Zum Inhalt springen

Kosten der Volksinitiative Bundesrat sagt Nein zu Vaterschaftsurlaub

Legende: Video Bundesrat sagt Nein zu Vaterschaftsurlaub abspielen. Laufzeit 0:28 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.10.2017.
  • Der Bundesrat lehnt die Volksinitiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub ab.
  • Er argumentiert mit den hohen Kosten. Diese würden die Wirtschaft bremsen.
  • Er setzt dafür auf verbesserte ausserfamiliäre Betreuungsangebote für Kinder.
  • Die Initianten widersprechen dem Kostenargument und wittern andere Gründe.

Der Vaterschaftsurlaub würde nach Berechnungen des Bundes rund 420 Millionen Franken pro Jahr kosten. Das würde die Wirtschaft mit zusätzlichen Abgaben belasten und die Unternehmen vor grosse organisatorische Herausforderungen stellen, schreibt der Bundesrat. Ein solcher Urlaub solle in der Verantwortung der Arbeitgeber respektive der Sozialpartner bleiben.

Betreuungsangebote nicht nur nach der Geburt

Priorität hat für den Bundesrat der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote. Diese erleichterten Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit nicht nur nach der Geburt des Kindes, sondern auch während der Vorschul- und Schulzeit.

Die Volksinitiative «Für einen vernünftigen Vaterschaftsurlaub – zum Nutzen der ganzen Familie» wurde im Juni eingereicht. Dahinter stehen die Organisationen Travail.Suisse, männer.ch, Alliance F und Pro Familia Schweiz. Die Initiative sieht vor, dass der Vaterschaftsurlaub ebenso wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung finanziert wird und mindestens vier Wochen dauert.

Initianten werfen Bundesrat ideologische Gründe vor

In einer Reaktion auf den Entscheid werfen die Initianten dem Bundesrat vor, die Bedürfnisse der jungen Familien zu ignorieren. Ein Vaterschaftsurlaub sei mit geringem finanziellen Aufwand bezahlbar, schreiben sie. Offenbar dürfe ein solcher für den Bundesrat aber aus ideologischen Gründen nicht sein.

Die Initianten sind überzeugt, dass eine Bevölkerungsmehrheit ihr Anliegen unterstützt. Im Parlament waren Vorstösse in diese Richtung jedoch bisher chancenlos. Letztes Jahr scheiterte eine parlamentarische Initiative für einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Im März wurde ein Vorstoss für eine bezahlte Elternzeit abgelehnt. Das Eidgenössische Departement des Innern legt nun dem Bundesrat bis Mitte 2018 einen Botschaftsentwurf zur Ablehnung der Initiative vor.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

80 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von David Rothen (EinLinkerundmehr)
    Berset, Sommaruga und Leuthard wollten den Vorschlag annehmen oder dem Volk einen Gegenvorschlag unterbreiten. Die bürgerliche Mehrheit (Maurer, Schneider-Amman, Burkhalter, Parmelin) schlug dies ab.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Blatter (blatti)
    Genau das wäre Nachhaltigkeit, aber nein man gibt lieber 1Milliarde aus für Olympia, das wiederum ist so Krank das sogar nicht mal mehr die Kranken Krankenkassen mithalten....? Ich bin gerne Schweizer aber manchmal frage ich mich schon was dieser S....... soll!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      W.B. nein die Olympia brauchen wir nicht,denn diese Erfahrungen machten einige Länder,was ihnen als Nachhaltigkeit zurück blieb (Schulden).Vielleicht sollte man die Sozialleistungen im allgemeinen überprüfen,um festzustellen weshalb K.K. Prämien steigen.Denke jedoch, dass ein Vaterschaftsurlaub keine grosse Nachhaltigkeit bringt.Die Unterstützung der Mütter kann man pflegen,in dem man wirklich sich um die Kinder kümmert.Wenn sie grösser sind,mit ihnen Spiele macht, Bastelt, Guezli backen usw.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      Sich Zeit nehmen wenn sie grösser sind mit ihnen Gespräche führen, gewisse Probleme miteinander ausdiskutieren,dies braucht sehr viel Zeit, jedoch lohnt es sich und ist nachhaltig.Die Kinder lernen so sich auszutauschen mit unterschiedlichen Meinungen,die es oft auch in Familien gibt.Heute ist diese Hektik jedoch ein Problem,teilweise ist dies selbst verschuldet durch den Freizeitstress der hinzu kommt. Kinder haben und erziehen, fängt an bei der Geburt und hört bis sie erwachsen sind nicht auf.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Willy Gruen (wgruen)
    Ich finde es unerhöhrt, dass der Bundesrat dem Volk diesen kleinen Fortschritt verwehren will, wobei es um das wichtigste geht, was wir Menschen auf der Welt haben, nämlich den sozialen Bezug zu den Eltern gleich nach der Geburt aufzubauen. Waren eigentlich alle sieben 'Weisen' dagegen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von kurt trionfini (kt)
      Herr Gruen- Nicht alle. Nur Maurer SVP, Parmelin SVP, Schneider Amman FDP, Burkhalter FDP. (Quelle: "Bund"; 19.10.17)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen