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Schweiz Luftwaffe: Schweizer Piloten bestens ausgebildet

Im Vergleich zu früher fliegen Militärpiloten heute weniger. Dafür üben sie mehr am Simulator. Diese Praxis wird kritisiert, doch die Luftwaffe versichert: Die Ausbildung sei dadurch nicht gefährdet. Und: Seit dem ersten F/A-18-Absturz werde sicherer geflogen, sagt ein Ex-Pilot.

Legende: Video «Weniger Flugstunden für die Piloten» abspielen. Laufzeit 3:30 Minuten.
Aus 10vor10 vom 23.10.2013.

Kampfjet-Abstürze ereigneten sich bis in die 1980er-Jahre regelmässig. Insbesondere Flugzeuge des Typs Mirages verunglückten in hoher Zahl. Seit den 1980-er-Jahren nahmen die Unfälle jedoch markant ab.

Grund dafür ist die modernere Technik. Aber vor allem auch die Reduktion der Flotte und der Flüge insgesamt. In den letzten 15 Jahren wurde auch die Zahl der Flugstunden pro Pilot deutlich reduziert.

Weiterer Abbau von Flugstunden scheiterte

«Heute hat ein etablierter Staffelpilot gut 120 Flugstunden pro Jahr auf dem Flugzeug und etwa 40 Simulatorstunden», sagt Aldo Schellenberg, Kommandant bei der Luftwaffe. «Vor 15 Jahren hatte man fast keine Simulatorstunden, dafür etwa 180 Flugstunden.»

In diesem Jahr wollte die Armee die Trainings-Stunden für F/A-18-Piloten weiter reduzieren: Von 6000 auf 5000 Stunden insgesamt. Die Piloten sprachen von einem Sicherheitsrisiko.

Im Mai kam es zu einer Krisensitzung in Bern. Auch der ehemalige Armeechef Christophe Keckeis nahm daran teil. «Seit Jahren wird dramatisch gespart in der Armee», sagt Keckeis. «Irgendwo erreicht man den Punkt, an dem man allenfalls Fehler machen könnte.»

Das VBS musste die Sparmassnahme schliesslich rückgängig machen. Doch einige Piloten sagen hinter vorgehaltener Hand, man sei bei den Flugstunden sowieso schon am unteren Limit.

«Seit dem ersten Absturz wird vorsichtiger geflogen»

Haben Schweizer Piloten zu wenige Flugstunden? Dem widerspricht Aldo Schellenberg: «Auf keinen Fall.» Die Schweizer Piloten, ist die Luftwaffe überzeugt, seien im ausländischen Vergleich bestens ausgebildet.

Res Schmid, SVP-Regierungsrat in Nidwalden, war F/A-18-Test-Pilot bei Armasuisse. Er sagt, seit dem ersten F/A-18-Absturz von 1998 werde vorsichtiger geflogen. «Die Übung, die damals gemacht wurde, fliegt man heute nicht mehr – wegen der Erkenntnis der damaligen Unfallursache.»

2 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Meyer, 8172 Niederglatt
    Absturz infolge Kollision mit dem Gelände im Sichtflug bei schlechtem Wetter ist eine der häufigsten Unfallursachen von Privatpiloten, völlig unabhängig von Art und Typ des Flugzeuges. Das Ergebnis ist in jedem Fall tragisch, vor allem, wenn noch Passagiere betroffen sind. Warum kommt das so häufig vor? In der Regel liegt der Grund in der mangelnden Übung und Vertrautheit des Piloten mit dem Fliegen nach Sicht und bei minimaler Flughöhe.
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  • Kommentar von A. Brunner, Zurich
    Mensch fragt sich mittrauernd: 1) Die Schweiz will ihre Neutralität und Unabhängigkeit verteidigen. Warum genügen dazu nicht NUR DIE BESTE Flugzeug-ABWEHR-Technik und Helikopter in allen Grössen, aber je mit KOMPLETT EIGENER Steuerungselektronik ? 2) Warum spezialisiert sich die CH-Waffenindustrie nicht NUR auf DEFENSIVE ABWEHR-Techniken statt auf Waffenexport meist ausserhalb der Legalität ? 3) Warum akzeptiert die Schweiz geheimgehaltene CHEMTRAILS in ihrem Luftraum in "Friedenszeiten" ?
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