Löcher flicken nach dem Winter

Mit den ersten Sonnenstrahlen kommen auch die Hinterlassenschaften des langen Winters ans Licht. Auf den Strassen etwa: Dort gibt es vielerorts fast doppelt so viele Asphaltschäden wie nach einem Durchschnittswinter. Oft fehlt aber das Geld für Reparaturen.

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Asphaltschäden verdoppelt

2:17 min, aus Tagesschau vom 13.4.2013

Nach dem langen und strengen Winter verzeichnen viele Kantone deutlich mehr Asphaltschäden als nach einem Durchschnittswinter. Der Kanton Zürich etwa gibt nur für Notmassnahmen in diesem Frühjahr rund eine Million Franken aus – doppelt so viel wie in einem Durchschnittsjahr.

Schuld daran waren vor allem die starken Temperaturschwankungen. Auf vielen alten Belägen sorgten diese dafür, dass tagsüber Wasser in die Ritzen lief, das nachts gefror. «Das gab dann einen Sprengeffekt und der führte zu den Schäden», so ein Sprecher der Zürcher Baudirektion in der «Tagesschau». 

In Zürich wird nun mit Probebohrungen ermittelt, welche Strassenabschnitte komplett erneuert werden müssen. Der Kanton rechnet damit, dass in diesem Jahr rund 80 Millionen Franken für Komplettsanierungen fällig werden.

Das Geld fehlt

Viele Kantone können sich diese Ausgaben gar nicht leisten. Im Kanton St.Gallen etwa müsste ein Drittel aller Kantonsstrassen dringend saniert werden. Doch es fehlt das Geld.

Schneebedeckte Strassen im Kanton Zürich im vergangenen Januar

Bildlegende: Schneebedeckte Strassen im Kanton Zürich im vergangenen Januar: Der strenge Winter brachte grosse Asphaltschäden. Keystone

«Wir haben nur etwa die Hälfte der Mittel, die dafür nötig wären», räumt der St.Galler Kantonsingenieur Urs Kost ein. Folge sei, dass der Kanton über Jahre hinweg eine Bugwelle von Sanierungen vor sich herschiebe.

Auch im Kanton Bern wurde das Budget für den Strassenerhalt gekürzt. So wird nur oberflächlich geflickt, wo Beläge eigentlich ganz ersetzt werden müssten.