Roaming-Insel Schweiz Liechtensteiner müsste man sein...

Frau mit Regenschirm macht ein Selfie vor der Siegessäule in Berlin.

Bildlegende: Ein Selfie vor der Siegessäule? Ohne Datenpaket sollte man es besser nicht an seine Freunde schicken – als Schweizer. Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Jeder weiss es, doch immer wieder tappt man in die Roaming-Falle: Schon ein kurzer Blick aufs Smartphone kann in den Ferien böse Folgen haben.
  • Für EU-Bürger fallen die Gebühren nicht mehr an – und auch das EWR-Mitglied Liechtenstein profitiert.
  • Für Schweizerinnen und Schweizer ändert sich vorderhand nichts. Ein unhaltbarer Zustand, findet der Konsumentenschutz.

Die Schweiz und Liechtenstein sind eng miteinander verbunden: Sie teilen eine gemeinsame Grenze, die gleiche Währung, die gleiche Sprache. Doch was das Telefonieren angeht, sind es zwei Welten.

Swisscom-Sprecher Armin Schädeli erklärt, warum Liechtenstein keine Roaminggebühren mehr hat: «Liechtenstein ist Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). Deshalb gelten dort gleich wie innerhalb der EU die regulierten Preise für Roaming.»

Die Schweiz hingegen ist weder in der EU noch im EWR – und sie hat auch kein Roaming-Abkommen mit der EU. Für Prisca Birrer-Heimo, Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz, ist die Situation ein grosses Ärgernis:

«  Es ist schon sehr störend. Wir sind eine Insel, selbst Liechtenstein ist nun am Ufer und kann von günstigen oder gar keinen Gebühren profitieren. »

Prisca Birrer-Heimo
Präsidentin der Stiftung Konsumentschutz

Die gute Nachricht ist nun, dass auch Schweizer Kunden ein liechtensteinisches Handy-Abo abschliessen können. Swisscom-Sprecher Schädeli empfiehlt dies jedoch nicht, weil man damit in der Schweiz nicht unlimitiert im Internet surfen kann.

Hingegen gehe der Trend hin zu Schweizer Handy-Abos, bei denen das Roaming inbegriffen sei: «Die meisten Kunden profitieren heute davon und zahlen für Roaming im Ausland nichts mehr», sagt Schädeli. Aber das gilt eben nicht für alle.

Der Bundesrat will aktiv werden

Deswegen fordert Konsumentenschützerin Birrer-Heimo, dass der Bundesrat etwas unternimmt: «Er muss Preisobergrenzen festsetzen und gewisse Praktiken der Telekomunternehmen unterbinden; etwa, dass man Datenguthaben im Ausland nur kurze Zeit zur Verfügung hat.»

Im Herbst will der Bundesrat dem Parlament seine Vorschläge dazu präsentieren. Vorderhand ist es aber immer noch so, dass westlich und östlich des Rheins andere Tarife gelten und viele Schweizerinnen und Schweizer im Ausland Roaminggebühren bezahlen.