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Leistungs-Abbau Postfinance kippt klammheimlich Belegversand per Post

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4:29 min, aus Espresso vom 09.05.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Rahmen der grossen Software-Umstellung über Ostern hat die Postfinance den Belegversand für drei Franken pro Monat gestrichen.
  • Die Postfinance hielt es nicht für nötig, die Inhaber der betroffenen rund 30'000 Konti darüber zu informieren.
  • Sie erklärt den Abbau mit dem schwindenden Interesse an der Dienstleistung. Man habe ihn nicht kommuniziert, weil man andere Änderungen der Software-Umstellung für wichtiger erachtet habe.

«Ich habe gewartet und gewartet, aber es kam einfach nichts mehr», berichtet ein Postfinance-Kunde dem SRF-Konsumentenmagazins «Espresso». Vergebens gewartet hat er auf die einzelnen, schriftlichen Zahlungsbelege, die er davor jahrelang jeweils per Post erhalten hatte. Drei Franken pro Monat kostete die Dienstleistung. Rund 30'000 Personen hatten sie abonniert.

«So etwas geht einfach nicht»

Über Ostern, im Zuge ihrer grossen Umstellung bei ihrer Bankensoftware («Espresso» berichtete), hat die Postfinance diesen Service aber klammheimlich gekippt. Erst jene Kunden, die bei der Post nachfragten, wurden über die Massnahme orientiert. «So etwas geht einfach nicht. Von einer Service-Public-Firma erwarte ich, dass ich über solche Änderungen orientiert werde», sagt der Kunde gegenüber «Espresso».

Postfinance: «Mussten Prioritäten setzen»

Postfinance-Sprecher Johannes Möri sagt, er könne den Ärger der Betroffenen nachvollziehen. Es habe über Ostern sehr viele Änderungen gegeben: «Wir mussten Prioritäten setzen und haben bei diesem Punkt entschieden, dass wir das nicht kommunizieren.» 30'000 Betroffene – das sind in Möris Augen relativ wenige angesichts von insgesamt 4,6 Millionen Konti.

Gekippt habe man den Service, weil das Interesse daran immer mehr gesunken sei, erklärt Möri. Überdies sei die Dienstleistung auch nicht mehr kostendeckend gewesen. Postkunden haben nun zwei Möglichkeiten: Die Auszüge online abrufen, die kostenlose Variante. Über den Postweg gibt es nur noch die teure Lösung eines etwas umfangreicheren Auszugs – für 10 Franken pro Monat.

24 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Sie hätten informieren sollen, ganz klar. Das gehört zu einem guten Kundendienst. Aber sonst bin ich mit der Abschaffung einverstanden. Braucht weniger Papier. Die Umwelt dankt es uns. Zudem wird der Tag kommen, wo einfach jeder und jede einen PC hat. So wie heute auch jede und jeder zuhause, Radio, Staubsauger und Kühlschrank hat. Man kann natürlich auch gegen den Strom schwimmen und rückwärts getrieben werden. Nur zur Info: Bin über 65.
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  • Kommentar von Dieter Jung (Didi)
    Bin einmal gespannt, ob die nächste Gebührenerhöhung auch unter dem Deckel "Prioritäten setzen" versandet!
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  • Kommentar von Kurt E. Müller (KEM)
    Seien wir ehrlich: Die Postfinance hätte mit wenig Aufwand die Betroffenen informieren können und sollen. Aber dass der Unsinn abgeschafft wurde, für jede einzelne Kontobewegung ein Stück Papier per A-Post in der Schweiz herum zu senden, finde ich gut und richtig. Die Umwelt dankt.
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    1. Antwort von Bastian Güdel (bguedel)
      Ihrem ersten Standpunkt stimme ich heftig kopfnickend zu. Zum zweiten Teil: jede Medaille hat zwei Seiten... man kann Herumschicken von Briefen als Unsinn erachten. Dann sollte man aber auch die stromverschlingenden Rechenzentren bedenken, die es braucht, um all' die "papierlosen" Services zu ermöglichen. Zu ergründen, was unter dem Strich umweltschonender ist, dürfte sehr knifflig werden...
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