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Schweiz Mehr Arbeitslose: Gewerkschaften sind alarmiert

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB fordert einen verstärkten Kampf gegen die steigende Arbeitslosigkeit. Dazu schlägt er eine ganze Reihe von Massnahmen vor.

Legende: Video Kündigungsschutz für ältere Mitarbeiter abspielen. Laufzeit 1:49 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 05.01.2016.

Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ist die Arbeitslosigkeit ein Hauptproblem. In absoluten Zahlen habe diese einen «historischen Höchststand» erreicht, sagte Präsident Paul Rechsteiner am Dienstag an der Jahresmedienkonferenz. Deutschland habe mittlerweile sogar eine tiefere Quote als die Schweiz.

Für 2016 erwartet der SGB einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3,6 Prozent. Im November hatte die Quote bei 3,4 Prozent gelegen.

Leistungsabbau wirkt sich aus

Zum Anstieg der Erwerbslosigkeit seit der Jahrtausendwende haben laut Rechsteiner die Frankenstärke sowie Leistungsverschlechterungen bei der Altersvorsorge und der Invalidenversicherung beigetragen. Letztere hätten dazu geführt, dass heute zusätzliche 90'000 bis 110'000 Personen auf einen Arbeitsplatz angewiesen sein. Die Preisgabe des Mindestkurses habe die Erwerbslosigkeit in der Schweiz entgegen dem europäischen Trend steigen lassen.

Der Gewerkschaftsbund verlangt deshalb eine Reihe von Massnahmen:

  • Er bekräftigte seine Forderungen nach einem besseren Kündigungsschutz für langjährige ältere Mitarbeitende und nach einem neuen Euro-Mindestkurs.
  • Der Bund müsse darüber hinaus die flankierenden Massnahmen verstärken. Prioritär seien mehr Kontrollen und bessere Durchsetzungsinstrumente, sagte SGB-Chefökonom Daniel Lampart.
  • Zudem brauche es mehr Gesamtarbeitsverträge.

Zwei grosse Herausforderungen

Eine «grosse Herausforderung des neuen Jahres» nennt der SGB-Präsident den Erhalt der bilateralen Verträge mit der EU. Der Schlüssel dazu sei die Verbesserung des Schutzes der Löhne und Arbeitsplätze. Zentral sei auch die Altersvorsorge. Der SGB fordert mit seiner Initiative «AHVplus» 10 Prozent höhere Renten. Das Parlament lehnt die Initiative ab.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotah)
    Der SGB hat es damals versäumt die Zustimmung zur PFZ von flankierenden Massnahmen abhängig zu machen welche diesen Namen verdienen, bis heute gibt es nur lächerliche Strafen, weiter macht sich der SGB der Verharmlosung der schweizerischen Arbeitslosenzahlen schuldig weil hier eine im nordkoreanischen Stile erfundene Schönwetter - Quote veröffentlicht wird, welche international nicht anerkannt und vergleichbar ist obwohl man die international anerkannten Zahlen ebenfalls zur Verfügung hätte.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Aber genau dieser linkslastige Gewerkschaftsbund, der jetzt Massnahmen gegen die steigende Arbeitslosigkeit fordert, solidarisierte sich einst vehement mit der Gegnerschaft der Masseneinwanderungsinitative der SVP.
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  • Kommentar von Ruedi Hammer (Ruedi Hammer)
    Aber nein Herr Rechsteiner: Das kann doch alles gar nicht stimmen, was Sie hier sagen, denn wir haben doch dank Ihnen die Personenfreizügigkeit und einen riesigen Fachkräftemangel und brauchen trotz Verlagerung der CH-Jobs ins Ausland weiterhin unbeschränkte Zuwanderung ... Alles schon vergessen ?
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    1. Antwort von Markus Berner (Markus Berner)
      Herr Hammer - die Schweiz hat mittlerweile Deutschland punkto Arbeitslosenquote überholt - und Deutschland hat ja bekanntlich auch Personenenfreizügigkeit... Es kann also nicht an der Personenfreizügigkeit liegen.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Ja, tatsächlich, Deutschland hat mächtig aufgeholt, weil 1.die Löhne gesunken sind, weil 2.viele in "Minijobs" beschäftigt sind und weil 3.die deutsche Wirtschaft vom schwachen € profitiert. Deutschland steht ab ca.2030 vor einer enormen Altersarmut. Die Wirtschaft bezahlt kaum Steuern und die Gewinne fliessen in wenige private Taschen. Die Gebühren und Steuern für den Arbeitnehmer steigen- und bald soll auch das Rentenalter wieder angehoben werden. Die PfZ ist kein Segen, sondern ein Fluch!
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