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Mal was Neues auf den Teller Menü 1 mit Mehlwurm, bitte!

Genug von Sushi, Steak oder langweiligem Gemüseauflauf? Ja? Gut! Denn jetzt gibt es Insekten.

Legende: Video Proteine der Zukunft: Was uns vom Insekten-Essen abhält abspielen. Laufzeit 4:58 Minuten.
Aus Kulturplatz vom 05.08.2015.
  • Ab Mai dürfen Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken in der Schweiz verkauft werden. Das hat der Bundesrat entschieden.
  • Der grösste Paradigmenwechsel im neuen Lebensmittelrecht betrifft aber einen anderen Bereich: Bisher mussten alle Recht nicht erwähnten Lebensmittel bewilligt werden. Neu dürfen sie verkauft werden, wenn sie sicher sind und den Gesetzen entsprechen.
  • Bei neuartigen Lebensmitteln gilt weiter eine Zulassungspflicht.

Langweilt Sie ihr Essen? Hängen Ihnen Steak, Gemüseauflauf oder Fisch zum Hals raus? Nicht verzweifeln – die Lösung naht! Denn ab Mai 2017 dürfen Köstlichkeiten aus Mehrwürmern, Grillen oder Wanderheuschrecken auf den Teller.

Der Schweizer Grossverteiler Coop hat heute denn auch prompt angekündigt, Produkte auf der Basis von Insekten zu lancieren: Sobald das neue Gesetz in Kraft sei, gebe es in ausgewählten Filialen «spannende Variationen von Burgern und Hackbällchen».

Insekten essen? Langweilig...

Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation sind rund 1900 Insektenspezies essbar. Bei rund zwei Milliarden Menschen stehen sie bereits auf dem Speiseplan. Am beliebtesten sind Käfer. Gefolgt von Raupen, Bienen, Wespen, Ameisen, Heuschrecken, Grillen, Zikaden, Termiten, Libellen und Fliegen – bis hin zu Küchenschaben.

Insekten auf Schweizer Tellern: Zu verdanken ist das dem Bundesrat, der Handel und Verkauf von Insekten erlaubt hat. Geregelt ist das in einem Teil des neuen Schweizer Lebensmittelrechts. Und da geht es natürlich nicht nur um Insekten.

Das neue Recht erhöhe die Transparenz, schütze die Bevölkerung besser vor Täuschung und vereinfache den Handel. Die grösste Änderung: Bisher benötigten alle im Lebensmittelrecht nicht erwähnten Lebensmittel eine Bewilligung. Neu dürfen sie verkauft werden, sofern sie sicher sind und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Ein Schub für Innovationen?

Bei neuartigen Lebensmitteln – wie beispielsweise Proteinextrakten aus Insekten – gilt das nicht. Hier soll eine Zulassungspflicht dafür sorgen, dass die Sicherheit gewährleistet ist.

Dieser Wechsel fördert laut dem Bundesrat die Innovation: Neue Produkte kommen schneller auf den Markt, und administrative Hürden fallen weg. Zudem gleiche die Schweiz ihre Regelungen jenen der EU an, was Handelshemmnisse abbaue. Damit schaffe das neue Recht verschiedene Vorteile für Gewerbe und Handel.

Uneinig bei der Deklaration von Nährwerten

Von einer klareren Deklaration von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen würden auch die Konsumentinnen und Konsumentinnen profitieren, schreibt der Bundesrat weiter. Bei vorverpackten Lebensmitteln zum Beispiel werden die Nährwerte angegeben, bei Fleisch und Fisch ist die genaue Herkunft deklariert. Zudem werden bei Lebensmitteln im Offenverkauf Allergene besser angegeben. Das alles soll auch für den Onlinehandel gelten.

Die Kennzeichnung der Nährwerte und die Allergiehinweise wurden in der Vernehmlassung kritisch beurteilt. Viele Regeln seien praktisch nicht umsetzbar, monierte etwa der Verband der Kantons-Chemiker.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Ab jetzt werde ich bestimmt kein Fertiggericht mehr kaufen, worin sich irgend welche Würmer und Maden befinden könnten. Das ist doch einfach pervers! Wir haben ja gar nicht "Hungersnot" sondern wir leben im Überfluss. Man kann heute einfach nicht genügend blödes Zeugs erfinden. Wie sollen wir nun diese "Allesfresser" nennen?
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Aber sie sollen enorm gesund sein, sehr eiweisshaltig. Aber eben, es ist alleine schon der Gedanke ! In Asien wird das sehr genossen.
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Sind wir doch auch einmal ungehörig und warten nicht auf den Monat Mai. Setzen wir das Gericht schon zu Weihnachten auf den Tisch.
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  • Kommentar von Aurel Specker (Auspec)
    Ich kann absolut nicht verstehen wieso sich hier Leute gegen diese Zulassung sträuben... Es steht ja immer auf der Packung was drin ist, wenn Sie es dann nicht kaufen/essen wollen, lassen Sie es doch einfach. Diese Leute, die es aber probieren wollen sollen doch die Möglichkeit haben... Übrigens, stellt man sich hier etwas falsches vor. Die Hauptverwendung wird mittelfristig in der Verwendung von Insektenmehl liegen, das ist nicht "grusiger" als das was von der Kuh ins Wienerli kommt.
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    1. Antwort von Henriette Rub (ehb)
      Klar, auf der Verpackung steht schon etwas, aber schön mit fremdartigen Begriffen umschrieben. Da muss man gleich eine ganze Liste mit zum Einkaufen nehmen. Internetabfrage hilft nämlich nicht immer weiter und Codecheck ist noch "unterbesetzt". Vielleicht sind sie halt etwas zu leichtgläubig Auspacken!
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