Zum Inhalt springen

Unterschiede je nach Branche Mehr Lehrstellen als Lernende

Zur Zeit herrscht in der Schweiz eine komfortable Situation für Schülerinnen und Schüler, die eine Lehre machen wollen. Es gibt mehr Lehrstellen als Lernende. Weil die Nachfrage je nach Branche jedoch stark variiert, bleiben trotzdem viele Stellen unbesetzt.

Legende: Video Sehr viele Lehrstellen sind nicht besetzt abspielen. Laufzeit 3:29 Minuten.
Aus 10vor10 vom 12.07.2017.
  • Fast 70'000 Schülerinnen und Schüler werden diesen Sommer eine Lehre antreten. Die meisten von ihnen haben bereits eine Stelle gefunden.
  • Insgesamt hat es mehr freie Lehrstellen als interessierte Jugendliche.
  • Während einige Branchen alle Lehrstellen vergeben können, kämpfen andere jedoch seit Jahren um Lehrlinge.
  • Mit neuen Methoden wird nun auch versucht, Anreize für junge Erwachsene zu schaffen.
Lernender am schweissen.
Legende: In den kommenden Jahren sollen geburtenstarke Jahrgänge die Schule abschliessen. Dies ist gut für die Lehrbetriebe. Keystone

Ein Blick auf einzelne Branchen zeigt, dass es sehr unterschiedlich ist, wie umkämpft die Lehrstellen sind. Lehren in der Gesundheitsbranche beispielsweise sind sehr gefragt. Fast alle Lehrstellen sind bereits besetzt. Über alle Branchen hinweg sind jedoch noch rund 12'000 Lehrstellen offen. Dies sei eine komfortable Situation für die Schülerinnen und Schüler, sagt der Bildungsökonom Stefan Wolter von der Universität Bern, der die Berufsbildung beobachtet.

Bis 2013 war die Situation umgekehrt: so suchten jeweils im Frühling mehr Schüler eine Lehrstelle als deren ausgeschrieben waren: Es herrschte Lehrstellenmangel. In den vergangenen Jahren nahm die Zahl der an einer Lehre interessierten Schüler ab, weil mehrere geburtenschwache Jahrgänge von der Schule kamen. Gleichzeitig wuchs die Wirtschaft und so blieb die Anzahl Lehrstellen gleich hoch.

Mehr Stellen bei technischen Berufen

Grundsätzlich ist es so, dass bei technischen Berufen mehr Lehrstellen vorhanden sind als nachgefragt. 10vor10 hat zwei Betriebe besucht – im Gesundheitswesen und einen technischen Beruf – und bei den Lernenden nachgefragt.

In den kommenden Jahren sollen geburtenstarke Jahrgänge die Schule abschliessen. Dies ist gut für die Lehrbetriebe. Schwieriger wird es dann wohl wieder für die Schülerinnen und Schüler, ihren Traumberuf zu erlernen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Henriette Rub (ehb)
    Ist doch klar. Alle Eltern wollen ihre Sprösslinge auf der Uni sehen. So wird mal erst der eigene Ehrgeiz befriedigt. In einer Lehre müsste man ja auch noch arbeiten, was man den armen Kleinen doch nicht zumuten darf. Einst bildete ein Lehre den Grundstock eines stabilen Mittelstandes. Den will nun Keiner mehr haben. Wirklich Ersatz ist nicht in Sicht und die so hochstilisierte Wirtschaft schwächelt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von E P (Erlipfe)
    Offene Lehrstellen?Kein Wunder! Schickt doch junge Leute durch noch mehr Assessments, Basic Checks, Multi Checks und andere Psycho Übungen, um ihnen vollends das Selbstvertrauen und die Freude am Arbeiten zu nehmen! Anstellungshürden, die höchstens für hochbezahlte CEOs gerechtfertigt wären, werden heute auf angehende Lehrlinge angewendet und dann wundert man sich, dass man keine jungen Leute findet? Mal scharf nachdenken in einer ruhigen Minute liebe HR Leute mit euren noch so klugen Methoden!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Roger Stahn (jazz)
    «Grundsätzlich ist es so, dass bei technischen Berufen mehr Lehrstellen vorhanden sind als nachgefragt.» Grundsätzlich ist es so, dass heutzutage die westlichen Gesellschaften absolut von einer funktionierenden Technik/Infrastruktur abhängig sind. Mit anderen Worten, nichts geht mehr, wenn die Technik nicht funktioniert. Wenn immer weniger Kompetenz (fähiger Nachwuchs) in diesem essentiellen Bereich vorhanden ist, so stellt dies schlicht ein immenses Sicherheitsrisiko für alle Bereiche dar.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen