Luft in der Schweiz ist gut – aber nicht problemlos

Peking hat die Ampel auf Orange gestellt – dermassen hoch ist derzeit die Feinstaubbelastung. Smog, wie in Peking, kennt die Schweiz nicht – auch keinen entsprechenden Alarm. Das Problem Wintersmog in der Schweiz bleibt aber ungelöst.

Trübe Luft über Zürich im März 2006. (keystone)

Bildlegende: Trübe Luft über Zürich: Jedes Jahr steigen die Feinstaubwerte über den Grenzwert. Keystone

In der chinesischen Millionen-Metropole Peking sind die Feinstaubwerte in den letzten Tagen auf 400 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft geklettert. Ein derart hoher Wert ist in der Schweiz kaum vorstellbar. Trotzdem: Wintersmog macht auch hierzulande Probleme.

Der sogenannte PM10-Tagesmittelgrenzwert wurde in der Schweiz bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft festgelegt. Der Jahresmittelwert liegt bei 20 Mikrogramm, unter dem Grenzwert der WHO von 25 Mikrogramm. Eigentlich dürfte der Wert von 50 Mikrogramm in der Schweiz nur einmal im Jahr überschritten werden. Tut er aber nicht.

Massiv zu hohe Grenzwerte wurden zuletzt im Februar 2006 gemessen. Damals lag die Feinstaubbelastung etwa in Lausanne bei 223 Mikrogramm pro Kubikmeter – gut die Hälfte der derzeitigen Werte in Peking. In den letzten Tagen lagen die Werte in Teilen des Tessins aber auch immer wieder über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Wie will man das Problem in den Griff bekommen?

Temopräre Massnahmen helfen nicht

Das Bundesamt für Umwelt  (Bafu) verweist auf den «Aktionsplan Feinstaub» des Bundes aus dem Jahr 2006. Dieser enthalte eine Reihe von zusätzlichen Massnahmen, um die Feinstaubbelastung dauerhaft zu reduzieren. Eine dieser Massnahmen ist etwa die Partikelfilter-Pflicht. Bis 2015 müssen alle Dieselmotoren mit einem Partikelfilter ausgerüstet werden. 

Das Problem des Wintersmogs, mit seinen sehr hohen Feinstaubwerten, lasse sich aber nicht mit temporären Massnahmen lösen, erklärt Hugo Amacker vom Bafu.

Arbeiter montieren auf einer Autobahn ein Tempo-80-Schild. (keystone)

Bildlegende: Steigt im Winter die Feinstaubbelastung, gilt als erste Massnahme die Tempolimite. Keystone

«Notfall-Konzepte» könnten lediglich Belastungsspitzen brechen, beziehungsweise eine höhere Belastung verhindern. Eine bekannte Massnahme ist etwa den Fuss vom Gas zu nehmen – die Tempolimite auf Autobahnen auf 80 Kilometer pro Stunde zu senken.

Amacker betont: «Die Luftqualität in der Schweiz ist in den letzten 25 Jahren deutlich besser geworden.» Um Umweltbelastungen wie Feinstaub, Stickoxide oder Ammoniak weiter zu reduzieren, müsse die Technik aber weiter verbessert werden. Etwa bei den Hauptemissionsquellen wie Fahrzeuge, landwirtschaftliche und industrielle Anlagen sowie Heizungen.

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Smog-Alarm in China

2:03 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.1.2013

Problem Feinstaub

Feinstaub schadet dem Menschen. Er besteht aus winzigen Partikeln, die tief in die Lunge eindringen. Die Folge sind Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders gefährlich ist der Russ aus Dieselmotoren und Holzöfen. Er ist Krebs erregend. Im Winter sammeln sich die Schadstoffe unter der Hochnebeldecke an.