Maurer zur IS-Bedrohung: «Keine Panik!»

Zurzeit besteht keine konkrete und akute Bedrohung durch Terroranschläge gegen die Schweiz. Dieser Ansicht ist Verteidigungsminister Ueli Maurer. Doch das Land sei nicht generell gefeit von Frust-Attacken «isolierter Individuen».

Ueli Maurer spaziert auf einjem Troittor, den Kittel locker über die Schulter gelegt

Bildlegende: Bundesrat Ueli Maurer gibt sich mit Blick auf die IS-Bedrohung für die Schweiz gelassen. Keystone

Er stelle eine gewisse «Überreaktion» fest im Zusammenhang mit einem möglichen Anschlag der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Schweiz, sagte SVP-Bundesrat Maurer in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps». «Keine Panik!», kommentierte er die jüngsten Ereignisse im Land. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) beobachte seit Jahren die Risiken von Terrorismus und Dschihadismus.

Zu mutmasslichen Verhaftungen von Mitgliedern des IS in der Schweiz, äusserte sich Maurer nicht. Der Kampf gegen den Dschihadismus sei eine Priorität des NDB. «Die Prävention ist wichtig, insbesondere mittels Überwachung von Internetseiten», sagte Maurer.

Schweizer Muslime «gut integriert»

Maurer bekennt, dass die Schweiz nicht neutral sei im Kampf gegen den Terrorismus. Sie sei insofern exponiert, als dass die Notwendigkeit einer internationalen Koordination bestehe. Doch «ohne koloniale Vergangenheit» und ohne Teilnahme an Konflikten sei die Schweiz zwangsläufig weniger im Visier als etwa Frankreich. Das Land beteiligt sich an der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz IS.

Dass Schweizer Bürger von Franzosen aufgrund der sprachlichen Verbindungen rekrutiert werden könnten sei zwar möglich. Doch steckten die beiden Länder in unterschiedlichen Situationen. Die Muslime in der Schweiz seien «eher gut integriert» im Gegensatz zu dem «was in gewissen französischen Vorstädten passiert».

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Schweizer Terrorzellen – eine Spurensuche

    Aus 10vor10 vom 26.9.2014

    Weltweit jagen Geheimdienste Dschihadisten und Sympathisanten der Terroristen. Auch die Schweiz wird mit einer Uno-Resolution verpflichtet, dass sie Verdächtige konsequent strafrechtlich verfolgt. Bereits im März ist hierzulande eine mutmassliche IS-Terrorzelle ausgehoben worden. Die Spur führt in den Kanton Schaffhausen.