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Schweiz Mettauertal hat ein Herz für Asylsuchende

Die Aargauer Gemeinde erklärt sich bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. Das Dorf sieht sich damit in der humanitären Tradition der Schweiz. Die Einwohner des Ortes tragen den Entscheid des Gemeinderats mit.

Legende: Video Mettauertal will Asylsuchende abspielen. Laufzeit 03:26 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 23.07.2014.

Abgelegen liegt die Gemeinde Mettauertal im Fricktal. Gar abseits gestanden hat sie bei der Aufnahme von Asylsuchenden. Im Kanton Aargau ist es für alle Gemeinden Pflicht ein bestimmtes Kontingent an Flüchtlingen aufzunehmen.

Mit knapp 1'900 Einwohnern müsste Mettauertal eigentlich vier Flüchtlinge aufnehmen. Bisher hat sich der Gemeinderat jedoch dagegen gewehrt und lieber eine Ersatzabgabe bezahlt. Letztes Jahr waren das 17'000 Franken.

Humanitäre Tradition

Dem Gemeindeammann Peter Weber (parteilos) ist mit diesem Ablasshandel mittlerweile nicht mehr wohl. Der Gemeinderat hat darum einen Kurswechsel in der örtlichen Asylpolitik beschlossen.

Legende: Video Aarburg bekämpft Asylunterkunft abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 18.06.2014.

Dafür gibt es laut Weber vor allem zwei Gründe: «Die weltpolitische Situation hat sich stark verändert in den letzten Jahren. Wir haben einige Konflikte, Syrien zum Beispiel, Südsudan oder neu auch in der Ukraine. Vieles ist unsicher.» Er sieht die humanitäre Tradition der Schweiz und will mit seiner Gemeinde einen Teil dazu beitragen. «Daneben wollen wir die Solidarität unter den Gemeinden fördern.» Lange hätte Mettauertal nur die Abgabe bezahlt und den Umgang mit Asylsuchenden anderen Gemeinden überlassen.

Familien statt junge Männer

Die Gemeinde stellt aber auch Bedingungen für ihre Solidarität: Erstens will sie nur Familien aufnehmen und zweitens sollen diese Familien aus der gleichen Kultur kommen.

Legende: Video 140 Asylbewerber für Bettwil abspielen. Laufzeit 04:50 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.11.2011.

«Wenn junge Männer zu uns kommen, dann haben wir wohl ein Problem. Wir wissen nicht was wir mit ihnen machen sollen. Wir haben nicht die Möglichkeiten, um sie vernünftig zu beschäftigen.» Mit Familien sei das ganz anders, sagt der Gemeindeammann. Der Entscheid wird von der Dorfbevölkerung so auch mitgetragen.

300 Plätze zu wenig

Bisher hat im Kanton Aargau vor allem der Widerstand gegen geplante Asylzentren für Schlagzeilen gesorgt. Zum Beispiel in Bettwil oder zuletzt in Aarburg. Der Kurswechsel in Mettauertal freut nun auch das zuständige kantonale Departement für Gesundheit und Soziales. Balz Brueder, Kommunikationsleiter des Departements, hofft auf Nachahmer. «Es braucht noch einige Mettauertals bis unser Problem gelöst ist. Zurzeit fehlen uns nämlich 300 Unterbringungsplätze für Asylsuchende.»

Wann die ersten Asylsuchenden nach Mettauertal ziehen, ist bisweilen noch unklar. Erst muss der Gemeinderat eine geeignete Unterkunft finden.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    All diese Menschen werden über kurz oder lang ebenfalls in die Sozialhilfe abgleiten.Und es werden jährlich mehr.Wie wird in 5,10,15 Jahren das Verhältnis der Armut zur Gesamtbevölkerung sein?Jede/r 10.,8.,5.?Wer bezahlt die steigenden Gesundheitskosten,die Schulbildung(an allen Enden sparen)die Mobilität dieser Menschen?Sind unsere Politiker"Traumtänzer"?So werden diese Probleme nicht gelöst.Im Gegenteil,sie verschärfen sich.Das gleiche Geld am"Ort des Geschehens"wäre viel effizienter.
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  • Kommentar von A.Käser, Zürich
    1900 Einwohner(Kinder,Rentner,Sozialhilfebez.,Bez.v.EG-Leistungen)haben als"Ablass"jährlich CHF17'000 bezahlt.Pro PERSON ca.CHF1'000.Dazu kommen noch Kantons- und Bundesbeiträge(Entwicklungshilfe,etc.)Jede,jeder 13.lebt in unserem Land angeblich mit weniger als CHF2'200 monatlich.Auf diese Gemeinde hochgerechnet würde dies rund 146 Personen betreffen.Auch bei einem nicht,die Lebenskosten deckenden Einkommen,werden Steuern entrichtet(+KK,MWSt.,Energie)Ein Affront für die Hiesigen.Wie lange noch?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Die ältere Generation erinnert sich noch an den Ungarnaufstand und den Prager Frühling. Damals kamen sehr viele Flüchtlinge aus diesen Ländern zu uns und fanden eine dauerhafte Bleibe. Diese Menschen waren aber für uns keine Belastung. Schon bald machten sie sich unabhängig und wurden für uns kulturell und wirtschaftlich eine Bereicherung. Aber von den heutigen Flüchtlingen dürfen wir wohl kaum dasselbe erwarten, im Gegenteil.
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    1. Antwort von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
      @Zelger: Die Flüchtlinge kommen auch nicht, um für Sie eine Bereicherung darzustellen. Könnten Sie nicht mal für einen Augenblick diese Egozentrik beiseite legen? Für mich jedenfalls, sind ganz andere Leute in diesem Land eine Belastung. Und den ewigen Satz "dann gehen sie doch" kann man sich getrost sparen.
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