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Kampagne Ernährungssicherheit Mehr Qualität, mehr Markt oder mehr Nachhaltigkeit?

Die Befürworter des Verfassungsartikels zur Ernährungssicherheit legen ihre Argumente dar.

Die Vertreter der Parteien vor Journalisten.
Legende: Ein Ja mit verschiedenen Gründen: Robert Cramer, Sara Stalder, Matthias Jauslin und Regina Fuhrer. Keystone
  • Ein überparteiliches Komitee befürwortet den neuen Verfassungsartikel über die Ernährungssicherheit.
  • Die Mitglieder von SP, Grünen, FDP, GLP sowie der Konsumentenschutz haben allerdings unterschiedliche Argumente für das Ja. Sie haben sie in Bern vorgestellt.
  • Am 24. September wird über den direkten Gegenentwurf zur Initiative des Bauernverbandes abgestimmt. Diese wurde zurückgezogen.

Eines haben die Mitglieder des Komitees «JA zur Weiterentwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft» gemeinsam: Sie haben alle die Initiative des Bauernverbandes abgelehnt. Dies erklärte SP-Nationalrat Beat Jans vor den Medien in Bern.

Trotzdem sind die Argumente der Vertreter der einzelnen Parteien sehr unterschiedlich:

Für die SP sprach Nationalrat Beat Jans (BS): Er befürworte den Artikel, weil er den Schutz des Kulturlandes und den fairen Handel stärke und die Verschwendung von Lebensmitteln vermeide.

Gegen Abschottung

Für die Grünen betonte Ständerat Robert Cramer (GE) das Prinzip der Nachhaltigkeit. Zwar sei diese bereits in der Verfassung verankert. Doch der neue Artikel beziehe sich auch auf Importe.

Für die FDP erklärte Nationalrat Matthias Jauslin (AG), dass es primär darum gegangen sei, die Initiative des Bauernverbandes zu verhindern. Dies, weil sie auf Abschottung gezielt habe. Als positiv betrachtet Jauslin, dass die Schweizer Landwirtschaft durch den neuen Artikel näher an den Markt gebracht werden könne. Weitere Freihandelsverträge müssten das Ziel bleiben.

Als Vertreter der GLP sprach Nationalrat Jürg Grossen (BE). Er betonte die stärkere Ausrichtung auf den Markt und die Nachhaltigkeit im grenzüberschreitenden Handel und in der Produktion.

Mehr Markt – mehr Qualität

Konsumentenschutz-Geschäftsleiterin Sara Stalder argumentierte, dass mehr Markt für die Konsumenten bessere Qualität und ein breiteres Sortiment bedeuten würden. Ausserdem treiben laut Stalder überhöhte Preise für die Importe die Preise in die Höhe.

Legende: Video Klare Sache bei der Ernährungssicherheit abspielen. Laufzeit 0:16 Minuten.
Aus Tagesschau vom 18.08.2017.

Für die Kleinbauern-Vereinigung bedeutet das Wort «standortangepasst» im neuen Verfassungsartikel eine vielfältige bäuerliche Landwirtschaft. Dies sei zum Wohle von Mensch und Natur, wie Präsidentin Regina Fuhrer sagte.

Über den Gegenentwurf zur Initiative des Bauernverbandes wird am 24. September abgestimmt. Der Bundesrat, National- und Ständerat befürworten den vom Parlament ausgearbeiteten Verfassungsartikel.

Die erste SRG-Trendumfrage von Anfang August sieht eine klare Zustimmung für den Bundesbeschluss.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was für ein "Theater" der teuren PolitikerInnen!! Eines ist doch klar: Das Agrarland, gehört grundsätzlich der Bevölkerung! Die LW hat den Auftrag, damit die Bevölkerung adäquat zu ernähren - also mit Umsicht und Rücksicht gegenüber Natur und Tier, das Agrarland zu wirtschaften, nachhaltig öko-logisch, nichts zu vergiften - zerstören (Erde, Wasser Luft)!! Das Problem, liegt lediglich bei der korrekten Umsetzung des klaren Auftrages, indem die konventionelle LW = eine Misswirtschaft ist!!
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  • Kommentar von A. Zuckermann (azu)
    Wer mir eine sinnlosere Initiative nennt, bekommt eine Toblerone geschenkt =) Da das ganze nichts bringt aussert Staats-spesen, wäre es die perfekte Möglichkeit dem mächtigen Bauernverband mal eins auszuwischen. Deshalb Nein!
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Der Staat kann dann regulierend sagen: Wenn ihr nicht das esst was wir von der Partei wollen, dann werdet ihr Kasse gebeten. Sprich: Abgaben auf Fleisch, Abgaben auf "Ungesundes", wie Süssgetränke, etc. etc. Wir sollen alle zu velofahrenden Chörnlipickern werden, in verdichteten Plattenbauten wohnend, geleitet von der Einheitspartei, die genau weiss, was gut für uns ist. So gut, wie es uns die DDR ja vorgemacht hat. Schaut den Cramer doch mal an: Brille und Bart wie sein Vorbild Ulbricht.
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Was alles soll noch der Staat regulieren? Schlussendlich steuert allein der Konsument, wie - wer - was -wo produziert. Dazu wäre eine Sensibilisierung für die grossen Zusammenhänge zwischen mir und der Gesellschaft hilfreicher - ohne Verfassungsartikel!
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Der Marktmechanismus hat sich in verschiedenen Bereichen (u.a. in der Landwirtschaft) von einem Nachfrager- zu einem Anbietermarkt entwickelt. Gerade was LW angeht, spielt die zunehmende Urbanisierung den Anbietern in die Hände. In den Städten liegt der Produzent nicht gleich um die nächste Häuserecke.
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