Mit Millionen gegen das Anti-Burka-Gesetz

Der algerische Unternehmer Rachid Nekkaz will das Tessiner Anti-Burka-Gesetz ad absurdum führen: Er hat angekündigt, sämtliche Bussen zu bezahlen, die deswegen ausgesprochen werden. Der Mann ist bereits durch verschiedene Aktionen in Erscheinung getreten.

Rachid Nekkaz und Frau in Niqab mit Schecks in den Händen

Bildlegende: Gleiche Aktion in Frankreich: Rachid Nekkaz (l.) und Muslimin zeigen Schecks gegen Bussen in die Kamera. Keystone

Wird das Tessiner Anti-Burka-Gesetz wirkungslos, bevor es in Kraft tritt? Zumindest scheint dies der Fall zu sein. Denn der algerische Unternehmer Rachid Nekkaz hat in Locarno angekündigt, dass er alle Bussen bezahlen wird, die im Zusammenhang mit dem Verhüllungsverbot anfallen. Begleitet wurde Nekkaz dabei von Nora Illi, der Frauenverantwortlichen des Islamischen Zentralrats der Schweiz.

Sobald es eine Strafe von 10'000 Franken gebe, werde er Einspruch erheben und damit bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg ziehen. Er wolle so erreichen, dass die Schweiz für ein «exzessives Strafmass» verurteilt werde.

Mit Voltaire gegen Gesetze

Persönlich sei er gegen Verschleierungen; sein Anliegen begründe sich auf den Ausspruch Voltaires: «Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen», zitierte Nekkaz den französischen Philosophen.

Wer ist Rachid Nekkaz?

Wer ist Rachid Nekkaz?

Der Algerier Nekkaz (*1972) machte ein Vermögen mit einem Internet-Startup. 2010 gründete er eine Organisation, die alle Bussen von Frauen bezahlt, die wegen Burka-Tragen verurteilt werden. Allein in Frankreich sollen es rund 1000 gewesen sein. Dort bezahlt er zudem sämtliche Bussen wegen Leugnung des Genozids an Armeniern durch die Türken.