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Offiziere und Grenzwächter Künftig bis 65 an der Front?

Die Gewerkschaften warnen vor der Abschaffung des Rentenprivilegs. Posten für ältere Offiziere zu schaffen, käme teuer.

Legende: Audio «Man müsste ein neues Berufsbild kreieren» abspielen. Laufzeit 01:45 Minuten.
01:45 min, aus HeuteMorgen vom 15.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gewerkschaften wehren sich gegen die Anhebung des Rentenalters für Berufsmilitärs und Grenzwächter.
  • Offiziere bis 65 an der Front einsetzen zu wollen, sei unmöglich und im administrativen Bereich gebe es zu wenig Stellen.
  • Sie warnen, der Entscheid käme den Bund teuer zu stehen, denn es müssten neue Berufsfelder geschaffen werden.
  • Der Bundesrat beschloss Ende Juni, das Rentenalter für Berufsmilitärs und Grenzwächter von 60 auf 65 zu erhöhen.

Der Bundesrat will das Privileg der vorzeitigen Pensionierungen abschaffen. Es sei eine gesellschaftliche Realität, dass länger gearbeitet werde. Das gelte auch für Berufe, die besondere gesundheitliche oder sicherheitstechnische Anforderungen mit sich brächten – also auch für Grenzwächter und Berufssoldaten.

Zu wenig Posten für ältere Offiziere

Bis 65 an einem Grenzübergang zu stehen und dabei flink, wach und einsatzbereit zu bleiben, sei eine Illusion, sagt Beat Grossrieder von der Gewerkschaft Swiss Persona.

Aber es gebe zu wenig Posten, an denen ältere Leute eingesetzt werden könnten – «für uns ist das ein grosses Problem.» Das Grenzwachtkorps sei schon so stark zusammengespart worden, dass es keine Stellen mehr im administrativen Bereich gebe.

Bei Polizei gilt Rentenalter 65

Doch Anand Jagtap vom eidgenössischen Personalamt betont, auch bei den kantonalen Polizeicorps sei das Rücktrittsalter erhöht worden, deshalb müsse das auch für das Militärpersonal oder Grenzwächter möglich sei.

Das könne man nicht vergleichen, entgegnet Grossrieder. Bei der Polizei gebe es Aufgaben im administrativen Bereich, die ab 60 gut zu leisten seien. Doch auch bei der Polizei sei die Erhöhung des Rentenalters schlecht, betont Grossenrieder weiter.

Neue Posten nötig

Wolle der Bund das Rentenalter beim Militär und der Grenzwache erhöhen, müssten erst die gesamten Laufbahnen neu organisiert werden, sagt der Gewerkschafter.

«Man müsste ein neues Berufsbild kreieren, um Platz für Leute zu schaffen, die nicht mehr direkt an der Front eingesetzt werden können.» Und das würde zu Mehrkosten führen, wie Grossrieder warnt.

Konkrete Vorschläge nächsten Frühling

Dem Bund ist bewusst, dass die Berufsbilder angepasst werden müssen, wenn das Rentenalter steigt. Ob und wie der Grundsatzentscheid umgesetzt werden kann, wird nun in den betroffenen Departementen evaluiert. Bis Mitte 2018 will es einen Vorschlag vorlegen.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Ja und? Und die Arbeiter der Strassenreinigung, Müllabfuhr oder solche im Bauwesen? Die dürfen dann unter grösster körperlicher Belastung ruhig bis 65 arbeiten? Ich finde dieses Geschrei nur dreist!
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    1. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      Die Bauarbeiter werden schon einige Jahre mit 60 pansioniert. Von den Haltern bemotzt, aber ihnen schliesslich abgetrotzt. Anstatt die weitere Entrechtung und Enteignung der entbeamteten Staatsheloten zu beklatschen, wuerden die Privaten lieber dafuer sorgen, auch die Privatwirtschaft zu rehumanisieren. Sonst lachen sich mit dem "Teile und Herrsche" die Profiteure der Neofeudalisierung der Lohnsklaverei einen Schranz in den Ranzen....
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    DiplomatenInnen müssen nicht bis 65 arbeiten? Das ist ja ne absolute Frechheit! Bei der Polizei heisst es immer, zu viel Administratives zu tun ... also können GrenzwächterInnen die letzten 5 Jahre einfach diese Arbeit übernehmen und arbeiten wie alle anderen.
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  • Kommentar von Adrian Venner (Adrian_Venner)
    Wenn das Rentenalter angehoben wird, muss auch die geleistete Überzeit erfasst und abgegolten werden. Es handelt sich nicht um ein Rentenprivileg, sondern um einen Ausgleich für massive Mehrfarbeit, die durch den Arbeitgeber nie abgegolten wurde. Der Bund hat 30-40 Jahre von der Arbeitsleistung dieser Frauen und Männer provitiert und will nun auf Kosten dieser Arbeitnehmer Geld sparen... Auf Kosten der Arbeitnehmer, Geld zu sparen ist unsozial und eine Schande für die reiche Schweiz!
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