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Mercosur und die Bauern Kann sich die Schweiz gegen Südamerika behaupten?

Legende: Audio Die Agrar-Allianz auf Südamerikareise abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
01:52 min, aus HeuteMorgen vom 03.05.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bundesrat Johann Schneider-Ammann reist derzeit durch Brasilien, Paraguay, Uruguay und Argentinien.
  • Thema ist das geplante Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten.
  • Die Schweizer Bauern fürchten die günstigere Konkurrenz aus Südamerika, falls die Zölle abgeschafft würden.
  • Der Schweizer Bauernverband hat die Reise boykottiert. Mitgereiste Landwirtschaftsvertreter sind von den Ausmassen in Südamerika beeindruckt.

Ein Besuch bei einer Landwirtschaftsmesse in Brasilien zeigte der Delegation die Dimensionen auf, die dort herrschen. Die Ausmasse der Maschinen beeindrucken Christof Dietler, Geschäftsführer der Agrar-Allianz, beispielsweise die 40 Meter breiten Spritz- und Sämaschinen und die Grösse der Felder. «Das ist eine andere Landwirtschaftswelt», berichtet der Landwirtschaftsvertreter.

Das ist eine andere Landwirtschaftswelt.
Autor: Christof DietlerGeschäftsführer der Agrar-Allianz

Dietler möchte sich auf der Reise ein Bild machen, ob die kleinräumige Schweizer Landwirtschaft sich gegen eine solche Konkurrenz behaupten kann.

Zwei Reihen Traktoren fahren über ein Sojafeld in Brasilien
Legende: Die Ausmasse der Landwirtschaft in Brasilien und der Schweiz sind nicht vergleichbar. Keystone

Die Agrar-Allianz setzt sich für eine nachhaltigere Landwirtschaft ein und hat zu den Freihandelsplänen mit den Mercosur-Staaten noch nicht im Detail Stellung bezogen.

Bauernverband boykottiert Reise

Positioniert hat sich aber der Schweizerische Bauernverband. Er erachtet die Reise als wenig sinnvoll. Bauernpräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter ist deshalb in der Schweiz geblieben. Er fordert beim Freihandel Ausnahmen für Fleisch, Gemüse, Obst und andere für die Schweiz sensible Produkte und verlangt, «dass man hier keinen zusätzlichen Druck auf unsere Märkte ausübt».

CVP-Nationalrat Markus Ritter
Legende: Bauernverbandspräsident Markus Ritter stellt klare Forderungen in Richtung Wirtschaftsdepartement. Keystone

Monatelang herrschte wegen der Freihandelspläne Funkstille zwischen dem Bauernverband und dem Wirtschaftsdepartement. Nach einer Aussprache letzte Woche haben sie die Zusammenarbeit auf technischer Ebene wiederaufgenommen. Ganz auf stur stelle der Bauernverband nicht, sagt Ritter.

Pendant zu China-Abkommen als Lösung?

Ein Freihandels-Abkommen wie dasjenige mit China wäre für den Bauernverband akzeptabel, betont er. Fraglich bleibt allerdings, ob die Mercosur-Staaten auf ein solches Angebot einsteigen. Denn im Gegensatz zum Lebensmittel-Importland China sind sie Agrar-Exportländer. Deshalb sind die Mercosur-Länder daran interessiert, dass die Zölle auf Agrarprodukte sinken.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Delmar Lose (Globetrotter)
    "Landwirtschaftsvertreter sind von den Ausmassen in Südamerika beeindruckt.", von was? Der ungrenzlich seinenden gier des Menschen? Monokultur und dies dan noch in solchen dimensionen sind ein ökologische Katastrophe! Speziell Bauern sollten ein Gefühl dafür haben. Wo soll das alles enden? Kurtzfristiges und egoistisches denken und hadeln treibt unsere Erde in den Abgrund!
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Ein Land dass sich nicht selbst ernähren kann, ist dem Unbill der Beschaffung von Lebensmittel aus gesetzt, zugleich ist die Konsequenz daraus , die Zahl der Bevölkerung so gering zu halten , dass eine Selbstversorgung auch mit hoher Lebensmittelqualität in allen Fällen möglich ist. Wer Probleme vermeiden will muss diese ökonomischen Grundregeln beachten. Somit ist die Schweiz schon gar kein Einwanderungsland .
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Saladillo eine Kleinstadt im ländlichen Teil der Provinz Buenos Aires. Sie wird Viehpferch-Hauptstadt genannt. In den vergangenen Jahren sind mehr als ein Dutzend Feedlot-Betriebe gegründet worden. Die Umweltfolgen sind schrecklich. Das Tierwohl ist gleich Null. Das Grundwasser ist belastet. Viel Dung auf wenig Fläche verursacht ausserdem den Ausstoss von Gasen wie Methan und Stickoxid. Die Emissionen stinken, sind giftig und machen das Leben dort fast unmöglich. Kein Fleisch aus Südamerika!
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    1. Antwort von Benjamin Knie (Beno)
      Sickoxide werden überall ausgestossen und sind von der Natur ganz natürlich abbaubar und kein wenig Umweltschädlich und sie treten sogar zum teil aus dem Boden. Es gibt ganz andere tragische Verpester wie die Atomkraftwerke und viele Grossbetriebe denen die Umwelt ein Lack interessiert und die abbauten von Aluminium die ein Bild der Zerstörung hinterlassen und die Meere wo der Mensch sein Ungemach treibt nur aus kapitalistischen Gründen und zwar nicht mit irgendwelchen Plastikteilchen.
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