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Schweiz Marsch für den Frieden

In Bern und am Bodensee haben sich insgesamt mehr als 1000 Menschen versammelt, um auf Ostermärschen zu Solidarität mit Flüchtlingen und gegen Waffenexporte aufzurufen. Am Bodensee kamen noch nie so viele Leute wie in diesem Jahr.

Legende: Video Das Interesse an Ostermärschen schwindet abspielen. Laufzeit 1:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.04.2015.

Über 1000 Menschen haben an Ostermärschen der Friedensbewegung in Bern und in der Bodenseeregion teilgenommen. Sie riefen zu einem Ende von Waffenexporten und zu Solidarität mit allen Menschen auf der Flucht auf.

In Bern stand der diesjährige Ostermarsch unter dem Motto «Frieden schafft Raum – dem Frieden Raum schaffen». Nur staatenübergreifende Regelungen könnten den Frieden sichern, schreiben die Veranstalter in ihrer Mitteilung. Deshalb müsse man das Völkerrecht stärken.

Weltweit befinden sich laut den Aktivisten 51 Millionen Menschen auf der Flucht. Viele fliehen demnach vor Gewalt und Kriegen, die von politischen Machtinteressen und Profitgier angeheizt werden. Auch die Schweiz sei daran beteiligt, «Grenzen zu schliessen und durch Waffenexporte Milliardengewinne zu erzielen». Doch anstatt den Krieg zu planen, «müssen wir den Frieden vorbereiten», schreiben die Veranstalter.

Erster Berner Ostermarsch im Jahr 2003

Die Kundgebungsteilnehmer hatten sich um 13 Uhr am Zeltplatz Eichholz versammelt. Sie spazierten dann der Aare entlang in Richtung Innenstadt. Unterwegs schlossen sich dem Zug weitere Teilnehmer an. Insgesamt beteiligten sich rund 450 Menschen am Ostermarsch.

Die Schlusskundgebung fand auf dem Münsterplatz statt, wo Referate gehalten wurden. Verschiedene Organisationen hatten zudem Stände aufgebaut, um über ihre Anliegen zu informieren.

Der Berner Ostermarsch wird von zahlreichen Organisationen und von Kirchen unterstützt. Dazu gehören etwa die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) oder die Erklärung von Bern. Der Ostermarsch in Bern fand erstmals 2003 statt, damals als Protest-Aktion gegen die US-Invasion im Irak.

Marsch am Bodensee

Mehr als 600 Menschen trafen sich am Ostermontag auch in Bregenz (Österreich) zum Internationalen Bodensee-Friedensweg. Auf Transparenten forderten die Aktivisten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz ein Ende von Waffenexporten und einen humanen Umgang mit Flüchtlingen.

Der Ostermarsch stand dieses Jahr unter dem Eindruck der Konflikte in der Ukraine und Syrien und fand zum Thema «Krieg ächten – Frieden schaffen» statt. Traditionell richtet sich die Veranstaltung gegen die Zuliefererbetriebe der Rüstungsindustrie, die um den Bodensee angesiedelt sind.

Die Kundgebungsteilnehmer versammelten sich um 11 Uhr am Bahnhof von Bregenz und wanderten durch die Stadt und dem Bodensee entlang in Richtung Festspielhaus. Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Familien mit Kindern.

Teilnehmerrekord wegen Weltlage

Laut den Organisatoren haben seit der ersten Ausgabe im Jahr 2009 noch nie so viele Menschen am Internationalen Bodensee-Friedensweg teilgenommen. Die Organisatoren erklärten die höhere Beteiligung mit der zunehmend unsicheren Weltlage.

Zur Kundgebung hatten nach Angaben der Veranstalter rund 60 Organisationen aufgerufen. Dazu zählen Amnesty International, der Schweizerische Friedensrat, die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen und die internationale katholische Friedensbewegung Pax Christi.

10'000 Menschen in Deutschland

In Deutschland beteiligten sich an den traditionellen Ostermärschen gegen Krieg und Waffenexporte bis zu 10'000 Menschen. Am gesamten Osterwochenende gab es laut den Veranstaltern etwa 80 Mahnwachen und Kundgebungen.

6 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    "Solidarität mit Flüchtlingen" Sehr gut! Aber auch mit bestem Beispiel vorangehen und Wohnung, Haus und vorallem Portemonnaie für Flüchtlinge öffnen. Mit erhobenem Zeigefinger ist es nicht mehr getan!
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    1. Antwort von R.Graf, SO
      Was ist bitteschön an einer Solidarität mit Flüchtlingen falsch?
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    2. Antwort von Rolf Bolliger, Orpund
      Es werden jedes Jahr weniger "Oster-Marschierer", die fordern, verdammen und kritisieren! Es gibt eben immer mehr Menschen, die lieber bei sich etwas investieren, verändern und auch bereit sind, das selber zu bezahlen, statt bloss bei den andern zu fordern und zu befehlen! Die offiziellen Gruppierungen, die sich (bei den sehr interessierten Medien) immer wieder vor laufender Kamera und Mikrofon bemerkbar machen, geben auch ein eindeutiges Bild ab, aus welcher politischen Ecke "protestiert" wird!
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  • Kommentar von Urs Dupont, Küsnacht
    Wie romantisch. Das ist genau die Sprache, die z.B. der IS und die Diktatoren in Syrien und Nordkorea so gut verstehen. Es wird sie motivieren, aller Gewalt zu entsagen und gute Demokraten zu werden ;-). Leider ist dem ganz und gar nicht so. Das Ziel dieser Demonstranten ist zwar ok., aber die Umsetzung völlig daneben. Es entspricht dem Ansinnen, die Polizei und die Armee in der Schweiz völlig zu entwaffnen.Leider können aber Frieden und Recht oft nur mit Waffengewalt durchgesetzt werden.
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  • Kommentar von tom rosen, erlenbach
    1000??? Da haben wir ja in Zürich mehr Randalierer als die Ostermärsche zusammen an Demonstranten. Zwischenstand: Chaos 1, Frieden 0. Schade aber bezeichnend für unsere Gesellschaft.
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Da war es in den 60-igern & dann in den 80-igern noch ganz anders! Aber die Ostermärsche in D, respektive was sie forderten hat gut gefallen. Es wurde die Politik betreffend Ukraine Konflikt kritisiert/verurteilt & D sich nicht in Kriege & Konflikte einmischen & beteiligen sollte. Aber wenn bei uns die GSoA Mitorganisatoren waren, darf man sich nicht wundern, wenn die Beteiligung schwach gewesen ist. Ihren unrealistischen Ideologien kann ja niemand folgen.
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