Mit Checklisten gegen Fehler im Operationssaal

Eine vergessene Klemme, ein Eingriff am falschen Arm – man spricht hinter vorgehaltener Hand darüber, aber es gibt sie auch in Schweizer Operationssälen: vermeidbare Fehler. Die Stiftung für Patientensicherheit hat nun ein dreijähriges Pilotprogramm lanciert, das die Chirurgie sicherer machen soll.

Mit Checklisten für mehr Sicherheit: Eine Broschüre soll vermeidbare Fehler verhindern.

Bildlegende: Mit Checklisten für mehr Sicherheit: Eine Broschüre soll vermeidbare Fehler verhindern. ZVG

Die Stiftung für Patientensicherheit hat ein Programm lanciert, das Fehler von Chirurgen verringern will. «Progress! Sichere Chirurgie» soll vorläufig für drei Jahre laufen und orientiert sich an einer Checkliste der Weltgesundheitsorganisation für den Chirurgiebereich. 

Ziel des Programms sei eine flächendeckende Anwendung der Liste in der Schweiz, sagte eine Sprecherin der Stiftung. Jeder Patient, jede Patientin «soll erwarten können, dass sie verwendet wird – und richtig verwendet wird.»

Sind alle Instrumente am Schluss wieder da?

Die Checkliste hat drei Teile mit jeweils wenigen Fragen. Gecheckt werden verschiedene Aspekte zum Patienten, zum Eingriff, zum Material. So wird etwa kontrolliert, was vorgesehen ist, wo welche Risiken sind, ob alle verwendeten Instrumente und Materialien nach der Operation wieder vorhanden und ob die Informationen über die Nachbetreuung übergeben worden sind.

Laut Stiftung sterben in der Schweiz zwei von 100 Patienten nach einer Operation – ein Wert im europäischen Mittel. Bei 14 von 100'000 Operationen werden Fremdkörper im Patienten vergessen. 40 Prozent dieser «unerwünschten Ereignisse» in Operationssälen gelten als vermeidbar.

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