Massenkarambolage bei Belmont

Auf der A9 sind 50 Autos ineinander geprallt. Dabei sind mehrere Personen verletzt worden. Die Unfallstrecke in der Nähe von Lausanne blieb stundenlang gesperrt. Betroffen waren auch die Spieler des FC Servette Genf.

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Massenkarambolage bei Belmont

0:33 min, vom 30.3.2013

Bei dichtem Nebel sind auf der Autobahn A9 in der Westschweiz 50 Autos ineinander gekracht. Bei der Massenkarambolage vor einem Tunnel wurden elf Menschen leicht verletzt. Die Unfallstrecke in der Nähe von Lausanne blieb stundenlang gesperrt.

Die von der Bildagentur Keystone veröffentlichten Bilder waren zum Teil spektakulär: endlos scheinen die Autos ineinander verkeilt zu sein. Überall sind zerbrochene Scheiben und verbogenes Blech zu sehen.

Eine Limousine schob sich gar unter einen Jeep und hob diesen hoch. Die Räder des Jeeps durchbrachen die Windschutzscheibe der Limousine. Zu sehen ist auf einem Foto auch, wie Feuerwehrleute ein Fahrzeug aufschneiden, um die Passagiere zu befreien.

Keine Schwerverletzten

Doch die über 100 Unfallbeteiligten hatten Glück im Unglück: Von den elf Verletzten wurde niemand schwer verletzt, wie der Sprecher die Kantonspolizei Waadt, Jean-Christophe Sauterel sagte.

Acht der elf Verletzten wurden direkt von der Unfallstelle von Ambulanzen ins Spital von Montreux und ins Universitätsspital CHUV in Lausanne gebracht.

Die rund 100 anderen Beteiligten wurden per Bus zur Polizeizentrale nach Lausanne gefahren. Dort wurden sie von Medizinern untersucht und von Psychologen betreut.

Danach wurden gemäss Polizeiangaben drei weitere leicht Verletzte zu Abklärungen ins CHUV gefahren. Die anderen wurden durch die extra geöffnete Polizeikantine verpflegt und von Polizisten befragt.

Dichter Nebel, zu hohe Geschwindigkeit

Der Unfall ereignete sich bei dichtem Nebel um 11.35 Uhr zwischen Belmont und Chexbres VD kurz vor dem Tunnel Chexbres in Fahrtrichtung Wallis. Die Polizei geht davon aus, dass die Fahrer ihre Geschwindigkeit und ihre Abstände nicht den Sichtverhältnissen angepasst hatten, wie Polizeisprecher Sauterel sagte.

Wegen des Unfalls standen über 100 Retter im Einsatz – Notärzte und Ambulanzfahrer, Polizisten, Psychologen, Feuerwehrleute oder Mitarbeiter von Abschleppdiensten. Wegen des schlechten Wetters kamen keine Helikopter zum Einsatz.

Insgesamt waren 50 Autos in den Auffahrunfall verwickelt, 46 davon wurden beschädigt. Sämtliche Autos wurden abgeschleppt und werden nun von Spezialisten untersucht. Zur Höhe des Sachschadens machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Spieler des FC Servette blockiert

Hinter dem Unfall bildete sich ein langer Stau. Darin blieben auch die Spieler des FC Servette aus Genf stecken, die mit ihrem Car unterwegs zu einem Fussballspiel beim FC Sitten im Wallis waren.

Der Mediensprechers des FC Servette, Didier Rieder, bestätigte eine entsprechende Meldung der Zeitung «Tribune de Genéve». Nach seinen Angaben stand der Bus der Fussballer rund drei Stunden im Stau.

Schliesslich wurde der Bus von der Polizei zur nächsten Ausfahrt eskortiert und konnte seine Fahrt fortsetzen. Die Spieler erreichten das Fussballstadion in Sitten gerade noch rechtzeitig zu Beginn des Spiels.

Ähnlich schwerer Unfall bereits fünf Jahre zuvor

Die Autobahn A9 blieb zwischen Lausanne-Vennes und Chexbres in Richtung Wallis über vier Stunden lang gesperrt. Kurz vor 16 Uhr hob die Polizei die Sperre wieder auf.

2008 waren bei einer Massenkarambolage auf derselben Strecke bei Lutry (VD) ein Mensch gestorben und 55 weitere verletzt worden. Damals krachten 85 Fahrzeuge ineinander und der Sachschaden betrug 4 Millionen Franken.