Energiesparen im ÖV Mehr Verkehr, weniger Strom-Verbrauch – ist das möglich?

Der Bund gibt dem öffentlichen Verkehr schwierige Vorgaben. So sollen sie erreicht werden.

Die Vorgabe des Bundes an die öffentlichen Verkehrsunternehmen ist klar: Bis 2050 sollen sie 600 Gigawattstunden Energie im Jahr einsparen. Das entspricht dem Strombedarf von 150'000 Haushalten.

Gleichzeitig gibt es viele Ausbaupläne im öffentlichen Verkehr, um künftige Engpässe zu beseitigen. Energiesparen trotz grösserem Angebot – das ist keine einfache Aufgabe. Das weiss auch Florence Pictet, Sprecherin beim Bundesamt für Verkehr. «Es ist eine Herausforderung, das ist klar», sagt sie.

SBB ist zuversichtlich

Doch es gebe Wege, dieses Ziel zu erreichen: Etwa mit neuen Lokomotiven, die weniger Energie verbrauchen. Mit effizienteren Klimaanlagen in den Zügen und Bussen. Der Bund ist überzeugt, dass die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs seine Vorgaben erfüllen können, sagt Florence Pictet: «Ja, wir sind zuversichtlich, dass es machbar ist.»

Die SBB, das grösste ÖV-Unternehmen der Schweiz, teilt die Zuversicht des Bundes: In einer Stellungnahme schreibt die Bahn, sie plane ganz auf erneuerbare Energien umzustellen und bis 2025 600 Gigawatt Strom einzusparen.

Ein dichteres ÖV-Netz und dennoch ein tieferer Energieverbrauch, das scheint also doch möglich zu sein.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Südostbahn ausgebremst

    Aus Schweiz aktuell vom 15.6.2017

    Das Bundesamt für Verkehr unterstützt das Pilotprojekt für selbstfahrende Züge zwischen Nesslau SG und Mogelsberg SG nicht. Die ganze Branche müsse zusammen und gemeinsam mit der Industrie eine Studie erarbeiten. Bis dahin würden keine Vorhaben von einzelnen Bahnen gefördert.

  • Auch der Verkehr muss mithelfen, das Klima zu schützen

    Aus Rendez-vous vom 31.5.2017

    Bis in drei Jahren sollen fünf Prozent des CO2-Ausstosses des Verkehrs kompensiert werden. Die Mineralölwirtschaft möchte BIO-Sprit beimischen. Damit dies nicht ins Geld geht, verlangt sie, dass der teure Biosprit auch weiterhin steuerbefreit bleibe. Doch der Bund hat anderes im Sinn.

    Maren Peters