Lehrplan 21: Gewinnen Sie den Durchblick!

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz hat den Lehrplan 21 vorgestellt. Ein dickes Buch. Wir haben das Werk ein wenig aufgedröselt. Was ist neu am Lehrplan 21 und was bedeuten die wichtigen Begriffe?

Eine Lehrerin steht vor einer Tafel und unterstreicht eben den Begriff «Lehrplan 21».

Bildlegende: Der neue Lehrplan 21 ist für viele ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei ist nicht alles wirklich neu. Colourbox / montage

Ein Lehrplan ist grundsätzlich einmal «der bildungspolitisch legitimierte Auftrag der Gesellschaft an die Volksschule».So schreibt es die Erziehungsdirektoren-Konferenz der Deutschschweiz (D-EDK) in ihrem Begleittext.

Viel hat man um diesen Lehrplan gerungen, jetzt harrt er seiner Umsetzung. Nur, was ist neu an diesem Plan und was ist «alte Schule»?

Neu neu neu!

  • Bislang war die Planung der Volksschulbildung ein Flickwerk aus dem Föderalismus. Zum ersten Mal hat man sich nun im Lehrplan – statt auf einzelne Regionen – auf die gesamte Deutschschweiz fokussiert.
  • Bislang war der Auftrag an die Bildungsinstitutionen vermittlungs-fokussiert festgelegt. Neu definiert der Lehrplan, was alle Schüler wissen und können (siehe Begriffserklärung).
  • Im neuen Dokument wird aufgezeigt, wie sich die Wissensaneignung über die ganze Volksschulzeit aufbaut und entwickeln soll.
  • Der neue Lehrplan ist strukturiert. Er definiert zum einen Grundansprüche und formuliert weiterführende Wissensvermittlungs-Stufen.
  • Die Grundansprüche werden harmonisiert. Sie orientieren sich neu in den Fachbereichen Mathematik, Fremdsprachen, Schulsprache und Naturwissenschaften an einem nationalen Bildungsstandard.

Was wir kennen...

  • Der Lehrplan 21 ist auf Basis bestehender Lehrpläne entwickelt worden. Er übernimmt in seinen Details viele Errungenschaften der kantonalen Lehrpläne.
  • Viele der heute gebräuchlichen Lehrmittel – insbesondere in Deutsch, Fremdsprachen und Mathematik – können weiterhin eingesetzt werden.

Fachbegriffe verstehen

  • Kompetenzorientierung: Kinder sollen nicht nur Stoff anhäufen. Lehrer sollen nicht nur Manuskripte herunterleiern. Im neuen Lehrplan ist der Erfolg an das Ergebnis geknüpft. Erfüllt ist der Lehrplan erst dann, wenn die Kinder und Jugendlichen über das nötige Wissen verfügen und dieses auch anwenden können.
  • Wissen und Können: Was der neue Plan anstrebt, ist eine Kombination von beidem. Denn man kann nur dann kompetent handeln, wenn Wissen auch angewendet werden kann.
  • Lehrmitteladäquanz: Schulbücher kosten eine Menge. Zum Glück entsprechen viele der bestehenden Lehrmittel den neuen Anforderungen des Lehrplans 21. Laut Behörde zeigt eine Grobbeurteilung aus dem Jahr 2012, dass in Deutsch, Französisch, Englisch, Mathematik, und auch in Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) auf der Primarstufe sowie im Gestalten bereits Lehrmittel vorliegen. Sie erfüllen grossmehrheitlich die Anforderungen des Lehrplans 21. In anderen Fachbereichen sind bis zur Einführung des Plans im Jahr 2017 noch grössere Anpassungen nötig.

Kompetenzen: Das heisse Eisen

Lehrplan 21 heisst für viele: Ein Dschungel von Kompetenzen. Eine Befürworterin und ein Gegner der Kompetenzorientierung kreuzen hier die Klingen.