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Die Lust zum Lesen in der Freizeit ist gesunken
Aus Info 3 vom 03.12.2019.
abspielen. Laufzeit 02:36 Minuten.
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Lesekompetenz lässt nach Fachleute appellieren an die Eltern: «Lest mit euren Kindern»

Die Pisa-Studie zeigt: Schweizer Schülerinnen und Schüler können immer schlechter lesen. Ein Alarmzeichen, sagen Bildungsverantwortliche.

Lesen wird immer mehr zur zentralen Grundkompetenz in unserer digitalen Welt. Da reicht es nicht, die Buchstaben und Wörter zu kennen und Texte zu verstehen. Mündige Bürgerinnen und Bürger müssen Texte auch in einen Zusammenhang setzen und beispielsweise Fakten und Meinungen auseinanderhalten und Fake News erkennen können.

Schülerinnen und Schüler in der Schweiz schneiden ausgerechnet bei der Lesekompetenz mässig ab. Das gibt Silvia Steiner, der Präsidentin der Kantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), zu denken: «Man muss die Abnahme der Lesekompetenz mit einer gewissen Sorge ansehen.» Ein Grund für das ungenügende Resultat ist wohl, dass der Anteil der fremdsprachigen Kinder und Jugendlichen gestiegen ist.

Lehrerin hilft Schülerin
Legende: Kinder und Jugendliche haben weniger Lust, in ihrer Freizeit zu lesen: Für EDK-Präsidentin Steiner ist das ein wichtiger Grund, dass die Lesekompetenz bei Schülerinnen und Schülern abgenommen hat. Keystone

Verändertes Freizeitverhalten

Für Steiner ist aber ein anderer Punkt wichtiger: das veränderte Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen. «Die Studie zeigt, dass die Lesefreude abgenommen hat. Da sind auch die Eltern gefragt. Wenn die Kinder und Jugendlichen nicht mehr zum Vergnügen lesen, lernen sie schlechter. Das ist eine, wenn nicht die Hauptursache des Resultats.»

Gemäss der Pisa-Studie erreicht etwa ein Viertel der Schüler das verlangte Niveau nicht. Das stellt auch die oberste Lehrerin der Schweiz, Dagmar Rösler, fest. Die Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrerverbands appelliert deshalb an die Eltern im Land, mit ihren Kindern mehr zu lesen.

Frühförderung ausbauen

Ausserdem wünscht sich Rösler, dass die Kinder schon im frühen Alter stärker gefördert werden: «Vor dem Kindergartenalter muss bereits etwas für die Kinder gemacht werden. So kommen sie schon mit einem Sprachrucksäckli in die obligatorische Schulzeit.» Denn bei der Frühförderung schneidet die Schweiz im internationalen Vergleich schlecht ab.

Ein zweites Handlungsfeld sieht Lehrerpräsidentin Rösler bei Deutschkursen für ausländische Kinder: «Man darf hier auf keinen Fall Abbaumassnahmen ansetzen. Im Gegenteil: Bei fremdsprachigen Kindern muss man noch mehr fördern – vor allem im vorschulischen Bereich.»

Für EDK-Präsidentin Steiner sind die jüngsten Pisa-Resultate ein Weckruf, der im ganzen Land gehört werden müsse: «Gerade das Leseresultat schreckt hoffentlich auf. Der Schlüssel liegt darin, Eltern und Kinder zu unterstützen, die den Zugang zum Lesen nicht so gut finden.» Die Politik nimmt die mässigen Pisa-Resultate also ernst.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber  (Wasserfall)
    Möchte mal wissen, wie das Resultat für die Schweiz aussehen würde, wenn man nur die Leseleistung von Kindern ohne Migrationshintergrund auswerten würde. Wetten, dass das Resultat um einiges besser ausfallen würde. Denke, da wird das Problem etwas gar hoch geschaukelt. Aber damit will ich absolut nichts gegen Kinder mit einem Migrationshintergrund gesagt haben. Also keine politische Aussage!
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  • Kommentar von Daniel Sager  (Wendigo)
    Bitte auch daran denken, dass andere Länder durch Einsprachigkeit ihre Schüler effizienter fördern können. In der Schweiz werden bereits auf Primarstufe mindestens zwei Sprachen unterrichtet, notabene auf Kosten einer fundierten Schulung von Hochdeutsch. In der Oberstufe kommt dann noch eine dritte Sprache dazu. Da lachen Italien, Frankreich, Deutschland, etc sich klammheimlich ins Fäustchen. Und die Schweizer meinen noch immer, diese Ressourcenverzettelung sei ein Wettbewerbsvorteil...!
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    1. Antwort von Sandro Tanner  (Sandro)
      Und setzten sie sich alle zusammen an einen Tisch, ist der Schweizer der Einzige, der noch spricht. Nach der statistisch irrelevanten Erfahrung, die ich in meiner Schulzeit gemacht habe, mangelt es nicht an der Quantität, sondern Qualität des Deutschunterrichts. Ich bin jedenfalls ausserordentlich froh, anstelle von weiteren Deutschlektionen mit sehr schlechtem Nutzen-Zeitaufwand Verhältnis, sehr nützliche Einblicke in andere Sprachen erhalten zu haben (Wettbewerbsvorteil!).
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    2. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Gucken sie doch mal die "Sieger an":
      1. Rang: China, 7 Amtssprachen
      2. Rang: Singapur, 4 Amtssprachen
      3. Rang: Macau, 7 Amtssprachen
      4. Hongkong: China, 5 Amtssprachen
      Auch Finnland ist 5 sprachig und Estland ist mindestens 3 sprachig. Also Einsprachigkeit ist sicher kein Kriterium hier ganz vorne mit zu mischen.
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    3. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Na, na, selbst in Deutschland wachsen Kinder im privaten Umfeld mit Dialekt auf und müssen das Hochdeutsch in der Schule erlernen. In Italien, mamma mia! Die armen Sardenkinder. Da liegen Welten zwischen Alltags- und Schulsprachen. Und mon dieu in Korsika! Oder Spanien oder oder...
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    4. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Ja, Herr Müller, so Manches scheint an China beachtlich. Gern geht, ob dem wirtschaftlichen 'Erfolg' vergessen, dass das Politische von einer kommunistischen Partei dominiert wird. Mir ist das Alles zu beachtlich, bin sehr froh, dass die Laune des Zufälligen mich hier in die Schweiz, im 20/21.Jh. und erst noch als Frau ´hingepflanzt' hat...Ich schätze zudem zunehmend das Gewöhnliche ...
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  • Kommentar von Pia Müller  (PiMu)
    Da müssten aber die Eltern auch mal zu Hause sein.... !!!
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    1. Antwort von Patrik Müller  (P.Müller)
      Sind sie manchmal auch. Aber ich traf schon eine spanische Mutter die mind 15 Jahre in der Schweiz wohnte und ihre Tochter musste die einfachsten Sätze dolmetschen...
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