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Schweiz Kriminalstatistik mit «Nationen-Ranking» gibt neue Einblicke

Erstmals hat das Bundesamt für Statistik detaillierte Zahlen geliefert, welche Nationalitäten sich in der Schweiz wie oft strafbar machen. Dabei zeigt sich: Das Klischee von den rumänischen Kriminaltouristen ist zum Beispiel kein Klischee.

Ein maskierter Mann macht sich an einem Autoschloss zu schaffen, fotografiert via Seitenspiegel des Autos
Legende: BFS: Die Zahl der Verurteilungen von Ausländern ist innert 10 Jahren um 44 Prozent gestiegen. Keystone

Unter den Ausländern, die erst kurz hier sind oder die als Kriminaltouristen in die Schweiz kommen, stehen die Rumänen im Jahr 2014 mit über 1800 verurteilten Personen für ein Vergehen oder ein Verbrechen an der Spitze der Statistik.

Das sind mehr Verurteilte als aus allen nordafrikanischen Staaten zusammen. Nach ihnen kommen – immer in absoluten Zahlen – die Franzosen. Zu einem grossen Teil sind das vermutlich in Frankreich eingebürgerte Nordafrikaner, danach kommen die Westafrikaner.

Ansässige Westafrikaner überdurchschnittlich betroffen

Schaut man die viel grössere Bevölkerungsgruppe an, die schon länger hier ist, also Ausländerinnen und Ausländer mit B und C-Ausweis, so schlüsselt das Bundesamt für die Statistik (BFS) neu auch auf, wie viele Menschen im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil verurteilt wurden.

Von 1000 Schweizern – die männliche Form ist hier angebracht, denn die Männer werden ungleich häufiger verurteilt als die Frauen – zwischen 18 und 29 Jahren wurden knapp zehn verurteilt im Jahr 2014. Bei den jungen Männern aus dem ehemaligen Jugoslawien waren es mit etwa 25 deutlich mehr. Sie liegen aber bei weitem nicht an der Spitze. Bei den Brasilianern etwa waren es 36 von 1000 jungen Männern und bei den Westafrikanern gar 84.

Umgekehrt zeichnen sich etwa die jungen Männer aus den USA oder Grossbritannien durch eine extrem tiefe Verurteilungsrate aus – fünfmal weniger als bei den Schweizern.

Zahl der verurteilten erwachsene Ausländer markant gestiegen

Insgesamt ist die Verurteilungsrate bei den Ausländern deutlich höher als bei den Schweizern. Das war schon vor zehn Jahren so, hat sich aber nochmals akzentuiert. Die Zahl der Verurteilungen bei den Ausländern ist in dieser Zeit um 44 Prozent gestiegen, bei den Schweizern um nur fünf Prozent.

Die gute Nachricht dagegen betrifft die ausländischen Jugendlichen mit B oder C-Ausweis. Jugendliche also, die sich nach und nach in der Schweiz integrieren. Bei ihnen ist die Zahl der Verurteilungen in den letzten zehn Jahren um 40 Prozent zurückgegangen.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Diese Statistik sagt nichts mehr aus als wir stehts angenommen haben..und irgendwie logisch ist..
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  • Kommentar von Willy Gruen (wgruen)
    Diese Zahlen haben nicht den geringsten Aussagewert. Wenn 1.800 Rumänen wegen 'Vergehen oder Verbrechen' bestraft wurden, dann weiss man nichts darüber, welche Taten effektiv begangen wurden. Wenn Bettelei darunter fällt, dann wundert einen hier nichts mehr. Und dann: "Zu einem grossen Teil sind das vermutlich in Frankreich eingebürgerte Nordafrikaner"... wird in dem Artikel informiert oder einfach nur mal so herumspekuliert?
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Eine Statistik nach Verurteilung Nationalität/pro Kopf ist wenig aussagekräftig. Interessant wird erst eine Einteilung nach Verbrechens-Kategorien (leicht, mittel, schwer). Wichtig wäre in diesem Zusammenhang auch die Aufklärungsquote. Und die niedrige Kriminal-Quote der US-Amerikaner und Briten dürfte wohl daran liegen, dass diese Nationalitäten in der Schweiz weniger vertreten sind, deren Statistik dann sich nicht Mittelwerten annähert ( 10 von 1000 = 1%,2 von 10 = 20 %, keiner von 10 = 0 )
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Sie wurde ermittelt wie viele Personen pro 1000 Einwohnern mit jeweils derselben Nationalität verurteilt und ins Strafregister eingetragen wurden. Aber auch das ist verzerrend und trifft nicht die "Wahrheit". Z.B. ist die rumänische Community sehr klein, wegen den rumänischen Kriminaltouristen führen sie in der Statistik. Übrigens, die AfD hat in Thüringen dazu eine kleine Anfrage gemacht; auf You Tube unter: "Pressekonferenz: Thema Kriminalität in Flüchtligsheimen"
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