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Schweiz Lausanne: Imam und Polizei arbeiten Hand in Hand

Schweizer Behörden pflegen schon seit längerem einen intensiven Austausch mit diversen Moscheen. Besonders aktiv ist die Zusammenarbeit in Lausanne: Dort konnten dank gegenseitiger Kooperation schon junge radikalisierte Muslime von ihren Reiseplänen nach Syrien abgehalten werden.

Der Imam unter einem hölzernen Baldachin.
Legende: Der Imam der Lausanner Moschee, Mouwafac el Rifaï. Keystone

Der Imam der Lausanner Moschee, Mouwafac el Rifaï, findet für die Terror-Anschläge in Paris klare Worte: «Selbstmordattentate galten im Islam schon immer als abscheulich. Wer diese Sünde als legitim betrachtet, ist kein Muslim mehr.»

Wie andere islamische Zentren pflegen die Lausanner Muslime deshalb einen intensiven Austausch mit Kantonspolizisten. Im Kanton Waadt sind es sieben Beamte, welche explizit für diese Art von Dialog angestellt sind.

Gegenseitiger Info-Austausch

Die Verantwortlichen der Moschee in Lausanne melden den Beamten, wenn sich eine Person verdächtig verhält. Funktionieren kann es aber auch umgekehrt: Die Polizei ist mit dem Fall einer jungen Muslimin, die sich im Netz radikalisiert hat, an die Moschee-Leitung getreten.

Diese konnte die Frau darauf durch Gespräche davon abhalten, nach Syrien zu reisen. «Wir erklärten der jungen Frau die nebulöse Welt, in die sie sich begeben wollte. Mit Antworten und Beweisen aus dem Islam», sagt Bassam Degerab, Sprecher der Moschee in Lausanne.

Keine permanente Überwachung

Die Waadtländer Polizei wehrt sich dagegen, diese Kooperation als Überwachungsprogramm zu deklarieren. «Die Glaubensgemeinschaften werden nicht permanent überwacht. Es geht eher darum, potenzielle Risiken zu erkennen», sagt Jean-Christophe Sauterel, Kommunikationschef der Waadtländer Kantonspolizei. Flächendeckend sei dies jedoch nicht, weil sich die meisten jungen Muslime im Internet radikalisierten.

Legende: Video Erhöhte Wachsamkeit auch bei Lausanner Moschee abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 23.11.2015.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peach Meier (Peach Meier)
    Das Stimmvolk im TI hat 2015 mit grosser Mehrheit dem Verhüllungsverbot zugestimmt. Auch sehr gut, dass es in gleichem Masse für Sportfans, die sich vermummen oder Demonstrierende, die Helme tragen, gilt! Allerdings sollte die Busse immer 10'000.- sein! Der Scheich schickt sonst seine ..... gleich mit dem Nötli los! Und jetzt macht mal vorwärts damit in der ganzen Schweiz! Da völlig indiskutabel! Dazu noch alle nicht integrierten Kopftücher/Regenmäntel vor die Wahl stellen! CH oder Steinzeit!
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  • Kommentar von Daniel Zeller (jaro)
    Ich finde den Dialog zwischen der Polizei und dem Imam grunsätzlich gut. Das ist sogar wichtig. Wichtig fände ich aber auch endlich eine verantwortungsvolle Flüchtlingspolitik, die ich zur Zeit völlig vermisse. Es gibt nicht nur eine Solidarität gegenüber den Füchtlingen, sondern auch eine Verantwortung und eine Solidarität gegenüber der schweizer Bevölkerung. Das sollte unserem Bundesrat, insbesondere Frau Somaruga einmal bewusst werden.
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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Oh - immer diese so liebe Kommunikation in CH, die zu Nichts führt und wir in der Schweiz von den Muslimen und deren Ländern nur noch für "doof" gehalten werden, ist noch immer nicht wahrnehmen zu wollen von unseren Politiker. Einfach lieb sein und vor allem finanziell (über)grosszügig bleiben, auch wenn kein CH-Mensch das will !!!
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      Eine Frau konnte davon abgehalten werden, nach Syrien zu reisen, das ist doch schon etwas!
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