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Schweiz Kündigungen in der Luftwaffe – Armee korrigiert Sparmassnahmen

Die Armee hat bereits beschlossene Sparmassnahmen für die Luftwaffe mehrheitlich rückgängig gemacht. Die Krisensitzung mit Vertretern des Verteidigungsdepartements dauerte zwei Stunden.

Legende: Video Dicke Luft in der Schweizer Luftwaffe abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.05.2013.

Grund dafür:  In der Schweizer Luftwaffe rumorte es zuletzt gewaltig. Die Jetpiloten der Armee waren unzufrieden, weil sie aus Spargründen weniger Trainings-Flüge absolvieren können als früher. Mehrere Piloten sprachen von einem Sicherheitsrisiko. Drei Piloten haben unlängst den Dienst quittiert und gekündigt. Mehrere Piloten sind auf dem Absprung.

Zur heutigen Krisensitzung in Bern wurde auch der frühere Luftwaffen- und Armeechef Christophe Keckeis eingeladen. Gegenüber der  «Tagesschau»  des Schweizer Fernsehens kritisierte er kurz vor der Sitzung die Sparmassnahmen in der Luftwaffe als Sicherheitsrisiko: «Ich habe Sparübungen in der Armee hinter mir. Seit Jahren wird rigoros gespart in diesem Bereich. Und irgendwann erreicht man den tiefsten Punkt, wo man allenfalls Fehler machen könnte.»

Zur Krisensitzung waren nebst einem Gesandten des Bundesrats auch die aktuellen Armeespitzen, Armeechef André Blattmann und Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg, erschienen.

Armeechef Blattmann hatte die Sparmassnahmen im letzten Jahr beschlossen. Er hat die Flugstunden für F/A 18 Piloten von 6000 im Jahr 2012 auf 5000 Trainingsstunden im Jahr 2013 gekürzt. Nach heftigen Reaktionen wurde das Kontingent von 5000 auf 5400 Flugstunden angehoben. Für viele Piloten war das aber immer noch deutlich zu wenig, was Kündigungen zur Folge hatte.

Wieder mehr Flugstunden

Nun haben die Armeespitzen in Absprache mit dem VBS die Anzahl Flugstunden für die Jetpiloten der Luftwaffe wieder angehoben. Genaue Zahlen gab die Armee nicht bekannt. Gemäss Recherchen von SRF, RTS und RSI sollen die F/A 18 Piloten nun etwa gleich viele Flugstunden zur Verfügung haben wie noch im Jahr 2012.

 F/A 18-Flugzeug in der Luft.
Legende: Die Flugstunden für F/A 18-Piloten wurden wurden von 5000 auf 5400 angehoben. Keystone

Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg sprach in der «Tagesschau» von einem wichtigen Entscheid und einer sehr guten Lösung:  «Ich kann allen versichern, die Stimmung wird sich verbessern. Die Luftwaffe wird so auch weiterhin absolut sicher operieren können.»

