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Lohn statt Sackgeld Jugendlohn als Mittel gegen die Schuldenfalle

Der Umgang mit Geld ist nicht einfach und muss gelernt werden. Mit einem Jugendlohn soll das geübt werden.

Legende: Video Jugendlohn statt Taschengeld abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.03.2018.

Schulden: Wer sie hat, wird sie kaum wieder los. Um gar nicht erst in die Schuldenfalle zu tappen, muss der Umgang mit Geld gelernt sein. Beispielsweise mit dem Jugendlohn.

Die Idee stammt vom Schweizer Psychologen und Familientherapeuten Urs Abt aus den 1970er-Jahren. Kinder, die statt Taschengeld einen monatlichen Lohn erhalten, lernen gemäss einer Studie besser, mit Geld umzugehen.

Im Auftrag des Vereins Jugendlohn untersuchten die Hochschule Luzern – Soziale Arbeit und die Hochschule für Angewandte Psychologie der Fachhochschule Nordwestschweiz, wie dieses Modell heute angewendet wird und welche Erfahrungen Familien damit machen.

Ab 12 der eigene Finanzchef

Die Mehrheit der Kinder, die einen Jugendlohn erhalten, war bei der Einführung 12 bis 13 Jahre alt. In der Regel wurde in gemeinsamen Gesprächen festgelegt, wie hoch der monatliche Betrag ist und was die Jugendlichen damit alles selber berappen müssen. Am häufigsten waren dies Kleider, Schuhe, Coiffeur und Handykosten.

Bei mehr als der Hälfte waren auch die Kosten für Schulmaterial, Hobbys, elektronische Geräte und Mobilität im Jugendlohn enthalten. Je nachdem, wie viel ein Jugendlicher selber übernehmen musste, variierte der Betrag zwischen 100 und 300 Franken.

Die Kinder lernten, notwendige Anschaffungen und Konsumbedürfnisse gegeneinander abzuwägen, heisst es in der Studie. Zudem seien viele von ihnen preisbewusster geworden und sorgfältiger mit dem Geld umgegangen. Auch in der Schuldenprävention habe sich das Modell etabliert, schreibt der Verein Jugendlohn.

Weniger Diskussionen und Konflikte

Der Jugendlohn sei nicht nur ein Mehrwert für die Jugendlichen selber – auch die Eltern und die ganze Familie profitierten davon. Wer einen monatlichen Lohn erhält, muss nicht ums Geld streiten und es kommt zu weniger Konflikten. Gemäss den Befragten gelang durch die neue Selbständigkeit der Ablösungsprozess später auch einfacher.

An der Studie teilgenommen haben Familien, die in den Jahren 2014 bis 2016 die Homepage des Vereins Jugendlohn besucht haben und dort ihre Adresse angegeben hatten. Im Verein sind Pro Juventute Schweiz, die Schuldenprävention der Stadt Zürich, Plusminus Budget- und Schuldenberatung Basel, die Müller-Möhl Foundation und Elternbildung CH vertreten.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Die Frage wird nicht beantwortet: Für welche Leistung, Arbeit oder familiären Dienstleistungen sollen denn Kinder einen Monats-"Lohn" ausbezahlt bekommen? Ich denke, eine "freiwillige Unterstützung" mit einem "Sackgeld-Betrag" sollte im fettgedruckten Titel richtigerweise zu lesen sein! Lohn bekommt jemand, wenn er etwas Nützliches getan oder gearbeitet hat! Uebrigens, erhalten die Mütter was für das Kleiderwaschen, Bügeln oder das Aufräumen des Chaos im Kinderzimmer? Eben.......das meine ich!
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Wow, gratuliere zu so einer Studie. Auf das gleiche Ergebnis kamen meine und auch andere Eltern, welche was studiert haben und mit gesundem Menschenverstand ausgestattet, schon vor zig Jahren. Und dies ohne Kosten für eine Studie. Mit Schnee schaufeln, Rasen mähen usw konnte ich mein bescheidenes Sackgeld merklich aufbessern...
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  • Kommentar von Hans Meier (H-M)
    Wenn die eltern nicht mit geld umgehen können, können sie es auch den kinder nicht beibringen! Das motto "klein aber mein", "bezahlt ist bezahlt", "mei geld ist das billigste" kennen viele nicht mehr!!
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