer bereue. Ist mir schon passiert. Was die Jugend betrifft, die sind wegen Umbau geschlossen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von D. Schelbert, Kt ZG
    Ergänzungsleistungen werden von Mann und Frau bezogen wenn es im Alter nicht reicht. Da herrscht absolute Gleichstellung. Gemäss obigem Text müsste man davon ausgehen, dass mehr Frauen wie Männer solche Ergänzungsleistungen beantragen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Möglicherweise ist die Erwartungshaltung nserer verblödeten Jugendlichen, dass sie auf den Wahlzetteln jemanden "liken" können. Oder sie verwechseln Wahllisten mit einem ausgedruckten Tweet. Um ehrlich zu sein... ich möchte keine solchen Wähler beteiligt haben...!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen