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Schweiz Kosovare muss Schweiz verlassen

Raub, mehrfacher Diebstahl und weitere Delikte. Das hat ein Kosovare auf dem Kerbholz, den die Schweiz ausweisen wollte. Der Mann gelangte an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte – und unterlag.

Die Schweiz hat das Recht auf Privatleben mit der Ausweisung eines Kosovaren nicht verletzt, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschieden hat. Der Mann hatte mehrere Straftaten begangen und war zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt worden.

Der Kosovare war wegen Raubes, mehrfachen Diebstahls und weiteren Delikten von der Luzerner Justiz verurteilt worden. Er sollte nach der Verbüssung der Strafe aus der Schweiz ausgewiesen werden. Noch während der Haft heiratete er 2006 eine Schweizerin. Die Ehe wurde 2010 geschieden.

16 Jahre in Kosovo gelebt

Wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg im Urteil schreibt, ist das Recht des Mannes auf ein Privatleben nicht verletzt worden. Die Eheleute hätten bei ihrer Heirat gewusst, dass der Kosovare in seine Heimat zurückkehren muss.

Weil er die ersten 16 Jahre seines Lebens in Kosovo verbrachte, geht der Gerichtshof davon aus, dass sich der unterdessen 32-Jährige gut in seinem Herkunftsland wird zurecht finden können.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kohler, Thurgau
    Ich möchte wissen wer die Anwalts- und Gerichtskosten bezahlt!
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  • Kommentar von Andra Borlo, Bern
    Gut, dass nicht nur über EGMR-Urteile berichtet wird, wenn die Schweiz verurteilt wird. Denn das verzerrt die Wahrnehmung. Dank dem EGMR-Entscheid zu Hans Moor wird nun z.B. die Verjährungsfrist für Asbestopfer angepasst. Es sind keine fremden Richter, es sind UNSERE. Denn wir sind zum Glück Teil des Europarates, welcher mit der EMRK massgeblich zu Demokratie und Frieden in Europa beiträgt. Viele Schweizer sind sich leider nicht bewusst, wie kostbar aber auch zerbrechlich dieser Frieden ist.
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  • Kommentar von Charles Halbeisen, Bronschhofen
    Diejenigen, die unter extrem harten und unfairen Bedingungen Ihr Geld verdienen müssen hätten am ehesten Grund, von fehlenden Menschenrechten zu reden und vor dem Gerichtshof zu klagen. Es aber sind in der Regel nicht solche Leute, die klagen, sondern solche, die anderen Menschen durch krimenelles und asoziales Verhalten nur Schaden zufügen und auf dem Gerichtsweg versuchen, den Profit aus ihrem Schmarozertum weiter zu optimieren.
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