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Krawalle in St. Gallen
Aus Tagesschau vom 03.04.2021.
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Krawallnacht in der Ostschweiz St. Gallen: Die Zuschauenden wurden Teil der Strassenschlacht

Die Stimmung auf dem Roten Platz in St. Gallen war am Freitagabend von Anfang an angespannt. Über 1000 junge Erwachsene versammelten sich gegen 20 Uhr, um lautstark gegen die Corona-Massnahmen zu protestieren. Zumindest vordergründig.

Denn in den Sozialen Medien wurde schon Tage zuvor zu Gewalt aufgerufen. Gegen 22 Uhr eskalierte die Situation. Einige wenige zündeten Böllerschüsse, bewarfen die Polizisten mit Pflastersteinen, Brandbomben und Bauabschrankungen.

Angestachelt wurden sie dabei von den jungen Erwachsenen, die «All Cops are Bastards» skandierten. Die Polizei antwortete mit Gummischrot, worauf sich die ganze Menschenmenge vom Roten Platz weg durch die St. Galler Innenstadt bewegte, um sich später wieder auf dem Roten Platz zu besammeln. Die Randalierer beschädigten wahllos Schaufenster, während viele junge Erwachsene die Situation mit dem Handy filmten, Selfies schossen und regelmässig die Liveberichterstattung der Online-Medien verfolgten.

Zuschauende Teil der Strassenschlacht

Bereits vergangene Woche gab es in St. Gallen solche Ausschreitungen, die einen Sachschaden von weit über hunderttausend Franken anrichteten. Vergleiche mit anderen Ausschreitungen und Krawallen lassen sich nicht ziehen. Bei Fussballspielen beispielsweise gehen die Ausschreitungen von einigen wenigen Hooligans aus, während die Mehrheit unbeteiligt bleibt. Bei den Krawallen von gestern Nacht waren die vielen Zuschauenden Teil der Strassenschlacht.

Auffallend: Gegen Mitternacht löste sich ein grosser Teil der Menschenmenge auf. Viele zogen Richtung Hauptbahnhof, um dort den letzten Zug zu nehmen. Denn nicht wenige sind aus anderen Schweizer Städten nach St. Gallen angereist, um «Party» zu machen – womit nicht ein Fest gemeint ist, sondern die Aufforderung zu Gewalt, wie sie etwa auf dem Messenger-Dienst «Telegram» verbreitet wurden.

Michael Breu

Michael Breu

Ostschweiz-Korrespondent

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Michael Breu ist Ostschweiz-Korrespondent von Radio SRF. Zuvor arbeitete er für die Sendungen «Regionaljournal» und für «Regional-Diagonal».

SRF 4 News, 3.4.2021, 11 Uhr

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74 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Güdel  (nur Mut!)
    Ja, in Anbetracht dieser Bilder mag es erstaunen, dass bei der Demo in Liestal mit 11830 Teilnhemern (so laut Polizeiinsider) nur ganz wenig bis eigentlich keine Gewalt zu verzeichnen war. Aber was leitet unser "Qualitätsmedium" SRF daraus ab? Ja genau: die Massnahmenkritiker agieren "Zunehmend aggressiv – in Wort und Tat"...
    Schaut heute nach Stuttgart! Viele, viele Teilnehmer und praktisch keine Gewalt! Mal schauen, was SRF uns heute Abend darüber berichten wird...
    1. Antwort von Conny Hasler  (conhas)
      die Demonstranten haben sich nicht an die Massnahemn gehalten und wieweit sich dies auf die aktuellen Fallzahlen ausgewirkt hat,kann ich nicht beurteilen.Aber dass dies ein Thema schon ist,sollte ja auch für Sie klar sein.Inwieweit Rechtsradikale mitlaufen,ist im Moment noch nicht so klar.Anhand des Gedankenguts,das an den Anti Corona Demos verbreitet wird,sollte zukünftig ein grösserer Focus auf diese Demos gelegt werden.Und übrigens gibt es ganz viele Demos,wo friedlich demonstriert wird
    2. Antwort von Werner Gerber  (1Berliner)
      Herr Gündel an einer Massenveranstaltung teilzunehmen ohne AHA ist bereits nicht friedlich, sondern eine Form von Gewalt, auch verbale Polemiken wie „Qualitätsmedien“ sind nicht strafbar, vergiften aber den Dialog.
  • Kommentar von Paul Hänger  (basilea@gmx.de)
    Mitgegangen - mitgefangen. Wer da einfach nur etwas zuschauen geht oder nur geile Szenen filmen will mit seinem Handy, gehört genauso bestraft wie die Täter. Die Behörden sollen lokale Ausgangsverbote aussprechen nach solchen Vorkomnissen. 1 Woche 18-06 Uhr und bei Wiederholung 2 Wochen.
    1. Antwort von Sascha Ehring  (MountainmanSG)
      Dann brennen bald Autos, keine Velos... Deeskalation ist die Lösung
  • Kommentar von Esther Jordi  (ejejej)
    In den sozialen Medien wird zu Gewalt aufgerufen (wobei mit Gewaltaufrufen der Begriff "sozial" schon ad absurdum geführt ist).
    Szenario 1: Die Polizei macht nichts, weil ja ihr Eingreifen die Gewalt erst recht eskalieren lassen könnte.
    Szenario 2: Die Polizei ist entsprechend vorbereitet und versucht, Gewalt und Zerstörung zu unterbinden.
    Reaktionen auf beide Szenarien: Die Polizei ist unfähig.
    Toller Job, oder?
    1. Antwort von Christoph Meyer  (Anavrin)
      Die würden bestimmt auch lieber bei ihren Familien und ihren Liebsten sein, statt sich mit diesem Mob abzumühen. Vielen Dank allen Einsatzkräften!