Maghrebinische Asylbewerber drängen in die Schweiz

Die Asylgesuche von Tunesiern haben im Vergleich zum Vormonat um zwei Drittel zugenommen. Das zeigt die Statistik des Bundesamtes für Migration (BFM) vom Januar 2013. Oft kommen die Tunesier aus anderen Ländern Europas. Die Wirtschaftskrise treibt sie in die Schweiz.

Asylstatistik Januar 2013: Herkunft der Personen, die im Januar in der Schweiz ein Asylgesuch einreichten.

In der Schweiz sind im Januar 2141 Asylgesuche eingereicht worden. Das wichtigste Herkunftsland war Tunesien mit 229 Gesuchen. Die Zahl der Gesuche aus dem politisch erschütterten Land stieg gegenüber dem Vormonat um 87 – eine Zunahme von 61 Prozent.

Empfangszentrum beim Eingang.

Bildlegende: 2141 Personen haben in der Schweiz ein Asylgesuch eingereicht. Das ist ein Anstieg von 35 Prozent. Keystone

Wie das Bundesamt für Migration (BFM) mitteilte, folgten Nigeria mit 222 Gesuchen (+72 Gesuche, +48%), Eritrea mit 219 Gesuchen (-3 Gesuche, -1,4%), Afghanistan mit 125 Gesuchen (+27 Gesuche, +28%) und Marokko mit 110 Gesuchen (+31 Gesuche, +39%).

Insgesamt wurden im ersten Monat des Jahres 35 Prozent mehr Gesuche gestellt als im Dezember und leicht weniger als im November 2012. Im Vergleich zum Januar 2012 gab es eine Abnahme um 24 Prozent.

Binnenwanderung Richtung Norden

Ein beachtlicher Teil der eingereichten Gesuche stamme von Personen, die sich bereits seit einiger Zeit in Europa aufhalten, schreibt das BFM. «Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme in vielen EU-Ländern erfolgt zunehmend eine Binnenwanderung Richtung Norden.»

Die Anzahl Asylgesuche von Staatsangehörigen der visumbefreiten Balkanstaaten blieb im Januar mit insgesamt 59 Gesuchen tief.