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Schweiz Millionen für die Rettung der Bilateralen

Der neu gegründete Verein «Vorteil Schweiz» will die Bilateralen und die EMRK retten. Hinter dem Verein stehen diverse namhafte Politiker. Und – im Gegensatz zu anderen Gruppen und Bewegungen – zwei Wirtschaftsmagnate mit Geld. Viel Geld.

Legende: Video «Hans Grunder: Es gibt nur Auns oder EU-Befürworter» abspielen. Laufzeit 3:06 Minuten.
Vom 03.04.2015.

Nach dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative spriessen Komitees, Gruppen und Bewegungen zur Rettung der Bilateralen wie Frühlingsglöckchen aus dem Boden. Jetzt kommt noch eine dazu: Diese Woche ist der überparteiliche Verein «Vorteil Schweiz» gegründet worden. Kleiner Unterschied zu anderen Bewegungen: Hinter diesem Komitee aus der Wirtschaft stehen zwei Berner Milliardäre, die bereit sind Millionen in die Rettung der Bilateralen zu stecken.

Monatelang hat der Unternehmer und BDP-Nationalrat Hans Grunder geweibelt. Für potente Geldgeber für ein Komitee aus der Wirtschaft zur Rettung der Bilateralen. Dem US-Berner Milliardär Hanjörg Wyss zeigte Grunder im Dezember gar das Parlament. Jetzt stehen die Finanzen. Und seit Donnerstag steht auch der Verein «Vorteil Schweiz».

Für die Bilateralen, für die EMRK

Es gebe bisher keine Bewegung, die sich für eine offene Schweiz einsetze, sagt Grunder im Interview mit der «Tagesschau». Der bilaterale Weg sei das Ziel des Vereins. Es gebe jedoch Bewegungen, die zeigen, dass wir in eine ganz gefährliche Richtung gehen würden, so Grunder.

Legende: Video «Jobst Wagner: Mehr Unternehmer sollten sich engagieren» abspielen. Laufzeit 3:24 Minuten.
Vom 03.04.2015.

Der Verein «Vorteil Schweiz» will konkret die Bilateralen bestätigen und weiterentwickeln sowie das Völkerrecht achten, also eine Kündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) verhindern.

Milliardär Hansjörg Wyss will «Vorteil Schweiz» vorerst eine Million Franken geben zur Anschubfinanzierung. Ebenso der Milliardär und Mäzen Jobst Wagner, dessen Familie die Rehau Gruppe mit 17‘000 Angestellten führt. Wirtschaftlseute wie er müssten sich jetzt klar für die Bilateralen engagieren, betonte Wagner in der «Tagesschau».

Im Juni vor die Medien

«Die letzten Jahre haben gezeigt, der Mut hat gefehlt. Wenn ich bei Kollegen und Unternehmern herumhöre braucht es ein bisschen einen Antrieb, eine Initialzündung», so Wagner. Er stelle sich zur Verfügung und helfe mit, möglichst viele andere Unternehmer zu motivieren.

Der überparteiliche Verein greift mit seinen Forderungen Christoph Blochers Kampf gegen die Masseneinwanderung und das Völkerrecht frontal an. Ist «Vorteil Schweiz» eine Anti-Blocher-Truppe? Nein, sagt Jobst Wagner. «Wir sind keine Bewegung gegen etwas, sondern eine Bewegung für ein wieder positiveres Verständnis der Schweiz zu Europa.»

Von diesen Bestrebungen hält der Zürcher SVP-Nationalrat Hans Fehr nichts. «Allein der Titel ist schon ein Schwindel, diese Leute wollen uns ganz klar in die Europäische Union hineintreiben.» Ihr Ziel sei es, den Volksentscheid gegen die Masseneinwanderung aufzuheben. «Damit werden sie aber keinen Erfolg haben», so Fehr. «Die Schweizer wollen selbst bestimmen und ein erfolgreiches Land haben.»

Für Mitinitiant Hans Grunder ist es wichtig, sich schon jetzt für eine spätere Abstimmung zum Erhalt der Bilateralen zu wappen. Ende Juni will sich der überparteiliche Verein den Medien stellen.

Gründungsmitglieder von «Vorteil Schweiz»

Jobst Wagner
Unternehmer
Hansjörg Wyss
Unternehmer
Nicole Loeb
Unternehmerin
Alex Wassmer
Unternehmer
Raymond Loretan
Unternehmer
Ruedi Noser
FDP-Nationalrat
Raphaël Comte
FDP-Ständerat
Filippo Lombardi
CVP-Ständerat
Hans Grunder
BDP-Nationalrat
Tiana Angelina Moser
GLP-Nationalrätin
Pascale Bruderer
SP-Ständerätin
Regula Rytz
Grüne Nationalrätin
Jean-Daniel Gerber
alt Staatssekretär

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