Zum Inhalt springen
Inhalt

Schweiz Lauber zur Fifa: Befragung von Blatter nicht ausgeschlossen

Bundesanwalt Michael Lauber hat sich nach seiner Wiederwahl zu laufenden Aufgaben der Bundesanwaltschaft geäussert. Als Schwerpunkt gab er die Fifa-Affäre an und wollte sich hier alle Optionen offen halten. Selbst ein Interview mit Joseph Blatter gab er als Möglichkeit an.

Legende: Video Befragung von Joseph Blatter nicht ausgeschlossen abspielen. Laufzeit 00:12 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.06.2015.

Bundesanwalt Michael Lauber hat sich vor den Medien zu den wesentlichen Aufgaben der Bundesanwaltschaft sowie zum Verfahren gegen die Fifa geäussert. Abgesehen davon, dass er die Komplexität des Falls betonte, kam dabei wenig Überraschendes zutage.

WM-Vergaben an Russland und Katar

Konkret ging der Bundesanwalt auf die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar ein. Bei den entsprechenden Ermittlungen der Schweizer Staatsanwaltschaft hätten die Banken insgesamt 53 Verdachtsfälle von Geldwäsche registriert.

Zehn Personen seien bisher verhört worden. Lauber schloss nicht aus, dass womöglich auch Fifa-Präsident Joseph Blatter und Generalsekretär Jérôme Valcke noch befragt würden.

Legende: Video 9 Terabytes Daten, 104 Bankverbindungen abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.06.2015.

9 Terabytes Daten

Die Untersuchung sei sehr komplex, betonte Lauber weiter, wobei er die Schwierigkeit nicht zuletzt an der Datenmenge festmachte. Hier 9 Terabytes sichergestellte Daten wären zu prüfen, darunter 104 Bankbeziehungen. Damit die Prioritäten richtig gesetzt würden, habe man eine Task Force eingesetzt.

Lauber verwies auf die Wichtigkeit , das Ende des Verfahrens abzuwarten. Er könne für dieses keinen Zeitrahmen angeben. Dessen Erfolgsaussichten wolle er aber nicht durch voreilige Kommunikation gefährden. Ganz generell hielt Lauber mit Blick auf den Fall Fifa Grundprinzipien der Schweizer Justiz hoch, etwa die Notwendigkeit der Geheimhaltung und die Unschuldsvermutung.

Legende: Video Bundesanwalt Lauber: «Fühle mich nicht am Gängelband der USA» abspielen. Laufzeit 00:19 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.06.2015.

«Ich fühle mich nicht am Gängelband der USA»

Was die eingeleiteten strafrechtlichen Massnahmen der Schweiz einerseits und der USA andererseits betrifft, betonte der Bundesanwalt, dass es sich dabei um zwei verschiedene Rechtsverfahren handle, die durch Rechtshilfe verbunden seien.

Es würden zwischen den Ermittlern also nicht automatisch Daten ausgetauscht. Auf die Frage eines Journalisten hin, ob er sich im laufenden Fall von der USA gestossen fühle, erwiderte Lauber: «Ich fühle mich nicht am Gängelband der USA».

Im Amt bestätigt

Lauber, der seit 2012 Bundesanwalt ist, kann seine aktuelle Arbeit vier weitere Jahre ausüben. Dies, weil ihn die Vereinigte Bundesversammlung am Mittwoch mit gutem Ergebnis in seinem Amt bestätigt hat. National- und Ständerat haben den gebürtigen Oltner mit 195 von 216 gültigen Stimmen wiedergewählt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    «Ich fühle mich nicht am Gängelband der USA» Nein er ist am Gängelband von Sommaruga, und diese ist am Gängelband von EU und USA. Die BA muss vor allem sich selbst beweisen dass sie zu etwas nütze ist, in diesem Sinne ist es äusserst schwer für einen Verdächtigen sich zur Wehr zu setzen, man erinnere sich an den Hells Angels fall in Zürich. Obwohl nicht unter Lauber, so war es doch dieselbe Behörde. Der US Justiz-Kronzeugenschutz ist übrigens spezialisiert in Nötigung zur falschen Zeugenaussage!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von James Klausner, Interlaken
      Für diese Groschenroman-Auszüge würde ich ja auch nicht mit Klarnamen unterschreiben wollen. Fünf Minuten Studium der Fakten wären schon angebracht bevor man kommentiert. Der Bundesanwalt untersteht nicht der Vorsteherin des EJPD. Wozu die Bundesanwaltschaft nütze ist, erfahren Sie auf deren Internetseite. Seit der Reform wird gut gearbeitet. Bringen Sie doch Fakten statt Nebulösitäten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Sorry, aber nur Nullnummern, die niemandem wirklich wehtun und immer schön nach der Pfeife tanzen (ich sag jetzt nicht nach welcher....), werden von der Bundesversammlung mit einem Glanzresultat belohnt. Dies gilt ganz explizit auch für den aktuellen und für mich schlechtesten Bundesrat aller Zeiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Sorry, aber nur Nullnummern, die niemandem wirklich wehtun und immer schön nach der Pfeife tanzen (ich sag jetzt nicht nach welcher....), werden von der Bundesversammlung mit einem Glanzresultat belohnt. Dies gilt ganz explizit auch für den aktuellen und für mich schlechtesten Bundesrat aller Zeiten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen