Labor bestätigt: Rossfleisch in der Coop-Lasagne

Die Schweiz ist doch vom Pferdefleisch-Skandal betroffen. Die von Coop bereits zurückgezogene «Lasagne verdi alla bolognese» enthält Anteile von Rossfleisch, wie Labortests zeigen. Zum Verhältnis Rind-/Pferdefleisch macht der Grossverteiler noch keine Angaben.

Lasagne von Coop (ccop.ch)

Bildlegende: Die inzwischen zurückgezogene Lasagne von Coop - in ihr ist Pferdefleisch enthalten, weiss man nun. coop.ch

Der europaweite Lebensmittelskandal um falsch deklarierte Lasagne-Produkte weitet sich nun doch auf die Schweiz aus. Labortests belegen, dass eine von Coop Anfang Woche zurückgezogene Tiefkühllasagne nicht nur Rind-, sondern auch Pferdefleisch enthält.

Coop machte auf Anfrage vorerst keine weiteren Angaben, etwa zum Pferdefleisch-Anteil in dem Produkt. Bekannt ist, dass das Fleisch für die Lasagne des Coop-Labels Qualité & Prix von der französischen Firma Comigel stammt. Diese ist auch in den Pferdefleisch-Skandal in Grossbritannien involviert.

Geld zurück

Die Kundschaft kann die betroffene «Lasagne verdi alla bolognese» in jedem Coop-Supermarkt zurückgeben. Der Preis werde zurückerstattet, teilte Coop am Mittwoch auf der Webseite weiter mit.

In den aktuellen Pferdefleisch-Skandal sind nach jetzigem Wissensstand rumänische Schlachthöfe, die französische Comigel und ihre luxemburgische Niederlassung involviert. Comigel soll beim südfranzösischen Pferdefleisch-Lieferanten Spanghero eingekauft haben.

BAG: Schweiz ist keine Insel

Noch am Dienstag hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) vorerst Entwarnung gegeben und erklärt, in der Schweiz seien bisher keine solchen Lieferungen auf den Markt gelangt.

Michael Beer von der BAG-Abteilung Lebensmittelsicherheit bedauerte die neueste Entwicklung. Überrascht sei er aber nicht, sagte er gegenüber SRF.

Das Bundesamt sei schon länger in Kontakt mit den Kantonen und der Industrie. Man habe aufgrund von Informationen aus Europa überprüft, wo in der Schweiz Problemfälle auftauchen könnten. Der Fall zeige, dass die Schweiz keine Insel sei.

Stichproben-Ergebnisse in Läden stehen noch aus

Je mehr Player in einem Geschäft mitmischten, umso undurchsichtiger werde es, gibt der Präsident des Verbandes Schweizer Kantonschemiker, Otmar Deflorin, zu bedenken. Umso grösser sei dann auch die Gefahr von unkorrektem Verhalten. Entsprechend schwierig sei es herauszufinden, wo bei der Lebensmittelherstellung ein Problem aufgetreten oder wie im konkreten Fall ein Betrug verübt worden sei.

Beide Behördenvertreter würdigten positiv, dass Coop schnell reagiert habe. Andere inländische Lebensmittelhändler sind nach eigenen Angaben nicht vom Pferdefleisch-Skandal betroffen. Für Freitag werden die Labor-Analysen von Stichproben in verschiedenen Schweizer Läden erwartet.