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Manipulierte Abgassysteme Schlechte Luft im Kanton Zürich – Schuld sind Dieselfahrzeuge

Dieselfahrzeuge liegen seit Jahren über den Grenzwerten. Es regt sich Kritik an der Informationspolitik der Behörde.

Legende: Video Praktisch alle Diesel-Fahrzeug überschreiten Grenzwerte massiv abspielen. Laufzeit 02:28 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 03.11.2017.
  • Der Abgasskandal hat «erhebliche Auswirkungen» auf die Luft in der Region Zürich. Zu diesem Schluss kommt die Zürcher Kantonsregierung.
  • Die manipulierten Abgassysteme bei Dieselfahrzeugen würden die Bemühungen des Kantons um saubere Luft um fünf bis zehn Jahre zurückwerfen.
  • Es gibt Kritik an der Informationspolitik des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Die Behörde weist das zurück.

Das Awel hat ermittelt, welche Auswirkungen der Abgasskandal auf die Zürcher Luft hat. Dieses Ergebnis steht in einer Regierungsrats-Antwort auf einen Vorstoss des Kantonsrats Max Homberger (Grüne).

Die angestrebte Senkung der Stickoxid-Werte kann wegen des Dieselskandals nicht eingehalten werden. Um fünf bis zehn Jahre werden die Bemühungen zurückgeworfen, so die Awel-Schätzung.

Besonders in städtischen Gebieten und entlang von Hauptverkehrsachsen nimmt die Stickoxid-Belastung nicht in dem Ausmass ab, wie sie es angesichts der laufend verschärften Abgasnormen eigentlich sollte.

Zu spät informiert?

Valentin Delb vom Awel erklärt, dass die Dieselfahrzeuge 5-6 mal mehr Stickoxide ausstossen als es der Grenzwert erlaubt. «Wir führen die Messungen seit 15 Jahren durch. Wieso es diese Differenzen gegeben hat, haben wir vor dem Dieselskandal nicht gewusst», sagt Delb.

Kantonsrat Max Homberger zeigt sich im Gespräch mit «Schweiz aktuell» darüber überrascht: «Ich habe nicht erwartet, dass sie das so offen auftischen. Bis jetzt ist das offenbar ziemlich unter Verschluss gehalten worden.»

Er kritisiert die Informationspolitik des Awel. ««Es reicht nicht, irgendwann hehre Absichten kund zu tun und nachher nicht mehr zu orientieren, wo man schon längst sieht, dass das Ziel nicht mehr erreichbar ist», sagt der Kantonsrat bei «Schweiz aktuell».

Valentin Delb vom Awel negiert diesen Kritikpunkt. Er sagt: «Die Resultate, die genauen Daten und Grafiken sind bei uns im Internet immer verfügbar. Wir veröffentlichen diese auch in mehreren Publikationen des Kantons.»

180'000 Dieselfahrzeuge über dem Grenzwert

Im Kanton Zürich sind aktuell rund 200'000 Dieselfahrzeuge zugelassen (Stand: September 2016). Die meisten dieser Autos gehören zu jenen Kategorien, welche die Grenzwerte besonders deutlich verletzen. Knapp 180'000 der rund 200'000 Dieselfahrzeuge stossen fünf oder sogar sechs Mal so viel Stickoxide aus, wie sie gemäss der Abgasnorm eigentlich dürften.

Die Messstation des Awel, mit deren Daten diese Einschätzung vorgenommen wurde, steht in Gockhausen. Die Station misst am Strassenrand die Abgase aller vorbeifahrenden Fahrzeuge.

Infografik Stickoxide
Infografik Feinstaub

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Die Fakten in den Grafiken im letzten Teil des Artikels beweisen dass der Titel falsch ist. der Diesel - Skandal hat Auswirkungen auf die Stickoxyd-Belastung, soweit stimmt es. Aber von 64/100T Opfern sind nur 5 den vom Strassenverkehr verursachten Stickoxyden angelastet. bei 28% Dieselfahrzeugen sind die Diesel also für 1 bis 2 dieser Opfer verantwortlich. Wir sollten uns aber um alle 64 Opfer von Feinstaub und Stickoxyden zusammen kümmern. Reduktion von Feinstaub würde viel mehr Opfern helfen.
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  • Kommentar von Martin Egger (Martin Egger)
    Die Grafiken zu den Todesfällen sind zu unklar. "Todesfälle pro 100000 Einwohner" steht links. Rechts steht "Tote im Strassenverkehr". Fragen: sind die Todesfälle links durch Stickoxide verursacht? Und beziehen sich diejenigen rechts auch auf 100000 Einwohner? Wenn schon Statistiken, dann bitte seriös.
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    1. Antwort von Redaktion SRF News
      Sehr geehrter Herr Egger, auch die Todesfälle im Strassenverkehr sind pro 100'000 Einwohner aufgeführt. Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Sonntag.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Letztlich ist es der Mensch selber, der die Umwelt verschmutzt.....!!!
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