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Schweiz Maurer: Für Luftwaffe rund um die Uhr fehlt das Geld

Die Schweizer Luftwaffe – nach Büroschluss und am Wochenende ist sie praktisch nicht einsatzfähig. Doch VBS-Chef Maurer bleibt hart. Für Flüge nach Feierabend fehle das Geld. Aber er warnt: Die ständigen Budgetkürzungen bei der Armee gefährdeten die Sicherheit der Schweiz.

Ueli Maurer bleibt dabei. Er will kein Pikett-System aufbauen, damit die Kampfflugzeuge bei einer Bedrohung auch nach 17 Uhr und am Wochenende starten könnten. Trotz Auftrag des Parlaments.

Der Grund: Es fehlt das Geld. Der Verteidigungsminister rechnet mit jährlichen Mehrkosten von 25 Millionen Franken. «Wir sind daran, 700 Millionen zu sparen. Da können Sie nicht einfach mehr ausgeben.»

 Im Übrigen seien 25 Millionen wahrscheinlich zu knapp berechnet. «Es macht keinen Sinn, Schulden zu machen und Aufträge zu übernehmen, die wir nicht erfüllen können. Wir können das erst machen, wenn auch die Finanzierung gesichert ist.»

«Verweigerungshaltung»

Maurers Argumentation überzeugt die Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates, Chantal Galladé (SP/ZH), nicht.

Mehr noch: «Das ist eine Verweigerungshaltung.» Schliesslich habe das Parlament beschlossen, der Luftraum sei rund um die Uhr zu sichern.

F/A-18 in einem Hangar.
Legende: Nach Büroschluss am Boden: Die Schweizer Luftwaffe. Schuld ist das fehlende Geld. Keystone

 «Sicherheit der Schweiz gefährdet»

Von einer Verweigerungshaltung will Verteidigungsminister Ueli Maurer nichts wissen. Mit einer Trotzreaktion habe das nichts zu tun. Bei einem Armeebudget von 4,7 Milliarden Franken müsse das VBS sparen. «Das ist eines der Projekte, das wir auf Eis schieben müssen.

Daneben gibt es einen ganzen Haufen, die von gleicher Bedeutung sind. Und da sieht man natürlich, dass man mit ständig gekürzten Armeebudgets letztlich die Sicherheit der Schweiz gefährdet».

«Alle Länder um uns herum haben es»

Maurer wehrt sich auch gegen den Vorwurf, die Arbeiten klammheimlich gestoppt zu haben. Die Sicherheitspolitiker hätten sehr wohl gewusst, dass der Bundesrat das Projekt der dauernden Luftwaffen-Bereitschaft sistiert habe.

Laut Ueli Maurer wäre eine dauernde Einsatzbereitschaft der Luftwaffe überfällig. «Eigentlich ist das notwendig – denn alle Länder um uns herum haben es».

Legende: Video «Luftwaffe nur zu Bürozeiten» abspielen. Laufzeit 4:48 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.01.2013.

32 Kommentare

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  • Kommentar von A.Stahel, Kt. Zürich
    25mio Franken? Wohin kann ich meinen Anteil für eine 24/7 Luftraumsicherung (3.50 Fr./Jahr) überweisen?! Absolut lächerlich, dass die Schweiz immer wieder an solchen Beträgen rumpopeln muss und zudem absolut absurd, wenn daneben über Milliarden für neue Kampfjets diskutiert wird. Ein weiteres Armutszeugnis für die sog. beste Armee der Welt und mit ihr für die ganze Schweiz. Und trotz solchen Lächerlichkeiten erwartet man dann eine starke Position der Schweiz in internationalen Diskussio...
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    1. Antwort von Hans Haller, Kölliken
      In der Tat ist es lächerlich. Aber so ist die Politik hin und wieder mal. Bei uns geht es bei der Armee nur noch darum, dass sich Politiker politisch profilieren können. Die Sicherheitsbedrüfnisse, welche die Armee, speziell auch die Luftwaffe zu erbringen hätten, bleiben angesichts solcher Eskapaden dann halt auf der strecke. Wir brauchen eine Gruppe Schweiz für eine nachhaltige und glaubwürdige, militärische Sicherheitspolitik.
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  • Kommentar von Alexander Moser, Interlaken
    Verweigerungshaltung? Ja - aber in erster Linie von linker Seite, dem dem VBS ein angemessenes Budget verwiegern und die Millionen und Miliarden lieber in die linke Sozialindustrie und Entwicklungshilfe (=Zahlung an korrupte Regime) steckt, anstatt einmal das Wohl und die Sicherheit der eigenen Bevölkerung in den Fokus zu stellen!
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  • Kommentar von K.D.Waldeck, Bellinzona
    unter diesen Umständen ist es ausserordentlich wichtig den möglichen "Feinden" die geltenden Bürozeiten mitzuteilen und auf deren Einhaltung pochen .... Ich denke das Herr BR.Maurer für sein Departement ein Budget hat, das er dem Parlament nach dem Motto "Landesverteidigung a' la carte" unter die Nase halten kann. Diese Art von Diskussionen ist nicht nur peinlich sondern hebt mit Sicherheit nicht das Ansehen der Schweiz in Europa und der Welt !
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    1. Antwort von A. Stahel, Kt. Zürich
      Wie wäre es mit einem GAV, der Angriffe ausserhalb der Bürozeiten verbietet?
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