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Spendenbilanz 2016 Krise auf Krise – und trotzdem weniger Spenden

Krieg in Syrien und Flüchtlingselend an Europas Grenzen: 2016 bleibt als Krisenjahr in Erinnerung. Die Spendebereitschaft der Schweizer war gewohnt gross – doch trotzdem bangen die Hilfswerke um wichtige Einnahmen.

Legende: Audio Spendenbilanz 2016: Sorgenfalten bei den Hilfswerken abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
01:36 min, aus HeuteMorgen vom 29.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Trotz anhaltender Krisen erwarten Hilfswerke 2016 keinen Spendenrekord.
  • Im Gegenteil: Sie bangen um wichtige Einnahmen.
  • Denn Stiftungen als wichtige Geldgeber leiden unter der schwierigen Lage an den Finanzmärkten.

Letztes Jahr bebte die Erde in Nepal. Die Schweizer Bevölkerung war erschüttert und wollte helfen. 2015 wurde zum Spende-Rekordjahr. Dieses Jahr sei das anders, sagt Martina Ziegerer von der Stiftung Zewo, der Zertifizierungsstelle für Hilfswerke: «Grosse Naturkatastrophen sind etwa Ereignisse, die ausserordentliche Spenden auslösen – dieses Jahr hatten sie aber nicht Ausmasse, wie in früheren Jahren.»

Kein neuer Spendenrekord also dieses Jahr – weil Naturkatastrophen als Einzelereignisse mehr Menschen zum Spenden bringen als Kriege wie in Syrien. Die Spendenbereitschaft der privaten Schweizer Haushalte bleibe insgesamt aber gross, heisst es bei angefragten Hilfswerken.

Einige Stiftungen konnten uns gar kein Geld mehr geben.
Autor: Matthias HerfeldtHelvetas

Sorgen bereiten ihnen spürbare Einbussen bei den Spenden, die von wohltätigen Stiftungen, etwa Familienstiftungen, kommen. Grund ist die Entwicklung auf den Finanzmärkten: Die Stiftungen haben ihr Kapital angelegt und spenden den Ertrag, den das Geld abwirft. Zurzeit aber gibt es kaum mehr Renditen auf den Finanzmärkten.

Privatspenden werden wichtiger

Das werde zum Problem, sagt Matthias Herfeldt vom Hilfswerk Helvetas: «Die Stiftungen machen etwa einen Drittel unserer Gesamteinnahmen aus. Dieses Jahr hatten wir einige Stiftungen, die uns nur kleinere oder gar keine Beiträge mehr geben konnten.»

Helvetas kann diese Einbussen zurzeit mit einem Plus bei Spenden von Privaten auffangen – und steht somit vergleichsweise gut da. Andere Hilfswerke rechnen dieses Jahr mit einem leichten Rückgang bei den Spendeneinnahmen.

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42 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Die Menschen spenden nicht gerne für die Folgen eines Krieges, der nicht enden will. Der Grund ist, dass viele Menschen das Gefühl haben, dass ein Krieg von Menschen gemacht ist und nicht eine Folge von nicht beeinflussbaren Naturkatastrophen. Somit sollten die Menschen eine Krieg erst beenden, damit die Spendenfreudigkeit wieder zunimmt.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (Brücken- statt Mauerbau!)
    Einige hier buchen wohl ihre Ferien über Neckermann und prahlen dann mit umgehängtem Fotoapparat, weissen Socken in Adiletten und Muskel-T-Shirt in den armen Ländern, was für tolle Hechte wir CH doch sind und wie viel wir doch verdienen würden. Ich habe zu viele solcher Touristen erlebt,welche mit ihrer kopflosen Prahlerei die Begehrlichkeiten der Migration erst ermöglich haben. Lange bevor sich die Massen in Bewegung setzten. Spenden wäre ein Weg,die eigenen Fehler etwas gut zu machen!
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Und einige buchen eine Überfahrt von ca. CHF 3-5'000 auf einem Seelenverkäufer um ins vermeintlich gelobte Land gelangen zu können. Schauen Sie sich mal das Bild da oben an und zählen Sie all diese Menschen. Da kommt ein happiger Betrag zusammen, wohlverstanden für diese Schlepper & Schleuser. - Fast wie ein Menschenhandel mit perfekten Begleitstrukturen hat sich da entwickelt. Es scheint recht lukrativ zu sein sich an diesem dubiosen Geschäft zu engagieren.
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  • Kommentar von A. Moser (AM)
    Hilfsorganisationen waren mal was gutes: In unzähligen Stunden Freiwilligenarbeit wurde gutes getan und den ärmsten der Armen geholfen! Doch dann kamen ein paar "findige Politiker" und setzten sich für diese Hilfsorganistaionen ein. Damit bekamen sie Stimmen - und die Hilfswerke Gelder! Doch solche Leute wollen natürlich auch Geld sehen - und so wurde aus den Hilfswerken immer mehr ein "Selbstbedienungsladen" der Sozialindustrie - finanziert mit Spenden!
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