Maurer will neues Luftabwehrsystem vorantreiben

Wie weiter mit der Schweizer Armee nach dem Nein zum Kampfjet Gripen? Verteidigungsminister Ueli Maurer hat nun den Schleier gelüftet – ein bisschen zumindest.

Die Schweizer Luftabwehr sei veraltet, der Gripen hätte einen Teil der Sicherheitslücke stopfen können, sagte Bundesrat Ueli Maurer in Bern. Nun brauche es umso rascher ein neues Abwehrsystem mit Boden-Luft-Raketen.

Verteidigungsminister Ueli Maurer beim Kasernengespräch

Bildlegende: Verteidigungsminister Ueli Maurer beim Kasernengespräch Keystone

«Es braucht eine grössere Reichweite», sagte der Verteidigungsminister. «Heute haben wir drei Kilometer, in Zukunft müssen es 30 Kilometer sein. Es soll nicht nur gegen Flugzeuge eingesetzt werden, sondern gegen alles in der Luft.»

Sprich: Die Armee soll nicht nur Flugzeuge, sondern auch Raketen abschiessen können. Ein Schweizer Raketenschirm soll entstehen. Bis zu 1,5 Milliarden Franken soll das System kosten. Die erste Etappe soll nächstes Jahr bereits ins Parlament gehen.

Neuer Anlauf für Kampfjets

Und in wenigen Jahren will der Verteidigungsminister einen zweiten Anlauf nehmen für neue Kampfjets. «Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass etwa 50 Flugzeuge für die Schweiz notwendig sind. Das heisst, dass wir in Etappen beschaffen müssen.» Die ersten Jets sollen ab 2025 fliegen und die 33 F/A 18 ablösen.

Der Einkaufszettel des Verteidigungsministers ist lang – und teuer: In drei Jahren will Maurer drei Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung haben für die Armee. Entscheiden werden Bundesrat und Parlament.