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Hilfe durch Big Data Mit Algorithmen gegen Versicherungsbetrüger

Die Versicherungsbranche setzt im Kampf gegen Betrüger auf Big Data, der Auswertung interner und externer Daten.

Legende: Video «Suva kommt Betrügern auf die Schliche» abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.05.2017.

Knapp 300 Betrugsfälle hat die Suva letztes Jahr aufgedeckt. Das sind weniger als 0,1 Prozent aller gemeldeten Unfälle, ein Tröpfchen auf den heissen Stein bei einer viel höheren Dunkelziffer.

Schon Ende Jahr will man den Betrügern mit High-Tech auf die virtuelle Pelle rücken. Algorithmen, schlaue Computerprogramme, sollen den Schatz heben, auf dem jeder Versicherer sitzt: Die Daten der Versicherten.

Analyse nach Verdachtsmustern

«Die Software analysiert unsere internen Daten auf der Basis von Verdachtsmustern», so Roger Bolt, Teamleiter Missbrauchsbekämpfung der Suva. «Zwei Beispiele: Einerseits können das frühere Unfälle sein, andererseits kann das aber auch die Distanz zwischen Unfall und Arbeitsantritt sein. Das System fasst diese zusammen und gibt uns einen Wert, der die Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs darstellt.»

Konkret: Nach einem gemeldeten Unfall klagt zum Beispiel ein Versicherter über diffuse Schmerzen im Bein – ohne klare Diagnose. Die Software stellt dann eine überdurchschnittliche Lohnsumme und eine überdurchschnittlich Zahl von Unfällen bei der betreffenden Firma fest. Und merkt auch, dass der Unfall gleich am ersten Tag des Arbeitsverhältnisses passiert ist. Dies deutet auf eine hohe Betrugswahrscheinlichkeit hin.

«Wenn wir diese 300 Fälle in 500 Fälle verwandeln könnten, wären wir hier sicher sehr zufrieden, so Roger Bolt. Klingt nach wenig. Aber ein Taggeld-Betrugsfall kann schnell ein halbe Million Franken oder mehr kosten. Geld, das von den ehrlichen Suva-Kunden kommt.

Auch externe Daten werden genutzt, von Facebook zum Beispiel. Eine Bekanntschaft von Unfallbeteiligten lässt sich so beweisen. «Wenn wir wirklich externe Daten für die Beweisführung nutzen, teilen wir das den Versicherten mit», hält Bolt fest. «Und wir benützen nur der Öffentlichkeit zugängliche Daten». Dies ist eine Forderung der Datenschützer, die bei der neuen digitalen Welt der Versicherungen ganz genau hinschauen.

8 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Diese Art der Bespitzelung ist verwerflich und öffnet das Tor für die totale Überwachung -bei der Geburt einen Chip in den Hintern oder was noch Alles ? Hört auf mit diesen unseriösen Spielen !!!
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Zuständige SachbearbeiterInnen können im System nicht abfragen, ob jemand schon mal einen Unfall hatte und wann? Und kurzer Blick auf die Facebook-, etc-Website? Sorry ... sind die nicht fähig 2+2 zusammen zu zählen? Oder sind Informatikprojekte einfach geiler für die Chefs? Und viel teurer, aber das kann denen ja egal sein.
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Die Bedenken der Kommentarschreiber kann ich nicht nachvollziehen. Es kann ja nur im Interesse von uns Beitragszahler sein, dass Betrugsfälle aufgedeckt werden, wer einen wahren Unfall erleidet, muss überhaupt Nichts befürchten! Ich wünschte bei den Krankenkassen würden die Ärzte und Patienten auch mehr überwacht, allgemeine Kassen sind nicht Selbstbedienungsläden! Leute welche ständig wegen Nichts zum Arzt rennen und Ärzte welche unnötigen Behandlungen und Operationen ausführen, ist Realität!
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    1. Antwort von Martin Steffen (ms_1)
      "...wer einen wahren Unfall erleidet, muss überhaupt Nichts befürchten!": Und wenn jene, welche besonderen Wert auf Privatsphäre legen, von solchen Algorithmen alleine schon deswegen (fehlende Daten/Informationen) als erhöhtes Risiko mit einer höheren Betrugswahrscheinlichkeit eingestuft werden? Doktrin: Wer etwas zu verbergen hat, ist eh kriminell... Es sieht ganz düster aus für unsere freiheitliche Gesellschaft, die Demokratie und den liberalen Rechtsstaat! Heil Daten? Ohne mich!
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