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Schweiz Menschenhandel – es kommt Licht ins Dunkel

Die Bedrohungslage in der Schweiz ist unverändert geblieben, die Zeiten scheinen relativ ruhig zu sein. Doch die Schweiz ist keine Insel, wie Fedpol-Direktor Vez betont. Vor allem für den Menschenhandel ist sie ein beliebtes Ziel.

Zwei Prostituierte stehen am Strassenrand.
Legende: Die Mehrheit der ausgebeuteten Frauen stammt aus den Ländern der EU-Osterweiterung. Keystone

Die Schweiz ist ein sicheres Land. Doch auch hierzulande gibt es organisierte Kriminalität, Terrorismus, Geldwäscherei und Menschenhandel. Diese Phänomene sind in der Schweiz genauso aktuell wie in anderen europäischen Ländern, wie Jean-Luc Vez, Direktor des Bundesamts für Polizei (Fedpol). gegenüber SRF festhält.

Im Fedpol-Jahresbericht 2012 sticht ein Aspekt besonders ins Auge: In besagtem Jahr sind 5055 Meldungen wegen Menschenhandels eingegangen. Das sind rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr – und fast doppelt so viele Fälle wie noch 2008. Ist das Problem so viel grösser geworden oder nehmen es die Behörden einfach genauer als früher?

Neue Identität zum Schutz der Opfer

In der Tat habe man hier eine Entwicklung festgestellt, sagt Vez. Menschenhandel betreffe nun fast alle Kantone. Früher sei die Dunkelziffer gross gewesen. Nun seien mehr Fälle ans Licht gekommen. Denn der Bund habe verschiedene Massnahmen zur Bekämpfung ergriffen. Eine davon ist das Zeugenschutzprogramm, welches Anfang dieses Jahres in Kraft getreten ist.

Vom Menschenhandel betroffene Frauen haben Angst. Um ihr Leben, um ihre Familie. Diese Opfer sollen sich getrauen, als Zeugen zu intervenieren. Das können sie aber nur, wenn die Strafverfolgungsbehörden ihnen garantieren können, dass sie geschützt werden», erklärt Vez. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: ein neuer Name, ein neuer Pass, ein neuer Wohnort – allenfalls auch im Ausland.

Opfer sind mehrheitlich Roma-Frauen

Die Zeugenschutzstelle beim Fedpol läuft auf Hochtouren. Vez betont: Wichtig ist, dass die Sicherheitsbehörden die neuen Mittel nutzen und die Fälle melden. Mit den neuen Instrumenten seien die Behörden besser in der Lage, das Phänomen Menschenhandel zu bekämpfen.

Legende:
Menschenhandel Meldungseingänge Fedpol

Die Schweiz – ein offenbar beliebtes Ziel für Menschenhandel. Denn die Gewinnmöglichkeiten sind hoch und das Risiko bleibt gering. Wie aus dem Bericht hervorgeht, werden hauptsächlich Roma-Frauen aus Rumänien, Ungarn und Bulgarien zur Prostitution gezwungen. Die Opfer stammen zu 69 Prozent aus einem der drei Länder.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    Wie steht es hier um die"Steuerehrlichkeit"?"Verschlingt"diese ganze"Szene"nur Steuern oder trägt diese Art"Arbeit"auch zur Finanzierung des Staates bei?Wo verläuft die Grenze zwischen"Symbiose"(mit der armen,geplagten,Welt)und Abgrenzung?Ist dies mit ein Preis für die sogenannte"Offenheit über alles"?Sind wir eine"Problemlöser-Plattform"für andere Staaten?Für jene,die merklich Mühe haben sich so zu organisieren,dass sie"das Überleben Ihrer Mitglieder"in eigener Verantwortung bewältigen können?
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  • Kommentar von Verena Eberhard, 5722 Gränichen
    übrigens vor allem das Schweizer Fernsehen unterstützt diese kriminellen Machenschaften, denn diese Institution veröffentlicht die Lügen dieser Prostituierten. Ich habe es satt an diese einfältige Institution noch irgend etwas zu bezahlen.
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  • Kommentar von JP.Simon / Nietzscheaner, Bern
    Wenn die Frage von M.jaeger wie ein Reh scheu ist, sie kommt nicht von ungefähr und muss gestellt werden. Während des lesen der Nachricht, besonders b. der Stelle wo auf Hochtouren gearbeitet wird, wird es mir b. diesem Eifer schon etwas mulmig. Es sei denn man ist gegen Schlupflöcher im Netz, aber auch in der praktischen Handhabung der Verfügungen gut abgesichert.
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