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Schweiz Mangel an Pflegepersonal: Wer nicht ausbildet, soll zahlen

Die Anzahl der Abschlüsse bei Gesundheitsberufen ist in den letzten Jahren gestiegen. Die bisherigen Fördermassnahmen reichen aber nicht. Noch immer bildet die Schweiz nur zwei Drittel des Personalbedarfs in Pflege und Betreuung selbst aus. Nun sollen Spitex und Heime in die Pflicht genommen werden.

Junge Frau vor einem Spitalbett
Legende: Es fehlt an Pflegepersonal in der Schweiz. Spitex und Heime sollen deshalb vermehrt Nachwuchs ausbilden. Keystone/Archiv

Die Gesundheitsbranche lancierte vor ein paar Jahren eine regelrechte Ausbildungsoffensive. Das Resultat lässt sich sehen: In der Pflege schlossen 30 Prozent mehr Personen eine Ausbildung ab, im medizinisch-therapeutischen oder medizinisch-technischen Bereich sowie in der Operationstechnik waren es sogar 50 Prozent mehr. Das zeigt der Nationale Versorgungsbericht.

Trotzdem änderte der Kraftakt der letzten Jahre nicht viel am Mangel an Pflegepersonal in der Schweiz. Thomas Heiniger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren (GDK), ist das bewusst: «Dank Ausbildungs- und betrieblichen Massnahmen konnte man diese Quote halten. Doch trotz diesem erfreulichen Ergebnis darf man sich nicht zurücklehnen.»

GDK: «Ohne Zwang zur Ausbildung geht es nicht»

Denn nicht die Schweiz bildet nicht nur zu wenig eigenes Pflegepersonal aus – der Bedarf wächst auch noch von Jahr zu Jahr. Der Grund: Wir werden immer älter. Vor allem die Spitex und die Alters- und Pflegeheime brauchen künftig mehr Mitarbeitende. Die GDK will diese Institutionen deshalb verpflichten, für mehr Nachwuchs zu sorgen.

Ohne Zwang zur Ausbildung gehe es nicht, sagt Heiniger: «Die Branche soll für sich selbst sorgen und für das Personal, das sie benötigt. Das geht oftmals nur mit guten Anreizen auf der einen und geeigneten Rahmenbedingungen auf der anderen Seite, aber auch mit Zwang im richtigen Moment an der richtigen Stelle.»

Dieser Moment ist nun offenbar gekommen. Denn was bei den Spitälern bereits gang und gäbe ist, soll auch bei Spitex und Heimen funktionieren. Heute müssen die meisten Spitäler Personal ausbilden, wenn sie Geld vom Kanton erhalten wollen. Tun sie es nicht oder zu wenig, müssen sie in einen Topf einzahlen. Das Geld geht dann an jene Spitäler, die sich in der Ausbildung des Personals stark engagieren.

Verband der Heime für freiwillige Vereinbarungen

Bei der gemeinnützigen Spitex stossen die Pläne der Gesundheitsdirektoren auf offene Ohren. Man habe bereits vielerorts solche Ausbildungsverpflichtungen.

Gar nichts anfangen mit Zwangsmassnahmen kann hingegen Curaviva, der Verband der Heime und Institutionen Schweiz. Die jeweilige Situation in den Kantonen sei dafür zu unterschiedlich, argumentiert Geschäftsleitungsmitglied Monika Weder: «Die Branche hat schon mehr ausgebildet, von daher ist der Zwang nicht optimal.» Heime bevorzugen freiwillige Vereinbarungen zwischen Kantonen und Verbänden.

Mit den angedachten Zwangsmassnahmen geht die Ausbildungsoffensive im Pflegebereich in die nächste Runde. Die Schweiz werde aber auch in Zukunft von ausländischem Personal abhängig sein, ist GDK-Präsident Heiniger überzeugt. «Ich selbst gehe davon aus, dass wir weder heute noch morgen in der Lage sein werden, das gesamte Personal aus der Schweiz direkt rekrutieren zu können.»

So werden sich die kantonalen Gesundheitsdirektoren noch weiter damit beschäftigen müssen, wie genug Pflegepersonal ausgebildet werden kann.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Die PFZ hat sich als "Irrläufer" herausgestellt. Einen Fachkräftemangel, vor allem auch in Pflegeberufen, beklagt u. a. auch Deutschland. Sie holen diese nun aus dem Osten, damit diese ihre Kranken & Alten pflegen. Doch wer pflegt dann kranke & alte Menschen im Osten?
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    1. Antwort von M. Roe (M. Roe)
      Waeden: Bis dann geht es dem Osten besser und sie lassen uns (mit Recht) fallen wie heisse Kartoffeln. Die westliche Politik ist zu einer "Beschwichtigungspolitik" verkommen, was heisst: Man füttert das Krokodil und hofft dass es uns dafür erst zuletzt frisst. Das Ende kommt so oder so bei einer solchen Politik.
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Wir haben nicht Mangel an Pflegepersonal, sondern wir haben eine Überschwemmung von "Flüchtlingen" + "Einwanderer". Deshalb müssen wir so rasch wie möglich dafür sorgen, dass die Schweiz (heute über 8 Mio.), wieder zurück auf 6 Mio. Einwohner gehen. Dann ist alles gerettet. Die ausländischen Firmen werden zusammen mit den "Ausländern" abziehen, dann geht es für uns Schweizer wieder auf.Das hat nichts mit Rassismus zu tun, ich habe nichts gegen Ausländer, aber gegen die Überschwemmung!
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Es werden viele Pflegefachkräfte ausgebildet in der Schweiz. Würden die Anstellungsbedingungen verbessert, würden weniger dieser Fachkräfte aus dem Beruf abwandern - sei es in die Privatindustrie (Verkauf und Präsentation von medizinischen Produkten) oder mit etwas wirtschaftlicher Weiterbildung in einen Bürojob mit regelmässigen Arbeitszeit und besserer Entlöhnung wie beispielweise als KodiererIn oder als Arbeitskraft bei einer Versicherung.
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