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Schweiz Migranten häufig zu gut ausgebildet für den Job

Gleiche Arbeit mit ungleichen Kenntnissen? Personen mit Migrationshintergrund sind in ihrem Beruf häufiger überqualifiziert als Schweizer ohne ausländische Wurzeln. Klar unterscheiden sich die beiden Gruppen hinsichtlich der Sprachkenntnisse.

Gute Fremdsprachenkenntnisse bringen Personen mit Migrationshintergrund offenbar nicht immer einen Vorteil. Sie sind für ihren Job und seine Anforderungen häufiger überqualifiziert, als Schweizer ohne Migrationshintergrund.

Ein Arbeiter in einem Steinbruch-Betrieb. Er trägt Mundschutz und eine Mütze mit der portugiesischen Flagge.
Legende: Secondos beherrschen mehr Landessprachen. Aber in ihrem Job wird dies oftmals nicht verlangt. Keystone

Das Bundesamts für Statistik (BFS) ermittelte 2010: Fast 27 % der Angehörigen der zweiten Generation verwenden üblicherweise zwei Landessprachen. Bei 6,3 % waren es gar drei der Schweizer Landessprachen. Im Gegensatz dazu waren es bei der einheimischen Bevölkerung nur 12 respektive 1,9 %.

Trotzdem übten 2012 von den eingewanderten Personen und ihren Nachkommen mit Tertiärausbildung (höhere Fachschule) 16,6 % einen Beruf aus, für den eine solche Ausbildung nicht nötig ist. Bei den Personen ohne fremde Wurzeln waren diesbezüglich nur 9,6 % überqualifiziert.

Öfter erwerbslos

Deutlich sind die Unterschiede zudem bei der beruflichen Hierarchie. So waren letztes Jahr 35,5 % der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund in Führungsfunktionen angestellt – gegenüber 30,5 % bei der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist zudem mit 6,2 % fast drei Mal häufiger von Erwerbslosigkeit betroffen als jene ohne Migrationshintergrund (2,3%).

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran, Basel
    Eine Ausbildung oder ein Diplom alleine sagen noch gar nichts aus. Warum wohl haben wir heute mit unfähigen Chefs zu kämpfen? Gut arbeiten ist auch eine Charaktersache. Und wer kein Talent hat, aber haufenweise Diplome dar wird dadurch auch nicht besser. Wir müssen wieder wegkommen von der Einstellungsmethode, je mehr Papiere, desto besser. Früher wurde man eingestellt und dann wurde geschaut, kann der oder die arbeiten. Das beobachte ich heute immer weniger. Was zählt eine grosse Klappe?
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  • Kommentar von R. Keller, zürich
    Der Titel "Migranten häufig zu gut ausgebildet für den Job" und dann die Erklärung dass sie mehrere Sprachen sprechen sehe ich als Täuschung. Bei der Tertiärausbildung ist der Unterschied dann 16.6% zu 9.6%. Und die Betroffenen arbeiten immer noch viel lieber in der Schweiz als im Ursprungsland, da von Diskriminierung zu sprechen finde ich verlogen Herr Kunz. Es gibt genug Schweizer, die keine Platz mehr in der Gesellschaft finden, oder genau so diskriminiert werden von den Ausländern.
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  • Kommentar von Lucas Kunz, Sallneck
    Hey Leute, hier geht es um Bürger der CH, die hier aufgewachsen sind, ihre Ausbildung hier in der CH absolviert haben ... und dennoch diskriminiert werden!
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