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Forderung nach Shutdown mit schärferen Massnahmen wird laut
Aus Tagesschau vom 03.01.2021.
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Massnahmen gegen Corona Gesundheitsdirektor: «Schulschliessungen sind die Ultima Ratio»

Bei steigenden Corona-Zahlen werden Schulschliessungen wieder zum Thema. Dafür hat der Schweizer Lehrerverband Verständnis, er warnt jedoch vor den Folgen.

Nach den Festtagen blickt der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) wenig optimistisch in die Zukunft, was die Wirksamkeit der aktuellen Corona-Massnahmen angeht. «Verschärfungen werden sich nicht vermeiden lassen, wenn in den kommenden Wochen wieder hohe Zahlen mit einer steigenden Tendenz folgen», sagt Lukas Engelberger.

Einkaufsläden könnten noch geschlossen und Homeoffice zur Pflicht erklärt werden. Aber vielleicht brauche es mehr. «Wir haben bisher versucht, die Schule und das Arbeitsleben mit Massnahmen möglichst zu schonen. Dieser Spielraum ist jetzt aber ausgeschöpft», betont Engelberger.

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Gesundheitsdirektor Engelberger thematisiert Schulschliessungen
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Der GDK-Präsident begründet mögliche Massnahmen an den Schulen damit, dass diese die «Taktgeberin im Alltag» sei. Wenn die Schule mit Fernunterricht funktioniere und die Schülerinnen und Schüler sich nicht bewegten, würden Kontakte reduziert – auch, weil dadurch die Eltern verstärkt zu Hause bleiben würden. «Schulschliessungen sind aber die Ultima Ratio. Deshalb konnten wir sie bisher vermeiden», sagt Lukas Engelberger.

Um Kontakte in der Öffentlichkeit weiter zu reduzieren, wären Schulschliessungen eine Möglichkeit.
Autor: Franziska PeterhansZentralsekretärin Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH)

Beim Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) stösst Engelbergers Forderung wider Erwarten auf ein gewisses Verständnis. «Schulschliessungen sollten, wann immer möglich, verhindert werden. Aber die Gesundheit aller geht vor», betont Zentralsekretärin Franziska Peterhans. Sollte sich die epidemiologische Situation entsprechend verschlechtern, seien auch aus Sicht des Lehrerverbandes Schulschliessungen als letzte Möglichkeit denkbar.

Peterhans lächelt in die Kamera.
Legende: In der ersten Welle hätten rund ein Drittel der Kinder wenig bis gar nichts gelernt, da die direkte Betreuung durch die Lehrperson gefehlt habe, sagt Franziska Peterhans. ZVG

Peterhans erhält derzeit vermehrt Anfragen von besorgten Lehrpersonen und Eltern bezüglich Schutzmassnahmen und Corona-Ansteckungen an den Schulen. «Um Kontakte im öffentlichen Verkehr weiter zu reduzieren, wären Schulschliessungen zwar eine Möglichkeit», räumt sie ein, weist gleichzeitig jedoch auf die Nachteile des Fernunterrichts hin. Im Frühling hätten rund ein Drittel der Kinder wenig bis gar nichts gelernt, da im Online-Unterricht die direkte Betreuung durch die Lehrperson gefehlt habe. Zudem sei Fernunterricht für viele Familien belastend und die Kinderbetreuung eine Herausforderung.

Peterhans plädiert dafür, dass die Situation der obligatorischen und der weiterführenden Schule getrennt betrachtet wird. «Für Gymnasiasten und Berufsschüler ist Fernunterricht aufgrund ihres Alters für kurze Zeit leichter zu bewältigen. Volksschulen sollten vor allem für jüngere Kinder möglichst nicht geschlossen werden.» Dies auch, da jüngere Kinder bislang nicht als Treiber der Pandemie gelten.

Parteien-Allianz fordert neuen Shutdown

Für schärfere Corona-Massnahmen sprechen sich auch die Parteipräsidenten der Grünen und Grünliberalen aus. Sie wenden sich in einem offenen Brief an den Bundesrat und fordern eine «zeitlich beschränkte Phase mit weitergehenden Massnahmen». Grünen-Präsident Balthasar Glättli erklärt: «Was es jetzt braucht, ist dringend, dass die Hospitalisations- und Todeszahlen massiv gesenkt werden – und man nicht dauernd zwischen Öffnung und Schliessung hin und her pendelt.»

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Grünen-Präsident Glättli plädiert für einen Strategiewechsel
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Auch für Glättli sind neben einer strengeren Homeoffice-Pflicht notfalls Laden- und Schulschliessungen denkbar. Der Druck auf die Regierung steigt nach den Festtagen. Ob und in welchem Rahmen weitere Verschärfungen ergriffen werden, will der Bundesrat am kommenden Mittwoch entscheiden.

Tagesschau, 03.01.2021, 19:30 Uhr;

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131 Kommentare

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  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    "Kinder sind nicht die Treiber." - in der Fachwelt streitet man über diese Aussage. Und Lockdowns (Wegschliessen der Bevölkerung) helfen? So wie in GB, F, E, D? Wo seit einem Jahr mit dieser Massnahme hin und her versucht wird, ohne dass man die Infektionen damit über einen relevanten Zeitraum signifikant reduzieren kann? Und selbst wenn das über einige Monate funktionieren würde, wäre das Virus dann ja nicht aus der Welt. Also immer wieder schliessen? Wirklich intelligent, diese Lösung.
  • Kommentar von Peter Ambauen  (PA1)
    @rasifix: wegen ein paar Wochen? Und nun, solls salonfähig werden? Wir hatten im 2020 sechs Wochen Fernunterricht! Der Lernstoff konnte so nie 1:1 wie beim Präsenzunterricht vermittelt werden. Gerade jüngere Kinder arbeiten (zum Glück) nicht acht Stunden am PC. Da gabs gekürzte Fassungen an Aufgaben. Und die Grösseren kommen oft nicht mehr mit, wenn Unterricht nur am PC läuft..auch die Motivation schwindet. Und nun erneut einige Wochen?Aber die Eltern sollens richten.
  • Kommentar von Manuel Schütz  (ld238m)
    Hauptsache es wird nichts geplant. Irgendwann sollen die Schulen dann wieder Knall auf Fall umstellen. Wir hätten 3/4 Jahre Zeit gehabt, aus den Fehlern im März zu lernen, den Fernunterricht so zu verbessern und in die Infrastruktur zu investieren (Stichwort Digitalisierung...)
    Aber wie schon die ganze Pandemie rennen die Regierungen in Kantonen und der BR wie kopflose Hühner rum. Kein Auftrag zur Vorbereitung an die Schulen (zumindest Sekll) erfolgte. So kommt mir das vor...