Krebsmedizin: Aufstand der Onkologen

Onkologen aus der ganzen Schweiz wehren sich gegen Pläne der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), die Strategie zur Behandlung seltener Krebsarten neu zu organisieren. Sie sind heute bei der GDK mit einer Petition vorstellig geworden.

Operationsszene

Bildlegende: In welche Richtung es mit der Krebsmedizin gehen soll, da sind sich die Parteien uneinig. Keystone

Wie in anderen medizinischen Disziplinen sollen auch in der Onkologie künftig Kompetenzzentren entstehen. So steht es in einem Bericht des Fachorgans der interkantonalen Vereinbarung zur hochspezialisierten Medizin (HSM). In Zukunft sollen nur noch sieben Spitäler die Behandlungsstrategie bei seltenen Krebsarten bestimmen. Spezialisten dieser Spitäler würden demnach die Planung der Behandlung und Therapieschritte koordinieren.

Wie «10vor10» berichtet, haben Onkologen aus der ganzen Schweiz heute bei der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) eine Petition gegen die Zentralisierungspläne eingereicht. Sie kritisieren, die Zentralisierung greife massiv in die ambulante Versorgung von Krebspatienten ein.

Gegenteilige Meinungen

Gemäss Petitionär und Onkologe Thomas von Briel haben 2‘000 Ärzte die Petition unterschrieben. Unterzeichnet hätten auch rund zwei Drittel der 300 in der Schweiz praktizierenden Onkologen. «Der Wiederstand gegen die Zentralisierungspläne ist gross, auch von Seiten der öffentlichen Spitäler», sagt Onkologe von Briel, der am Onkozentrum der privaten Hirslandenklinik praktiziert. «Die Krebsmedizin in der Schweiz funktioniert heute bereits hervorragend. Es ist nicht nötig, schwerkranke Patienten zu zwingen, sich in einem Zentrum abklären zu lassen».

Gegenteile Meinung äussert im «10vor10»-Bericht Intensivmediziner Peter Suter, welcher das Fachorgan zur hochspezialisierten Medizin der GDK präsidiert. «Die Zentralisierung macht aus Sicht des Patienten durchaus Sinn. Der schwerkranke Patient will von Spezialisieren profitieren. Dafür muss man die Kompetenzen zentralisieren».