Lehrer fühlen sich unterbezahlt

Bis 2018 aufholen, was in den letzten 20 Jahren versäumt worden ist: Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) ortet «einen gewaltigen Nachholbedarf» bei den Lehrerlöhnen. Nur so gebe es genügend Nachwuchs, der
auch im Beruf bleibe.

Lohnniveau der Lehrer der Primarstufe und Sekundarstufe I und II

Schweizer Lehrerinnen und Lehrer sind unzufrieden. Bei ihren Löhnen herrsche «ein gewaltiger Nachholbedarf». Bis ins Jahr 2018 müsse aufgeholt werden, was in den letzten 20 Jahren versäumt worden sei. Das fordert der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer. Nur so gebe es genügend Nachwuchs, der auch im Beruf bleibe.

Als Beleg für die aus seiner Sicht ungenügende Entlöhnung der Lehrkräfte präsentierte der LCH in Zürich eine Salärvergleichsstudie. Die unabhängige Beratungsfirma Towers Watson hat die Bezahlung von Lehrpersonen im Kanton Aargau verglichen mit jener von anderen Berufsleuten in Tätigkeiten, die vergleichbare Anforderungen stellen. Vergleichbare Tätigkeiten ortet die Studie in den Bereichen Finanzdienstleistungen, öffentliche Verwaltung (Public) und übrige Industrie.

Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass beispielsweise eine Primarlehrperson mit zehn Jahren Erfahrung gegenüber einer vergleichbaren Stelle in der Finanzbranche «bis zu 39 Prozent Lohneinbusse» in Kauf nimmt (vgl. Grafiken) .

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Lehrer wollen mehr Lohn

1:21 min, aus Tagesschau am Mittag vom 26.6.2014

«Von Anfang an im Nachteil»

Mit einem Einstiegslohn von rund 77'000 Franken pro Jahr seien Aargauer Primarlehrer «von Anfang an im Nachteil», heisst es weiter. Lehrpersonen der Sekundarstufe I (knapp 88'000 Franken) können beim Einstiegslohn mithalten, die Einstiegslöhne der Berufsschullehrer (rund 96'000 Franken) liegen über den Vergleichswerten. Beide fallen aber gemäss Studie im Verlauf von zehn Jahren zurück.

Wer an einer Mittelschule unterrichtet, entgeht diesem Schicksal. Hier beträgt der Einstiegslohn etwas über 102'000 Franken. Nach zehn Berufsjahren liegt er bei rund 125'000 Franken und platziert sich zwischen den Vergleichsmärkten öffentliche Verwaltung und der übrigen Industrie.

Schweizweit «missliche Lohnsituation»

Zur «misslichen Lohnsituation» trage zudem bei, dass die Reallohnentwicklung seit Beginn der 1990er Jahre unter jener aller anderen wesentlichen Branchen liege, teilt der LCH weiter mit.

In etlichen Kantonen und auf verschiedenen Schulstufen ergibt sich laut LCH die «absurde Situation», dass Lehrpersonen nominal gleichviel verdienen wie 1993 oder unwesentlich mehr, obwohl inzwischen gegen 16 Prozent Teuerung aufgelaufen seien.

Bereits die Delegiertenversammlung des LCH hat am 14. Juni in Basel einstimmig eine Lohnforderung verabschiedet. Sie verlangt eine Beseitigung der Unterbezahlung der Lehrkräfte und Kindergärtnerinnen, den Erhalt der Kaufkraft sowie eine verlässliche Lohnperspektive.

Abwanderung eindämmen

Gemäss LCH wirkt sich die Lohnsituation, neben anderen Faktoren, auch auf die Attraktivität des Berufes und damit auf das Verbleiben im Lehrberuf aus. Diesen verlassen im ersten Jahr 16 Prozent, nach fünf Jahren ist ein Viertel weg und nach zehn Jahren die Hälfte der ausgebildeten Lehrpersonen.