Männer im Büro und in der Küche – Bund will Teilzeit fördern

Im Teilzeit-Pensum Kinder betreuen und arbeiten: Bei Männern eine Seltenheit. 2012 arbeiteten gerade mal 13,8 Prozent Männer Teilzeit. Der Bund will dies ändern und finanziert das Projekt «Der Teilzeitmann» ein weiteres Jahr.

Jeder fünfte Mann soll bis 2020 Teilzeit arbeiten. Dies zumindest sieht die Kampagne vom Bund mit dem Namen «Der Teilzeitmann» vor. Noch immer arbeiten nur wenige Männer im beschränkten Pensum. Waren es im Jahr 2000 in der Schweiz noch 9,1 Prozent, betrug 2007 die Quote 10,8 Prozent. Fünf Jahre später machte sie 13,8 Prozent aus. Nun hat der Bund entschieden, das Projekt für ein weiteres Jahr voranzutreiben und zu finanzieren.

(K)eine halbe Portion

«Der Teilzeitmann» will laut den Projekt-Verantwortlichen Männer mit Rat und Tat ermutigen, denn viele wollen Teilzeit arbeiten, aber nur wenige tun es.

Jürg Wiler, Co-Leiter der Kampagne, kennt die Gründe: «Untersuchungen zeigen, es geht um archaische Rollenmodelle. Viele Männer haben immer noch verinnerlicht, dass sie die Alleinernährer sein müssen». Es gehe zudem um finanzielle Einbussen, um Macht- und Statusverlust und um die schrägen Blicke der Kollegen. Wyler ergänzt: «Männer glauben, wegen der Teilzeitarbeit um die eigene Karriere fürchten zu müssen».

Eine Wanderkampagne besucht jeweils eine Woche lang grössere Unternehmen in der Deutschschweiz. Darunter befanden sich bislang beispielsweise die UBS, Novartis, Axa Winterthur, die Stadtpolizei Zürich oder das Bundesamt für Kommunikation, wie es in der Mitteilung heisst.

Träger des Projekts ist der Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen, männer.ch. Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann finanziert es.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • 20 Prozent Teilzeitmänner bis 2020 in der Schweiz

    Aus Tagesschau vom 2.10.2013

    Viele Männer würden gerne Teilzeit arbeiten und familiäre Verantwortung übernehmen, trauen sich aber nicht. Eine Kampagne will die Teilzeitarbeit bei Männern in der Schweiz nun fördern.