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Schweiz Minderjährige Flüchtlinge landesweit gleich behandeln

Kinder und minderjährige Asylbewerber haben besondere Schutzbedürfnisse. Die kantonalen Sozialdirektoren veröffentlichen deshalb Empfehlungen für den Umgang mit ihnen. Ziel ist zumindest eine gewisse Harmonisierung unter den Kantonen.

Legende: Video Standards für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge abspielen. Laufzeit 2:55 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.05.2016.

2736 Kinder und Jugendliche haben vergangenes Jahr ohne Begleitung in der Schweiz um Asyl ersucht. Das sind mehr als dreimal so viele wie noch 2014. Ihre Betreuung sei in einzelnen Kantonen nicht ideal oder gar ungenügend, kritisiert die Schweizerische Flüchtlingshilfe. Insbesondere die Unterbringung in allgemeinen Durchgangszentren sei unhaltbar.

Junger Flüchtling
Legende: Die Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger in Durchgangszentren sei unhaltbar, kritisiert die Flüchtlingshilfe. Keystone

Handlungsbedarf sehen nun auch die Kantone. Sie haben sich auf eine gewisse Harmonisierung des Umgangs mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verständigt.

Keine Behandlung als «de-facto-Erwachsene»

Die kantonalen Sozialdirektoren (SODK) verabschiedeten zum Abschluss einer zweitägigen Konferenz in Scuol einen Empfehlungskatalog, Link öffnet in einem neuen Fenster mit Minimalstandards bezüglich Unterbringung, Betreuung und gesetzlicher Vertretung. Er beinhaltet folgende zentrale Punkte:

  • Unterbringung bei Verwandten, in Wohngruppen oder sozialen Einrichtungen statt in Durchgangszentren
  • Einbezug der Minderjährigen in Entscheidungen
  • Rasche Beistand- oder Vormundschaft nach Zuweisung an die Kantone
  • Patenschaften zur Unterstützung der Integration und der Erleichterung des Übergangs in das Erwachsenenalter
  • Sozialpädagogische Begleitung bis zum Abschluss der Erstausbildung

Die Empfehlungen seien vom Grundsatz geleitet, dass minderjährige Asylbewerber in erster Linie minderjährige Personen seien und nicht wie «de-facto-Erwachsene» behandelt werden sollten, schreibt die SODK in einer Mitteilung. Bei allen staatlichen Massnahmen sei das übergeordnete Kindesinteresse vorrangig zu wahren. Unbegleitete Kinder und Jugendliche hätten aufgrund ihres Alters sowie des Umstandes, dass sie ohne Sorgeberechtigte in der Schweiz seien, besondere (Schutz-)Bedürfnisse.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Haab (Haab)
    Ich weiss nicht, weshalb sich alle so hysterisch benehmen.Statt Tausend Minderjährige wie 2014 beantragen 3000 Minderjährige nun 2016 Asyl. In ganz Europa stieg die Anzahl der Gesuche in dieser Zeitspanne. Das die Anzahl Gesuche stieg, könnte mit dem Ausbruch des Krieges, dessen Grundstein nebenbei mit dem Einzug in den Irak gelegt wurde, zusammenhängen. Und in Anbetracht zu den 50 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind ist die Aufnahme von 3000 Minderjährigen keine Herkulestat.
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Und ab sofort werden alle 18-Jährigen 16-jährig sein..............
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Warum wird von Kindern geschrieben wenn sie dort wo sie herkommen als Erwachsene gelten und viele schon übles auf dem Kerbholz haben?
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