Die heute beschlossenen Massnahmen gelten ab sofort. Damit soll in der Schweizer Luftwaffe schnellstmöglich wieder Ruhe einkehren.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Ryser, Kehrsatz
    Ich verstehe diesen ganzen Aufstand nicht! Das ist doch ein Problem, dass sich von selbst löst: Es gibt weniger Flugstunden. Deshalb kündigen einige Piloten. Das heisst es gibt weniger Piloten für weniger Flugstunden. Sprich es gibt für die Piloten die bleiben gleich viele Flugstunden! Dazu gibt es weniger Lärm und weniger Verpuffung von CO2 und anderen Schadstoffen! Alles in allem, wäre dies also eigentlich einmal ein guter Entscheid der Armee. Schade, wurde er rückgängig gemacht!
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    1. Antwort von M. Keller, Thurgau
      Sehen Sie's von dieser Seite: irgendwann gibt es einen Pilot, der 1 Stunde pro Jahr fliegen darf - denn das wird passieren, wenn man nicht schleunigst umdenkt. Auf der anderen Seite gibt es ganze Parteien (meist Links-Orientierte), welche den VBS-BR, der Armee-Führung und der Luftwaffe (inkl. Piloten die nicht starten DÜRFEN) anprangern, weil jene keine 24/7-Bereitschaft aufrecht halten kann... Als Lösung streicht man nochmals Mittel (und damit Flugstunden)...
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Martin Ryser: Ihr Kommentar zeigt eindeutig, dass Sie von der Militäraviatik nicht allzuviel verstehen, sonst würden Sie ganz anders schreiben. Es bringt auch nichts, Ihnen die darauf eine tiefergehende Antwort zu geben, da es den Rahmen von 500 Zeichen sprengt.
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  • Kommentar von Michael Leicht, Zürich-Albisrieden
    Christoph Blocher, SVP hat in Armee-Fragen immer Recht! Dr. phil. Michael Leicht, MA/DEA, BDP-Sympathisant.
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Es kommt doch nicht darauf an wer Recht hat oder nicht Recht haben kann. Es kommt darauf an ob diese Armee noch glaubwürdig, den verfassungsmässigen Auftrag erfüllen kann. Dies ist heute leider nicht mehr der Fall. Die Gesellschaft will die Lasten, die damit verbunden sind nicht mehr tragen. Damit ist die Sache eigentlich gelaufen. Nur wenn die Bevölkerung noch loyal hinter der Armee (und umgekehrt) steht, kann man glaubwürdig sein. Philosophieren Sie mal in diese Richtung gehend !
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    2. Antwort von M. Keller, Thurgau
      @H. Haller: wollen die CHer die Armee-Kosten nicht mehr tragen? Oder ist einfach die Ausgaben-Verteilung des Bundes so unausgeglichen und Auslands-lastig, das die CHer für alles "es isch gnueg Heu dune" rufen? Zuviel Geld geht in's Ausland - ohne das die CHer etwas davon haben. Die Armee hat durch Aufträge immer die CH mitfinanziert, gute Ausrüstung kam AdA (also CHer) zugute, usw. Budgets: IWF hat >60Mrd, Entwicklungshilfe >100Mrd Fr/Jahr. Relation: das VBS 4Mrd/J, AHV/IV ges. 3Mrd Schulden
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    3. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr M.Keller aus Thurgau: Es geht nicht nur ums Geld allein. Sicher die Mia die ins Ausland fliessen könnte man auch einschränken. Es geht bei der Armee aber vor allem auch darum, dass diese Armee wieder von der Gesellschaft getragen und unterstützt wird. Dem ist leider nicht mehr so. Ein Verhältnis zwischen Gesellschaft & Armee ohne Loyalität ist ein Horror, ist sinnlos und jenseits von Eden.
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    4. Antwort von Michael Leicht, Zürich-Albisrieden
      Mein Schweiz-Weltbild findet man auf meinem Blog: http://www.evolutionaerespiritualitaet.blogspot.ch/2012/12/zur-zeit-der-weimarer-klassik-um-1800.html
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    5. Antwort von M. Keller, Thurgau
      H. Haller: sicher, die Gesellschaft muss die Armee mittragen. Aber wer trägt sie denn? Die Milizsoldaten. Und die bekommen momentan "Beschäftigungstherapie" - weil Übungen zu teuer sind. Schlechte Ausrüstung. Den HASS der Medien und linken Parteien...Die "Alten AdA's" sehen nur noch die totgesparte Armee... Vgl. Feuerwehr: zahlen Sie für ein 80 Jahre alten Jeep m. Feuerlöschern steuern, oder für das neue Löschfahrzeug das Brände gelöscht bekommt?
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  • Kommentar von Hans Haller, Kölliken
    Angesichts der Mängel in der ganzen Armee, sollten wir nun wirklich die Gretchenfrage neu diskutieren. Fest steht, mit dieser Armee von heute kann man wirklich nicht mehr glaubwürdig sein. Als Alternative bleibt uns eigentlich nur noch die Abschaffung der Armee übrig. - Rohne sanft, politisch durchs Parlament und Regierung und Gesellschaft zu Tode gespart.
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    1. Antwort von E.Wagner, Zug
      Hr. Haller sonst bin ich fast immer der Gleichermeinung mit ihnen, Jedoch hier bin ich nicht so sicher, dass wir keine Armee mehr brauchen, Vielleicht brauchen wir sie schneller als wir es wünschen, wenn in der EU die unzufriedenen Bürger anfangen sich zu wehren.
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    2. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      Herr E.Wagner, Zug: Sicher brauchen wir eine Armee, die für die Landesverteidigung möglichst autark und glaubwürdig sein kann. Nur hierfür bedarf es auch all jener Leute (Politik, Gesellschaft, Wirtschaft), die loyal dahinter stehen. - Leider ist dem aber heute gar nicht mehr so. Eine Armee, die nur noch so tut als wäre sie eine glaubwürdige Armee, brauchen wir nicht. Damit kann man nur noch Unfug machen, mehr nicht! - Also stellt jetzt die Gretchenfrage JA oder NEIN !
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